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vasektomierter Partner

Hallo! Ich bin 21 und mein Ex-Partner ist 40. Wir sind erst seit in paar Tagen getrennt und ich möchte einige Sachen besser verstehen können, und frage daher euch, ob ihr ähnliche Situationen kennt.

Er hat bereits eine Tochter (10 Jahre) aus erster Ehe und führt seitdem ein fremdbestimmtes (und sehr schwieriges) Leben. Das hat ihn auch dazu bewogen, sich vor einigen Jahren einer Vasektomie zu unterziehen. Er wollte nicht noch einmal in die Situation kommen, dass er ein Kind mit einer Frau bekommt und diese ihm dann das eigene Kind so entzieht. Die Ex brauchte nur einen Mann, der ihr ein Kind schenkt und sie dann finanziell unterstützt, und das hat sie auch geschafft (Bonus: Er ist auch noch dazu ein richtig guter und bemühter Vater). Es ist alles sehr kompliziert, und ich wusste nur begrenzt auf was ich mich einließ. 

Nun zum eigentlichen Anliegen: Er war von Anfang an ehrlich, und sagte mir, dass er keine Kinder mehr bekommen kann und auch nicht will. Ich finde Kinder toll, freu mich aber wenn ich sie wieder "abgeben" kann (vermutlich auch noch meinem jungen Alter geschuldet). Anfangs waren der Altersunterschied und der Fakt, dass er schon so viel mehr erlebt hat, für mich ein starkes Problem und schlussendlich beendete ER die "Affäre" mit der Begründung, dass das Alter irgendwann zum Problem wird und er mir kein Kind "schenken" will und ich was Besseres verdient habe. Ich war verwundert, denn bis dahin war das Kinderthema nie mehr Thema gewesen. Ich erklärte ihm, dass für mich nur ein Kind in Frage käme und wenn nicht, dann kann ich auch damit Leben.

Nach ein paar Wochen meldete er sich wieder und wir sprachen über alles und entschieden uns dann gemeinsam für eine feste Beziehung. Ich war seine erste Beziehung nach acht Jahren und die erste die sein Kind kennenlernte. Ein paar Monate später wollte ich dann das Kinderthema nochmals anschneiden. Mit den Gründen, dass er ein super Vater ist und ich mir vorstellen könnte, doch mal ein eigenes Kind mit ihm zu bekommen. Sollte er es aber nicht wollen, dann ist es eben so. Darauf bekam ich eine sehr positive Antwort, er erzählte mir von seinen Ängsten und dass auch er sich bereits darüber Gedanken gemacht hat und er sich auch in diesem Thema, mir gegenüber, öffnen wird. Es müsste seine Vasektomie rückgängig gemacht werden und das erfordert eine gewisse Planung und wir müssen viel und oft darüber sprechen, damit es leichter wird für ihn. Also schloss er es nicht mehr aus. Ich muss dazu sagen, aus jetziger Sicht (und ich weiß ich bin noch sehr jung), weiß ich nicht ob ich allgemein ein Kind möchte, mit ihm hätte ich es mir aber sehr gut vorstellen können.

In den darauffolgenden Monaten lernte ich mit seiner Tochter umzugehen, was ehrlicherweise nicht immer einfach war. Wir stritten auch sehr viel in diesen Monaten. Die letzten drei Monate verliefen super und auch ich verstand mich inzwischen super mit dem Kind und das Kind, welches Anfangs gegen ein Geschwisterchen war, war mittlerweile auch dafür bereit. Konkret sprachen ich und er seitdem aber nicht mehr darüber. Zurzeit lastet wieder viel Druck auf ihn mit dem Kind und der Ex, und trotzdem wollte ich das Kinderthema nochmals anschneiden, denn wie soll er sich öffnen können, wenn wir nie darüber sprechen. Ich erwartete mir kein "ja" und kein "nein", sondern das "vielleicht" vom Vorjahr und ein normales Gespräch darüber. Leider kam alles anders und ich war, nicht einmal 12 Stunden später, wieder Single. Er meinte bloß, er hat sie über Nacht jetzt Gedanken gemacht und sieht sich mit keinem weiteren Kind mehr. Es war für mich ein Schock, damit hatte ich ja schließlich nicht gerechnet. Es endete schließlich auch in einem unschönen Streit.

