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Montag, 20. August 2018
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Wassereinlagerungen (Ödeme) in der Schwangerschaft

Wasser wird während der Schwangerschaft im Körper der Mutter gespeichert. Dies führt häufig dazu, dass sich auch im Gewebe vermehrt Wasser einlagert und Schwellungen entstehen. Viele Schwangere leiden am häufigsten im letzten Schwangerschaftsdrittel unter Wassereinlagerungen (Ödemen).

Wassereinlagerungen (Ödeme) in der Schwangerschaft
Bei Ödemen in den Beinen sollten Schwangere sich regelmäßig hinlegen, damit das Wasser abfließen kann
(c) iStockphoto

Ödeme bilden sich hauptsächlich an Beinen/Füßen oder Händen. In einigen Fällen lagert sich sogar vermehrt Wasser im Gesicht ein. Oft werden dann geschwollene Füße in der Schwangerschaft beklagt.

Diese Symptomatik ist jedoch meist kein Grund zur Sorge. Im Laufe der Schwangerschaft, wenn das Baby heranwächst, ändert sich auch im Körper der Mutter immer mehr. Durch die steigenden Ansprüche der Plazenta, die für die Versorgung des Ungeborenen zuständig ist, muss der Körper der Mutter sich den Anforderungen anpassen.

Wassereinlagerungen: Ursachen von Ödemen

Ödeme sind vermehrte Wassereinlagerungen im Gewebe, die durch die unterschiedlichsten Ursachen entstehen können. Sei es beim Umknicken mit dem Fuß, wenn anschließend der Knöchel dick wird oder die Wassereinlagerungen in der Lunge oder im Bauchraum bei Herzerkrankungen. Das Ödem als Symptom tritt häufig auf.

Experten gehen davon aus, dass während der Schwangerschaft das Hormon Progesteron hierfür mitverantwortlich sein kann. In der Schwangerschaft, hauptsächlich im letzten Drittel, leiden bis zu 80 % der Schwangeren unter solchen Wassereinlagerungen. Im Volksmund spricht man hier von „dicken Beinen oder Füßen“ oder geschwollenen Händen. Ödeme in der Schwangerschaft sind also nichts ungewöhnliches und auch erst mal nicht gefährlich. Nur in seltenen Fällen können Ödeme ein Hinweis auf ernstere Erkrankungen wie eine Präeklampsie oder Gestose sein.

Wassereinlagerungen: Selbstbehandlung - Tipps für die Schwangerschaft

1. Beine hochlegen

Im Lauf des Tages können die Beine immer mehr anschwellen. Um dem entgegenzuwirken hilft es, sie hochzulegen. Sobald die Beine etwas höher liegen als das Becken der Schwangeren, kann das eingelagerte Wasser in Richtung Rumpf abfließen. Nach 20 bis 30 Minuten sollte bereits ein Erfolg spürbar sein.

2. Stützstrümpfe tragen

Mit Stützstrümpfen können Gewebe und Venen unterstützt werden. Durch den leichten Druck, den die Stützstrümpfe auf die Beine ausüben, wird den ohnehin mehr belasteten Venen die Arbeit ein wenig erleichtert und den Wassereinlagerungen wird Einhalt geboten.   

3. Ernährung anpassen

Hebammen empfehlen den Schwangeren, sich eiweißreich zu ernähren. Eiweiß ist beispielsweise in Milch, Fleisch und Fisch enthalten. Salz sollte wie gewöhnlich konsumiert werden, anders als früher empfohlen. Eine Reduktion der Salzzufuhr würde eine Entstehung von Ödemen eher begünstigen und im Körper womöglich einen Salzmangel provozieren.

4. Direkte Sonne vermeiden

Frauen, die im Frühherbst entbinden, haben an heißen Tagen im Sommer oft mehr Probleme mit Wassereinlagerungen. Daher ist es nicht ratsam, die Beine der Sonneneinstrahlung auszusetzen, besser ist dann ein schattiges Plätzchen.

Die häufigsten Fragen zu Wassereinlagerungen (Ödemen) in der Schwangerschaft

Die leidige Angelegenheit Wassereinlagerungen gehört zu den Themen, die Frauen während der Schwangerschaft auf der Seele brennen. Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengefasst. Was hillft? Und was ist kontraproduktiv?

1. Muss ich mich salzarm ernähren, wenn ich in der Schwangerschaft unter Ödemen leide?

Nein, ganz im Gegenteil. Wenn Sie in der Schwangerschaft vermehrt Wasser einlagern, sollten Sie mehr Salz zu sich nehmen und viel trinken.

2. Ich habe Wassereinlagerungen in den Händen und im Gesicht. Hilft es, wenn ich viel Brennnesseltee trinke?

Brennnesseltee und andere abführende Tees und Speisen, können abführende Wirkung haben und können das Blutvolumen reduzieren. Dies ist in der Schwangerschaft nicht erwünscht und kann Ihnen auch schaden. Ganz im Gegenteil sollten Sie mehr trinken und viel Salz essen.

3. Wassereinlagerungen und Medikamente: Darf ich etwas einnehmen?

Nein. Greifen Sie in der Schwangerschaft nicht einfach zu entwässernden Medikamenten (sogenannte Diuretika). Hören Sie auf keinen Fall auf Wasser zu trinken. Bitten Sie bei anhaltenden oder verschlimmerten Beschwerden Ihren Arzt um Rat. Ohne Absprache mit dem Arzt sollten Sie grundsätzlich keine Medikamente in der Schwangerschaft einnehmen.

4. Wassereinlagerungen und Sport: Ist Bewegung hilfreich?

Moderate Bewegung (z.B. Spazieren oder Schwimmen) ist bei Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft empfehlenswert. Durch regelmäßige Bewegung kann diesen typischen Beschwerden auch schon vorgebeugt werden.

5. Bedeutet Eiweiß im Urin immer, dass man eine Schwangerschaftsgestose hat?

Nein. Eiweiß im Urin kann auch nach Infektionen auftreten.

6. Wie sieht eine Diät bei Wassereinlagerungen und Gestose aus?

Trinken Sie viel. Essen Sie eiweiß- und salzreich und kalorienarm. Als Richtlinie wird gegeben täglich: etwa 2.500 Kalorien, etwa 100 Gramm Eiweiß, mindestens zwei Liter trinken und mindestens ein Teelöffel Kochsalz verwenden.

7. Wenn ich in der Schwangerschaft einen hohen Blutdruck habe, hat mein Kind dann auch einen hohen Blutdruck?

Nein. Der mütterliche Bluthochdruck und Schwangerschaft erhöht sich aufgrund der verminderten Plazentaversorgung und wird als Schutz angesehen, um das Kind besser mit Nährstoffen zu versorgen.

8. Wassereinlagerungen nach der Geburt: Verschwinden sie wieder?

Ja. In den Wochen nach der Geburt wird die überschüssige Flüssigkeit vom Körper wieder ausgeschieden. Allerdings passiert das nicht unmittelbar nach der Geburt, sondern kann ein paar Wochen dauern. Oft merken Frauen es daran, dass sie häufiger zur Toilette müssen.

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Letzte Aktualisierung: 10. Januar 2018
Quellen

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