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Sonntag, 19. November 2017
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Dehydroepiandrosteron (DHEA)

Dehydroepiandrosteron (DHEA)
DHEA kann im Tagesverlauf schwanken
(c) Getty Images/iStockphoto

Dehydroepiandrosteron (DHEA) ist ein Hormon, das sowohl in der Nebennierenrinde als auch in Eierstock oder Hoden produziert wird. Aus DHEA entstehen weibliche (Östrogene) und männliche (Androgene) Geschlechtshormone.

Die Nebennierenrinde produziert etwa ab dem 30. Lebensjahr bei beiden Geschlechtern zunehmend weniger Dehydroepiandrosteron (DHEA).

Dehydroepiandrosteron (DHEA) und Kinderwunschbehandlung

Dehydroepiandrosteron (DHEA) ist unter anderen auch beim PCO-Syndrom erhöht. Es gibt Hinweise darauf, dass sich gerade bei älteren Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch die Gabe von DHEA positiv auswirken soll, da die Produktion von DHEA mit zunehmendem Alter abnimmt. Die Gabe von DHEA soll den Erfolg einer Kinderwunschbehandlung verstärken.

In der Kinderwunschbehandlung wird es zwar eingesetzt, ist jedoch nicht unumstritten. In Vorbereitung auf eine IVF oder ISCI soll die Einnahme von DHEA die Qualität der Eizellen, deren Reifung und auch die Anzahl verbessern. Verordnet werden meist drei Mal 25 mg am Tag. Allerdings kann es ab 75 mg täglich zu Nebenwirkungen kommen (Vermehrter Haarwichs im Gesicht und an den Beinen, tiefere Stimme, unreine Haut). Aktuell gibt es in Zusammenfassung der Studien keine Beweise für den Nutzen von DHEA.

Unter Gabe von DHEA sollten immer die Hormonwerte (wie z.B. Testosteron) kontrolliert werden. Unter DHEA soll es auch zu seltener Gendefekten kommen. DHEA sollte nur auf Verordnung des Arztes eingenommen werden. Oft geschieht dies drei bis vier Zyklen vor der künstlichen Befruchtung. In den USA ist DHEA bereits rezeptfrei als Nahrungsmittelergänzung erhältlich, in Europa ist es rezeptpflichtig.

Verschiedene Studien haben den Nutzen von DHEA in der Reproduktionsbehandlung untersucht. Demnach kam es nach 16 Wochen Einnahme von DHEA zu keinem signifikant verbesserten AMH-Wert. Insgesamt zeigte sich bei IVF kein Unterschied in der Erfolgsquote, ob eine Vorbehandlung mit DHEA erfolgt war oder nicht.

Die Produktion von DHEA schwankt im Tagesverlauf

Es sind im Tagesverlauf unterschiedliche Werte im Blut festzustellen.

Die unterschiedlichen Werte im Tagesverlauf zeigen sich üblicherweise mit höchsten Werten in den frühen Morgenstunden und niedrigsten Werten in den Nachmittags- und frühen Abendstunden. DHEA zeigt keine Zyklusabhängigkeit. Aus Praktikabilitätsgründen wird DHEA jedoch zusammen mit anderen Parametern vorzugsweise zu Beginn eines Zyklus (Tag 3) bestimmt.

Was ist Dehydroepiandrosteronsulfat (DHEAS)?

Dehydroepiandrosteron-Sulfat (DHEAS) ist ein Geschlechtshormon, welches von Männern und in geringer Konzentration auch von Frauen produziert wird und im Körper in Testosteron beziehungsweise Östrogen umgewandelt wird.

Dehydroepiandrosteron-Sulfat (DHEAS) ist ein männliches Sexualhormon, das im Körper von Männern und Frauen in der Nebennierenrinde gebildet wird. Dehydroepiandrosteron (DHEA)wird zu DHEAS verstoffwechselt.

Dehydroepiandrosteron-Sulfat (DHEAS) wird bei Hinweisen auf zu hohe männliche Hormone (Androgenisierungserscheinungen) bei der Frau (Hirsutismus/Virilisierung) und wenn zum Beispiel ein PCO-Syndrom vorliegt, zusammen mit Testosteron und Androstendion im Blut untersucht. Es wird niemals routinemäßig, sondern nur bei Verdacht auf eine Störung untersucht. 

Die Ergebnisse werden durch Einnahme von Heparin oder bei Lipämie verfälscht.

Referenzbereich DHEAS

(nach Labor Prof. Leidenberger, Hamburg)
Frauen in der Reproduktionsphase: 3,5 - 4,3 mg/ml

Frauen allgemein: 1,87 (0,350 - 4,300) µg/ml
Männer: 0,800 - 5,600  µg/ml

Autor:
Letzte Aktualisierung: 20. Januar 2017
Quellen: Online-Informationen des Uniklinikums Heidelberg: https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Parameter-und-Normwerte.7207.0.html (Abruf: April 2016); Human Reproduction: The use of androgens or androgenmodulating agents in poor responders undergoing in vitro fertilization: a systematic review and meta-analysis (2012); A Randomized Double-Blinded Placebo-Controlled Trial on the Effect of Dehydroepiandrosterone for 16 Weeks on Ovarian Response Markers in Women with Primary Ovarian Insufficiency (Januar 2013)

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