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Montag, 20. November 2017
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Malaria

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Fieberschübe sind ein typisches Anzeichen einer Malariaerkrankung
(c) iStockphoto/Thomas_EyeDesign

 

Malaria ist eine Infektionskrankheit, die durch den Stich der weiblichen Anophelesmücke übertragen wird. Sie ist durch Fieberschübe gekennzeichnet und wird daher auch Wechselfieber genannt. Malaria ist mit bis zu 500 Millionen Fällen die zweithäufigste Infektionskrankheit der Welt. Sie kommt in tropischen und subtropischen Regionen vor - hauptsächlich in Afrika, aber auch in Asien, Mittel- und Südamerika.
 

Vorkommen in Deutschland

Hierzulande kann man Malaria nicht durch einen Mückenstich bekommen. Ein Risiko angesteckt zu werden, besteht nur in malariagefährdeten Gebieten. Außerhalb davon treten nur vereinzelt Fälle von "Flughafenmalaria" (auch Aircraft-, Airport- oder Baggage-Malaria) auf. Dabei wird durch den Flugverkehr die Malaria in Länder eingeschleppt, in denen die Erkrankung normalerweise nicht vorkommt. Sehr selten wird der Malariaerreger durch eine Blutübertragung weitergegeben. In Deutschland werden jährlich zwischen 500 und 700 Malariafälle gemeldet. Wer in malariagefährdete Gebiete reist, sollte sich beim Arzt oder Tropeninstitut vorher erkundigen, wie er sich vor Malaria möglichst gut schützen kann.

Was löst Malaria aus?

Erreger der Malaria ist ein Parasit der Gattung Plasmodium, der von der Anophelesmücke übertragen wird.

Vier Erregertypen führen beim Menschen zu drei unterschiedlichen Formen der Malaria:

  • Malaria tropica wird durch Plasmodium falciparum verursacht. Wenn sie zu spät oder gar nicht behandelt wird, kann sie in wenigen Tagen zum Tode führen.
  • Malaria tertiana wird durch Plasmodium vivax und ovale hervorgerufen, ist selten lebensbedrohlich, aber dennoch werden die Betroffenen sehr krank.
  • Malaria quartana wird durch Plasmodium malariae ausgelöst und ist nicht lebensbedrohlich.
     

Der Entwicklungszyklus aller Malariaparasiten unterteilt sich in einen geschlechtlichen und ungeschlechtlichen Zyklus (Generationswechsel). Der geschlechtliche Zyklus findet in der Überträgermücke statt. Dabei vereinigen sich die weiblichen und männlichen Plasmodien (Gameten) im Magen der weiblichen Mücke. Danach folgen mehrere Entwicklungsschritte, an deren Ende Sporozoiten (Sichelkeime) gebildet werden. Wenn die Mücke einen Menschen sticht, gelangen die Sporozoiten in das Blut des Menschen.

Danach folgt der ungeschlechtliche Zyklus im Menschen. Dabei dringen die Sporozoiten in die Leberzellen ein und vermehren sich dort. Diese Abkömmlinge heißen Merozoiten. Sie verlassen nach einigen Tagen die Leber und befallen rote Blutkörperchen (Erythrozyten), wo sie sich weiter vermehren und das Blutkörperchen dabei zerstören. Dieser Vorgang löst letztlich die typischen Beschwerden aus.

Die Malaria tritt in der Regel frühestens sieben Tage nach Ansteckung auf. Allerdings kann es, je nach Malariaform, auch über Wochen dauern, bis sich erste Anzeichen bemerkbar machen.

Wie sind die Symptome von Malaria?

Malaria äußert sich häufig ähnlich wie eine Grippe mit hohem Fieber bei Kindern (über 38°C), Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen. Zuweilen haben die Betroffenen auch andere Symptome wie einen trockenen Husten, Bauchschmerzen und manchmal auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Bei Malaria, die während einer Reise erworben wurde, treten bei 90 Prozent der Betroffenen innerhalb des ersten Monats nach der Rückkehr die ersten Symptome auf.

Die Fieberschübe und die Inkubationszeit geben in der Regel Aufschluss darüber, um welche Art von Malaria es sich handelt.

  • Bei der Malaria tertiana kehrt das Fieber alle 48 Stunden wieder. Die Inkubationszeit liegt zwischen zehn Tagen und drei Wochen.
  • Bei der Malaria quartana dauert es am längsten, bis die Krankheit ausbricht (zwischen drei und sechs Wochen). Das Fieber tritt alle 72 Stunden auf.
  • An Malaria tropica Erkrankte haben hingegen einen unregelmäßigen Fieberrhythmus und die kürzeste Inkubationszeit (7-20 Tage).

Wie lässt sich eine Malariaerkrankung feststellen?