Seine unzähligen Gründe waren: In zehn Jahren werde ich meine innere Uhr ticken hören und mir wird egal sein, von wem ich ein Kind bekomme, Hauptsache ein Kind (so wie es also seine Ex bei ihm tat). Ich werde ihn also spätestens dann verlassen. Wenn es nicht so ist, werde ich es ihn ewig vorhalten und er möchte, dass ich das Wunder „Kind“ auch erleben darf, weil es das schönste ist, was man erfahren kann. Er meinte auch, dass er sich die nächsten 20 Jahre anders vorstellt und sein Kind aus dem gröbsten raus sei und es „nurmehr“ acht Jahre sind, in denen sein Leben fremdbestimmt ist. Würden wir aber ein Kind bekommen, dann wäre sein Leben vielleicht wieder die nächsten 20 Jahre fremdbestimmt und mitunter (falls wir uns trennen) sieht er das Kind auch wieder weniger. Alles was ich sagte, prallte an ihn ab, er wollte es nicht hören und hielt mir all das vor, was ich vielleicht machen werden oder wie es werden wird und irgendwie war alles im Zusammenhang mit seiner Ex und was er mit ihr erlebt hat und mitmachen muss(/te).

Ich weiß leider nicht weiter, ich bin tot unglücklich mit der jetzt-Situation und kann sie nicht mehr ändern da er abblockt. Ich kann ihn auch nicht versprechen, dass wir ewig zusammen bleiben, das kann schließlich niemand. Ich finde es auch nicht fair, dass alles was ihm passiert ist oder seine Ex mit ihm macht(/e), auch ich machen werde bzw. er es überlagert und er sich auch nicht geöffnet hat.

Für alle die bis hierher gelesene haben: Danke! Vielleicht hat jemand einen Rat oder kennt/hat eine ähnliche Situation. Und natürlich weiß ich, dass ich jung bin und der Richtige noch kommen würde, aber die Liebe fällt hin wo sie eben hinfällt. Zusatz: Ich bin nicht an seinem Geld interessiert, dass sich das vermindert, dafür sorgt schon die Ex.

Bisherige Antworten

Re: vasektomierter Partner

Puh, keine leichte Situation. 

Ich kann deinen Partner durchaus verstehen. Dass er froh ist, dass das Kind aus dem gröbsten raus ist. Und auch, dass er Angst hat, dass sich mit dir die Ereignisse wiederholen. Klar, du kannst nichts dafür und Verdienst eigentlich "ein leeres Blatt", aber er ist nunmal ein gebranntes Kind. 

Ich finde es lieb von ihm, dass er mit dieser Begründung den Schlussstrich zieht. Du bist eben erst 21. Das ist schon ein Unterschied. Und vermutlich hat er gemerkt, dass dich das Thema nicht ganz loslässt, er aber einfach nicht bereit ist für ein weiteres Kind, obwohl er vor einem Jahr noch sagte, er kann es sich vorstellen. Ich glaube, bei ihm ist das Thema komplett durch.

Die Frage ist: wäre es für dich nun auch durch? (Natürlich kannst du nicht in die Zukunft sehen und vielleicht kommt der Kinderwunsch dann irgendwann). Aber was wäre dein Status quo? Würdest du das Thema Kind nur ihm zuliebe an den Nagel hängen oder weil du wirklich sagst, du brauchst keines in deinem Leben? Wenn du die Antwort auf diese Frage hast, kannst du ja nochmal in ein paar Tagen/Wochen versuchen, mit ihm zu sprechen. Gib ihm auch ein bisschen Zeit sich zu sortieren. Ich glaube nicht, dass ihm die Trennung leicht gefallen ist.

Liebe Grüße!

Kassy

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