Ein Angebot von Lifeline
Mittwoch, 26. Juli 2017
Menu

Intratubarer Gametentransfer (GIFT)

Intratubarer Gametentransfer (GIFT)
Beim intratubaren Gametentransfer wird jeweils eine Eizelle mit einer Vielzahl von Spermien zusammen gebracht

Der Intratubare Gametentransfer (GIFT, Gamete intrafallopian transfer) ist ein Verfahren der Reproduktionsmedizin und stellt eine Mischform aus Insemination (Samenübertragung) und In-vitro-Fertilisation dar. Beim GIFT werden mit einem Katheter sowohl Samenzellen als auch Eizellen gleichzeitig in den Eileiter eingebracht. Ei- und Samenzellen werden als Gameten oder auch Keimzellen bezeichnet. Intratubar bedeutet, dass die Übertragung im Eileiter stattfindet.

Vorbereitung: Hormonelle Stimulation und Gewinnung von Spermazellen

Zu Beginn dieses Verfahrens steht die hormonelle Stimulation - beispielsweise mit Clomifen oder Gonadotropinen. Die Hormongabe soll bewirken, dass im Körper der Frau möglichst viele Eizellen heranreifen, um so die Chancen auf eine spätere Schwangerschaft zu erhöhen. Wenn die Follikel reif sind, löst der behandelnde Arzt bei der Frau den Eisprung mittels Gabe des Hormons hCG aus.

Zur Vorbereitung zählt auch die Gewinnung von Spermazellen. Der Partner der Frau sollte hierzu zunächst mehrere Tage sexuell enthaltsam sein und das Sperma am Tag des Gametentransfers durch Masturbation gewinnen.

Ablauf eines intratubaren Gametentransfers

Ungefähr 36 Stunden nach dem Eisprung führt der behandelnde Arzt bei der Frau eine Follikelpunktion durch und entnimmt ihr die reifen Eizellen. Der Eingriff geschieht in einer kleinen Operation und meist unter Narkose. Im Operationssaal bringt der Arzt anschließend maximal drei Eizellen mit jeweils etwa 100.000 Spermien des Partners zusammen. Diese werden noch in der gleichen operativen Sitzung über einen Katheter in einen Eileiter der Frau eingebracht. Die Befruchtung der Eizellen muss anschließend im Eileiter stattfinden. Verläuft dieser Schritt erfolgreich, so nistet sich mindestens eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut ein und reift heran.

Eine Variante des intratubaren Gametentransfers ist der intratubare Zygotentransfer (ZIFT). Hierbei werden Zygoten (miteinander verschmolzene Keimzellen) einen Tag nach der Befruchtung in die Eileiter eingebracht. Da diese Methode nur eine geringe Erfolgsquote hat, wird sie heute nicht mehr durchgeführt.

Wann wird ein intratubarer Gametentransfer durchgeführt?

Das GIFT-Verfahren wird angewendet,

  • wenn die Spermienqualität des Partner eingeschränkt ist,
  • wenn eine Endometriose der Partnerin nicht erfolgreich behandelt werden kann,
  • wenn die Ursache für die Unfruchtbarkeit bei der Frau nicht gefunden werden kann,
  • wenn die Frau mindestens einen durchgängigen Eileiter, einen intakten Eierstock und eine intakte Gebärmutter hat oder
  • wenn eine vorangegangene Insemination erfolglos geblieben ist.

Erfolgsquote und mögliche Komplikationen der GIFT-Methode

Die Erfolgsaussichten der GIFT-Behandlung sind geringer als bei einer In-vitro-Fertilisation. Daneben ist auch das Risiko für Eileiterschwangerschaften erhöht und der operative Aufwand gilt als zu groß. Daher wird die GIFT-Methode heute kaum noch angewendet. Sie wurde von der In-vitro-Fertilisation abgelöst.

Wer übernimmt die Kosten für einen intratubaren Gametentransfer?

Für Maßnahmen der Fortpflanzungsmedizin erstatten die gesetzlichen Krankenkassen nach Antragstellung bis zu 50 Prozent der Kosten für Medikamente und die Behandlung. Die Kostenübernahme ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Beispielsweise muss das Paar verheiratet sein, beide Partner dürfen nicht jünger als 25, der Mann nicht älter als 50 und die Frau nicht älter als 40 Jahre alt sein. Private Kassen übernehmen die Kosten in der Regel komplett. Nähere Informationen gibt es bei der eigenen Krankenkasse.
 

Autor:
Letzte Aktualisierung: 13. Januar 2017
Quellen: Teut, M. et al.: Das Kinderwunsch-Buch. Essen, KVC, 2008 Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln: www.schwanger-info.de (Stand: Oktober 2008) Keck, Dr. med. Ch. et al. (Hrsg.): Endokrinologie, Reproduktionsmedizin, Andrologie. Stuttgart, Thieme 2002

Beiträge im Forum "Erfahrungen bei der Reproduktionsmedizin"
Neuste Artikel in dieser Rubrik
Reproduktionsmedizin

Dehydroepiandrosteron (DHEA) ist ein Hormon, das sowohl in der Nebennierenrinde als auch in Eierstock oder Hoden produziert wird. Aus DHEA entstehen weibliche (Östrogene) und männliche (Androgene)... Mehr...

Unerfüllter Kinderwunsch

Leihmutterschaft ist in Deutschland nicht zugelassen. Eine Leihmutter trägt das Kind nach künstlicher Befruchtung für ein anderes Elternpaar aus. Mehr...

Reproduktionsmedizin

Eine Eizellspende ist eine Möglichkeit für Frauen beziehungsweise Paare mit unerfülltem Kinderwunsch, im Rahmen der künstlichen Befruchtung schwanger zu werden. In Deutschland ist sie verboten. Mehr...

Nutze unsere Zyklus-App inklusive Eisprungkalender und Temperaturkurve (Android & iOS) bei Kinderwunsch.

Mehr zur App > Alle Tools & Services
Weitere interessante Themen
  • Embryonenspende

    Bei einer In-vitro-Fertilisation oder ICSI kann es vorkommen, dass mehr Eizellen befruchtet werden als tatsächlich für die Behandlung benötigt werden. Wenn auf diese Weise... Mehr...

Zum Seitenanfang