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Metformin bei Insulinresistenz und Kinderwunsch

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Metformin normalisiert die Eierstöcke und Frauen mit PCO können so auch schwanger werden
(c) iStockphoto

Metformin gehört zu den oralen Diabetesmedikamenten. In der Kinderwunschbehandlung wird es bei Frauen mit PCO-Syndrom und Insulinresistenz neben anderen Medikamenten erfolgreich zur Auslösung des Eisprungs eingesetzt.

Metformin ist ein Wirkstoff, der sich zur Behandlung bei Frauen mit PCO und Kinderwunsch bewährt hat. Metformin senkt den Glukosespiegel, ohne die Insulinsekretion zu steigern. Dies führt dazu, dass die zu hohen männlichen Sexualhormone (Androgene) sich wieder normalisieren und die Eierstöcke wieder richtig arbeiten können.

Metformin erleichtert Gewichtsabnahme

Metformin senkt den Glukosespiegel, ohne die Produktion von Insulin anzuregen. Metformin unterstützt und erleichtert so bei übergewichtigen Frauen die Gewichtsabnahme. Außerdem normalisiert sich unter der Behandlung mit Metformin der Zyklus, übermäßiger Haarwuchs (Hirsutismus) und Akne verbessern sich.

Metformin: Anwendung bei Kinderwunsch

Laut des deutschen Ärzteblatts wurde die Behandlung mit Metformin lange Zeit als Therapie der Wahl bei Kinderwunsch angesehen. Es habe sich aber gezeigt, dass die klassische Behandlung mit Clomifen der Metformintherapie hinsichtlich Schwangerschaftsrate und Lebendgeburtenrate überlegen sei. Häufig wird Metformin auch in Kombination mit Clomifen gegeben.

Metformin sollte nur unter strenger, ärztlicher Zykluskontrolle eingenommen werden. Per Ultraschall muss die Eireifung bis zum stattgefundenen Eisprung kontrolliert werden. Bei Kinderwunsch muss Metformin nach dem festgestellten Eisprung abgesetzt werden. Das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft scheint mit Metformin alleine oder in Kombination mit Clomifen nicht erhöht zu sein - im Gegensatz zur alleinigen Clomifen-Therapie.

Erfolgschancen

Es ist möglich, dass die Einnahme von Metformin die Anzahl reifer Eizellen erhöht und somit auch bei künstlicher Befruchtung die Erfolgsrate erhöht. Bei einer Vorbehandlung mit Metformin zur Regulation des Insulinstoffwechsel gibt es Hinweise darauf, dass bessere Ausgangsbedingungen für eine nachfolgende Clomifen-Behandlung geschaffen wird und dies zu einer höheren Schwangerschaftrate und mehr Lebensgeburten führt. Bisher gibt es jedoch in diesem Bereich keine Studien, die dies belegen.

Dosierung von Metformin

Es gibt unterschiedliche Schemata zur Dosierung. Die Dosierungen reichen von dreimal täglich 500 mg bis hin zu zweimal täglich 1.000 mg. Die individuelle Dosierung entscheidet der Arzt. Dabei ist es abhängig davon, wie die Dosierung des Metformins bei der Frau wirkt. Dies beurteilt der behandelnde Frauenarzt bei der Ultraschallkontrolle.

Nebenwirkungen

Bekannte Nebenwirkungen von Metformin sind Magen-Darm-Beschwerden, wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Appetitverlust. Es besteht außerdem das Risiko einer Risiko der Laktatazidose (Übersäuerung des Blutes mit Milchsäure), welches gering gehalten werden kann, wenn die Anordnungen des Arztes hinsichtlich der Einnahme, Ernährung und Bewegung/Sport genau befolgt werden.

Vorsicht: Während der Einnahme von Metformin sollte kein Alkohol getrunken werden!

Kontraindikationen

Metformin darf nicht bei schweren Niereninsuffizienz mit Werten der Kreatinin-Clearance < 45 ml/min (bzw. eGFR < 45 ml/min /1,73m2) genommen werden.

Weitere Kontraindikationen von Metformin sind:

  • Leberprobleme
  • Ketoaszidose (entgleister, schwerer Diabetes)
  • seht starker Flüssigkeitsverlust nach mehrfachem Erbrechen oder anhaltendem Durchfall
  • Herzschwäche, Herzinfarkt
  • übermäßiger Alkoholkonsum

Vorsicht ist mit Metformin außerdem geboten, wenn eine Röntgenuntersuchung oder eine Operation notwendig werden. Frauen sollten dann unbedingt die Einnahme von Metformin gegenüber dem Arzt erwähnen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 28. Juni 2016
Quellen: Packungsbeilage Glucophage 500 mg: https://www.bfarm.de/SharedDocs/Downloads/DE/Arzneimittel/Pharmakovigilanz/Risikoinformationen/RI_rhb/2015/Glucophage500mg_Packungsbeilage.pdf;jsessionid=3AA33E4649050DB3EB28788BA427EB0A.1_cid322?__blob=publicationFile&v=3 (Abruf: 24. September 2015); Göretzlehner, G., Lauritzen, C., Göretzlehner, R.: Praktische Hormontherapie in der Gynäkologie. de Gruyter Verlag. Berlin, 2007; Guzick, DS: Treating the polycystic ovary syndrome the old-fashioned way, Zeitschrift: NEW ENGLAND JOURNAL OF MEDICINE, Ausgabe 356 (2007), Seiten: 622-623

Beiträge im Forum "Kinderwunsch und Schwangerschaft bei PCO"
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