Bei einer akuten Malaria nimmt der Arzt dem Betroffenen Blut ab, um es unter dem Mikroskop zu untersuchen. Dort sind im so genannten dicken Tropfen und dem dünnen Blutausstrich die Plasmodien sichtbar.

Für eine genauere Diagnose stehen weitere Verfahren zur Verfügung. Sie helfen unter anderem festzustellen, um welche Art der Malaria es sich handelt.

Die Anzeichen der Malaria treten ebenfalls bei anderen Erkrankungen wie Grippe, Magen-Darm-Infekten, einer beginnenden Leberentzündung (Hepatitis B) und anderen Bluterkrankungen auf und lassen daher keinen eindeutigen Rückschluss zu. Allerdings liegt in Malariagebieten eine Infektion bei Auftreten der grippeähnlichen Symptome sehr nah.

Wie wird Malaria behandelt?

Je eher die Therapie begonnen wird, desto größer sind die Heilungschancen bei Malaria.

Es gibt eine Reihe von Medikamenten zur Behandlung der Erkrankung. Allerdings sind die Parasiten zum Teil resistent gegen die Wirkstoffe, was die Behandlung erschwert. Welche Medikamente der Arzt einsetzt, hängt zudem davon ab, in welchem Gebiet der Betroffene sich angesteckt hat und welche Medikamente möglicherweise zur Vorbeugung gegen Malaria genommen wurden.

Die Behandlung der Malaria tertiana und quartana erfolgt mit Chloroquin, das in der Regel als Tablette eingenommen wird. Bei der Malaria tertiana wird als Abschlussbehandlung Primaquin gegeben, damit die restlichen Parasitenabkömmlinge in der Leber die Krankheit nicht wieder ausbrechen lassen.

Bei unkomplizierter Malaria tropica sind Wirkstoffkombinationen aus Atovaquon plus Proguanil oder Mefloquin sowie Artemeter plus Lumefantrin üblich.

Bei komplizierter Malaria tropica (zum Beispiel, wenn das Zentrale Nervensystem, die Nieren oder andere Organe in Mitleidenschaft gezogen sind) wird den Betroffenen unter intensivmedizinischen Bedingungen Chinin in Kombination mit Doxycyclin gegeben.

Einige der Medikamente zur Behandlung von Malaria haben zum Teil schwere Nebenwirkungen. Daher wird der Arzt je nach Einzelfall genauestens abwägen, welche Medikamente er wählt.

Wie verläuft Malaria?

Die drei Formen der Malaria machen sich unterschiedlich stark bemerkbar. Am mildesten ist der Krankheitsverlauf in der Regel bei der Malaria quartana. Dagegen endet die Malaria tropica häufig tödlich. Unbehandelt sterben 30 Prozent der Erkrankten an der Malaria tropicana. Noch Jahre nach der ersten Infektion kann es zu Rückfällen kommen. Mit der richtigen Behandlung hat die Malaria sehr gute Heilungschancen.

Die Malariaerkrankung kann Schädigungen des Zentralen Nervensystems, des Herzens, der Lunge und derNieren nach sich ziehen. Schwerwiegende Folgen sind je nach betroffenem Organ akutes Nierenversagen, Bildung von Lungenödemen oder ein Kreislaufschock.

Malariaprophylaxe

Wer in malariagefährdete Gebiete reist, kann einige Maßnahmen ergreifen, um sich vor einer Ansteckung durch die Anophelesmücke zu schützen. Da die Anophelesmücken zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang stechen, wird empfohlen, sich während dieser Zeit möglichst nicht im Freien aufzuhalten. Außerdem ist es ratsam, lange Hosen und langärmlige Oberteile in hellen Farben zu tragen und sich mit speziellen Mückenschutzmitteln einzucremen. Moskitonetze an Fenstern und um das Bett herum sind ebenfalls sinnvoll.

Abhängig von Reiseziel, -zeit und -stil sowie Resistenzlage der Parasiten ist es eventuell notwendig, Medikamente zur Vorbeugung von Malaria einzunehmen (Chemoprophylaxe). Aber auch Medikamente, die zur Vorbeugung genommen werden, bieten keinen 100-prozentigen Schutz gegen Malaria. Eine vorbeugende medikamentöse Einnahme ist bei entsprechendem Malariarisiko im Reisegebiet meist wirksam und sinnvoll. Hierzu sollte frühzeitig eine Beratung bei einem Arzt mit dem Zusatz "Reisemedizin" erfolgen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 22. März 2017
Quellen: Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2008; Baenkler, H-W., et al..: Kurzlehrbuch innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2007; Merkblatt des Auswärtigen Amtes: Empfehlungen zur Malariavorbeugungund Notfallselbstbehandlung. (Stand: Juli 2016); Niedrig, M., et al.: Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten. Robert Koch-Institut, Berlin 2006; Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG): Diagnostik und Therapie der Malaria. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 042/001 (Stand: Juli 2016)

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