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Dienstag, 19. Juni 2018
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Antiphospholipid-Syndrom (APS)

Das Antiphospholipid-Syndrom (APS) ist eine Autoimmunerkrankung. Es kann zu Thrombosen oder Embolien führen.

Antiphospholipid-Syndrom (APS)
Zwar können Symptome auf das Antiphospholipid-Syndrom (APS) hinweisen, aber zur genauen Abklärung ist eine Laboruntersuchung durch den Arzt erforderlich
(c) Getty Images/iStockphoto

Experten gehen davon aus, dass jede vierte Frau mit wiederholten Fehlgeburten (oder auch Totgeburten) an einem Antiphospholipid-Syndrom leidet. Es ist eine der am häufigsten vorkommenden Autoimmunerkrankungen, Frauen sind viermal öfter betroffen als Männer.

Autoimmunerkrankung Antiphospholipid-Syndrom

Bei einer Autoimmunerkrankung bildet der Körper Antikörper gegen körpereigene Stoffe. Antikörper sind Abwehrstoffe, die eigentlich bestimmte Erreger in ihrer Funktion hemmen sollen, um dem Körper nicht zu schaden. Beim Antiphospholipid-Syndrom bildet der Körper Antiphospholipide. Diese können die Blutgefäßwände oder Eiweiße angreifen, was zu Schädigung des Blutgefäßsystems oder zu Fehlgeburten führen kann. Es gibt ein primäres APS, dessen plötzliches Auftreten bei gesunden Menschen ursächlich noch nicht geklärt ist. Das sekundäre APS entsteht aufgrund einer bereits bestehenden Autoimmunerkrankung, häufig im Rahmen eines Lupus erythematodes. 

Symptome des Antiphospholipid-Syndroms

Es gibt einige Symptome, die auf das APS hinweisen können. Zur genauen Abklärung bedarf es allerdings Laboruntersuchungen. Bei Gefäßverschlüssen jeder Art, egal ob Venen oder Arterien betroffen sind, könnte das APS als Ursache gelten. Hieraus können Thrombosen, Embolien, Schlaganfälle oder Herzinfarkte entstehen. Auch bei wiederholten Fehl- oder Totgeburten könnte ein APS als Ursache vorliegen, diese passieren bei APS aufgrund von Plazentainsuffizienz. Eine sichtbare Minderdurchblutung der Haut oder eine Frühgeburt aufgrund von Schwangerschaftsbluthochdruck können Anhaltspunkte für ein APS sein.

Diagnose eines Antiphospholipid-Syndroms

Aufgrund der vorliegenden Symptome kann der Arzt eine Laboruntersuchung anordnen, bei der nach entsprechenden Antikörpern gesucht wird. Hierbei wird in zwei Laboruntersuchungen, zwischen denen zwölf Wochen liegen sollten, in beiden Proben verschiedene Antikörper nachgewiesen. Bei einem APS wird hier meist ein sogenannter Lupus antikoagulans, Anti-Cardiolipin-Antikörper und Anti-Beta2-Glykoprotein-Antikörper nachgewiesen. Bei bestätigter Diagnose kann dann bei Bedarf eine Therapie beginnen.

Therapie des Antiphospholipid-Syndroms

Bei Betroffenen, die als Diagnose APS haben, aber noch keine Symptome zeigen, kann eine Thromboseprophylaxe mit Aspirin verordnet werden. Nach Gefäßverschlüssen bei APS muss der Betroffene meist ein Leben lang Blutverdünnungsmittel einnehmen, um weitere Blutgefäßprobleme zu vermeiden. Frauen mit Kinderwunsch, die an APS leiden, werden oft mit Acetysalicylsäure und Heparin behandelt. Anschließende Schwangerschaften verlaufen dann oftmals erfolgreich. Die genaue Therapie für den Einzelfall entscheidet im Idealfall der Rheumatologe, der der entsprechende Facharzt für Autoimmunerkrankungen ist.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2017
Quellen: De Gruyter: Pschyrembel Klinisches Wörterbuch 2014. de Gruyter Verlag, Berlin 2013; Diedrich, Holzgreve, Jonat, Schultze-Mosgau, Schneider, Weiss: Gynäkologie & Geburtshilfe. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2007; Online-Informationen des Universitätsklinikums Münster http://www.klinikum.uni-muenster.de Stand Juli 2014

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