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Montag, 28. Mai 2018
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TESE

TESE bezeichnet eine Art der Spermiengewinnung zum Zweck der künstlichen Befruchtung. TESE ist die englische Abkürzung für testicular sperm extraction (Testikuläre Spermienextraktion).

TESE
Die TESE ist eine Lösung für Paare, bei denen beim Mann keine Spermien gefunden werden
iStock/monkeybusinessimages

Bei dieser Maßnahme wird Hodengewebe entnommen, mit dem Ziel, aus diesem Spermien gewinnen zu können.

TESE zur Spermiengewinnung

Wenn beim Mann im Rahmen einer Kinderwunschbehandlung zur künstlichen Befruchtung nach einem schlechten Spermiogramm auch im Nebenhoden keine Spermien gefunden werden können, kann mittels TESE versucht werden, Spermien zu gewinnen. Bei einer sogenannten Hodenbiopsie wird etwas Hodengewebe entnommen. Dieses wird mit bestimmten Wirkstoffen angereichert, um aus dem Hodengewebe Spermien isolieren zu können. Dies wird Extraktion genannt. Die gewonnenen Spermien sind zunächst unreif, also für eine künstliche Befruchtung noch nicht zu gebrauchen. Im Rahmen einer folgenden ICSI-Behandlung kann es aber oftmals zur Befruchtung kommen. Im Rahmen der Hodenbiopsie wird an mehreren Stellen im Hoden Gewebe entnommen. Ein Teil davon wird eingefroren (kryokonserviert), um das Material eventuell später nutzen zu können. Eine hormonelle Stimulation wird der Frau dann erst zugemutet, wenn sich herausstellt, dass Samenfäden im Hodengewebe gefunden wurden.

TESE und ICSI-Therapie

Die ICSI, die seit 1993 ähnlich erfolgreich wie die IVF durchgeführt wird, beschreibt die künstliche Einbringung eines Samenfadens in die Eizelle, um quasi eine Befruchtung zu erzwingen. Dieser Samenfaden kann vorab durch TESE gewonnen werden. Das Risiko von Missbildungen liegt nur dezent höher als bei einer IVF. Wie bei der IVF wird bei der ICSI ebenso eine hormonelle Stimulation durchgeführt.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 20. Januar 2017
Quellen: De Gruyter, Pschyrembel Klinisches Wörterbuch 2013, de Gruyter Verlag, Berlin 2012; Göretzlehner, G. Lauritzen, Ch. Göretzlehner, U. Praktische Hormontherapie in der Gynäkologie, deGruyter Verlag Berlin 2007; Diedrich, Holzgreve, Jonat, Schultze-Mosgau, Schneider, Weiss, Gynäkologie & Geburtshilfe, Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2007

Beiträge im Forum "Künstliche Befruchtung und Reproduktionsmedizin"
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