HCG (Humanes Choriongonadotropin)
Das HCG-Hormon kann acht bis zwölf Tage nach dem letzten Eisprung nachgewiesen werden
(Foto: DAK/Wigger)
HCG (Humanes Chroiongonadotropin) ist ein Hormon, das während der Schwangerschaft produziert wird. Es wird in den Zellen der Plazenta gebildet. Das HCG-Hormon, auch Schwangerschaftshormon genannt, gelangt über die Nieren in die Blutbahn und kann im Urin und Blut nachgewiesen werden. Durch die Bestimmung der HCG-Konzentration kann eine Schwangerschaft zum frühstmöglichen Zeitpunkt erkannt werden.
Im Rahmen der künstlichen Befruchtung verabreicht der Arzt HCG, um einen Eisprung künstlich auszulösen.
Bei einem Triple-Test – einer Blutuntersuchung im Rahmen der pränatalen Diagnostik – dient neben anderen Werten die Bestimmung der HCG-Konzentration im Blut zur Risikoeinschätzung einer Chromosomenstörung wie Trisomie 21.
Außerhalb einer Schwangerschaft weist eine HCG-Konzentration im Blut auf Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom), eine bei Frauen im gebärfähigen Alter selten auftretende Krebserkrankung, hin.
Was bewirkt HCG während der Schwangerschaft?
HCG-Konzentration
Was bewirkt HCG während der Schwangerschaft?
Das HCG-Hormon sendet über das Blut Signale an die Eierstöcke und die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse, Hormondrüse), dass die Frau schwanger ist. Dies bewirkt, dass kein Eisprung mehr erfolgt, die Gebärmutterschleimhaut erhalten bleibt und wächst, und somit keine Menstruation eintritt.
HCG-Konzentration
Das HCG-Hormon wird bei gesunden Frauen im gebärfähigen Alter während einer Schwangerschaft produziert. Es kann acht bis zwölf Tage nach dem letzten Eisprung im Blut und Urin nachgewiesen werden. Während der Frühschwangerschaft steigt der HCG-Wert kontinuierlich auf durchschnittlich 100.000 IE (Internationale Einheiten) pro Liter. In der Regel verdoppelt er sich alle zwei bis drei Tage. Zwischen der achten und elften Schwangerschaftswoche erreicht er ein Maximum, anschließend fällt er stetig ab, ist aber weiterhin nachweisbar. Nach der Geburt ist das HCG-Hormon in der Regel bereits nach 36 Stunden nicht mehr nachweisbar.
Eine niedrige oder eine nur sehr langsam steigende HCG-Konzentration sowie ein Abfall des HCG-Spiegels in der Frühschwangerschaft deutet auf eine Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaft (Extrauteringravidität), eine drohende Fehlgeburt oder das Absterben des Ungeborenen hin. Ein sehr hoher HCG-Spiegel kann bei einer Mehrlingsschwangerschaft oder bösartigen Plazentawucherungen (Blasenmole und Chorionkarzinom) auftreten. Da der HCG-Spiegel individuell sehr unterschiedlich sein kann, gibt es keine einheitlichen Richtwerte.
Nach einer Fehlgeburt lässt sich das HCG noch durchschnittlich noch 19 Tage, maximal fünf Wochen im Blut nachweisen. Nach einem Schwangerschaftsabbruch fällt der HCG-Spiegel durchschnittlich nach 30 Tagen, maximal nach neun Wochen unter die Nachweisgrenze.
Welcher HCG-Wert bis zum 20. Tag nach dem Eisprung im Normbereich liegt, können Sie hier interaktiv berechnen.
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Quellen:
Bühling, K.J.; Friedmann, W.: Intensivkurs Gynäkologie und Geburtshilfe. Urban & Fischer, München 2003
Diedrich, K. et al. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer, Heidelberg 2007
Feige, A.; et al: Frauenheilkunde. Urban & Fischer, München 2006
Hamberger, L.; Nilsson, L.: Ein Kind entsteht. Goldmann, München 2003
Autor: Theresa Nikley
Letzte Änderung am: 29.04.2009
