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Dienstag, 11. Dezember 2018
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Sterilisatoren

Autor: Marcel Strobel
Letzte Aktualisierung: 16. November 2018

Sterilisatoren für Babyflaschen, Schnuller & Co. – das gilt es zu beachten

Sobald ein Säugling nicht mehr nur an der Brust gestillt wird, sondern sein erstes Fläschchen bekommt – unabhängig davon, ob dies mit abgepumpter Mutter- oder mit spezieller Säuglingsmilch gefüllt wird – stellt sich für Eltern die Frage, wie die Flaschen, Schnuller und Schraubverschlüsse am besten gereinigt werden können.

Dabei geht es nicht nur um die reine Schmutzentfernung. Während der Schwangerschaft ist der Nachwuchs durch die Mutter vor den Einflüssen von Keimen und Bakterien geschützt. Nach der Geburt muss sich das Immunsystem erst auf seine neue Umgebung und neue Gewohnheiten einstellen. Es ist noch nicht in der Lage, sämtliche Angriffe von außen abzuwehren. Deshalb geht es vor allem in den ersten Monaten darum, sämtliche Gegenstände, die das Baby in den Mund nimmt, keimfrei zu halten. Dies geschieht am besten durch eine sorgfältige Sterilisation. Sie schützt den Säugling vor Bauchschmerzen und Durchfall, Blähungen und Magen-/Darmerkrankungen, die durch Keime und Bakterien hervorgerufen werden können.

Was aber ist die sicherste Methode? Moderne Sterilisatoren oder das traditionelle Abkochen mit Wasser? Wenn es um diese Frage geht, scheiden sich häufig die Geister. Viele Eltern schwören auf Sterilisatoren, andere wiederum halten die Anschaffung für völlig überflüssig. Die klassische Methode im Kochtopf tut ihre Dienste und sorgt seit Generationen für keimfreies Trinkgeschirr. Allerdings ist sie etwas umständlich und birgt jederzeit die Gefahr, sich am kochenden Wasser zu verbrühen. Außerdem muss man den Herd im Auge behalten und auch die Kochzeit überwachen – in der Zeit kann man sich besser in aller Ruhe mit seinem Kind oder mit anderen Dingen beschäftigen.

Sterilisatoren für Fläschchen, Schnuller und Beißringe sind bequemer, bedeuten aber auch eine gewisse Investition. Zudem bietet der Markt – wie für viele andere Babyartikel auch – eine nahezu unüberschaubare Auswahl an Geräten, die sich auch von ihrer Funktionsweise her unterscheiden. Dieser Ratgeber soll einen Überblick über die verschiedenen Arten von Sterilisatoren bieten, wie sie arbeiten, wo die Unterschiede liegen, welche Preise aufgerufen werden, um als Entscheidungshilfe vor dem Kauf zu dienen.

 

Inhalt dieses Artikels:

  • Warum und was sollte man überhaupt sterilisieren?

  • Unterschiede zwischen Sterilisatoren und Vaporisatoren

  • Elektrischer Betrieb oder Mikrowelle?

  • Funktionsweise von Sterilisatoren und Vaporisatoren

  • Sterilisatoren mit Zusatzfunktionen

  • Wie lange sollte ein Sterilisator zum Einsatz kommen?

  • Reinigung und Entkalkung

Warum und was sollte man überhaupt sterilisieren?

Die Frage haben wir zum Teil oben bereits beantwortet. In den ersten Wochen und Monaten ist eine ausgeprägte Hygiene für den Säugling besonders wichtig. Wenn das Kind erst einmal krabbeln kann und sich alle möglichen Dinge in den Mund steckt, kann man getrost damit aufhören, denn dann ist das Immunsystem so weit gestärkt, dass es mit gewöhnlichen Keimen und Bakterien selbst fertig wird.

In den Sterilisator gehören alle Dinge, die mit dem Mund des Babys in Kontakt kommen, also Fläschchen samt Saugern und Schraubverschlüssen, Schnuller und Beißringe. Falls noch mit abgepumpter Muttermilch gefüttert wird, sind die Milchpumpe und eventuelle Vorratsbehälter ebenfalls regelmäßig zu sterilisieren.

Unterschiede zwischen Sterilisatoren und Vaporisatoren

Keime und Bakterien lassen sich mit beiden Gerätetypen sicher und schnell abtöten. Sterilisatoren dienen allerdings ausschließlich der Desinfektion und Sterilisation, während ein Vaporisator zusätzlich noch zum Dampfgaren von Gemüse, Fisch und Fleisch genutzt werden kann.

Der Sterilisator wird mit Wasser befüllt. Wenn das Wasser heiß genug ist, dass es siedet, füllt sich das Gerät mit Dampf. In dem geschlossenen Behälter steigt die Temperatur durch den Druck auf mehr als 100 Grad an und zerstört Keime und Bakterien auf den Oberflächen der zu sterilisierenden Fläschchen und Schnuller sicher und zuverlässig. Sterilisatoren kommen dabei völlig ohne Chemikalien aus. Belässt man das Trinkgeschirr nach dem Vorgang in dem geschlossenen Behälter, bleibt es auch noch mehrere Stunden keimfrei, so dass man es ganz unbedenklich nutzen kann.

Wichtig: Die einzufüllende Wassermenge, die der Hersteller angibt, sollte genau eingehalten werden, ansonsten verändert sich die Sterilisationszeit, und es können keine optimalen Ergebnisse mehr gewährleistet werden.

Elektrischer Betrieb oder Mikrowelle?

Sterilisatoren unterteilen sich in zwei große Gruppen, die entweder in die Mikrowelle gestellt werden oder über eine eigene Elektrik verfügen. Für welches Modell man sich entscheidet, hängt erstens natürlich davon ab, ob im Haushalt eine Mikrowelle steht. Ist eine vorhanden, sind Mikrowellen-Sterilisatoren die preisgünstigere Variante, da sie auf die gesamte Elektrik verzichten können. Beim Kauf ist allerdings darauf zu achten, dass der Sterilisator auch in die Mikrowelle hineinpasst.

Elektrische Sterilisatoren sind wegen der zusätzlichen Technik in der Regel drei- bis viermal so teuer und etwas sperrig. Sie benötigen mehr Platz in der Küche, sind ansonsten aber genauso einfach zu handhaben wie Geräte für die Mikrowelle. Fällt die Entscheidung auf einen solchen Sterilisator, sollte er über eine Abschaltautomatik verfügen. Denn wenn man einen Säugling um sich hat und als Mutter oder Vater allein mit dem Nachwuchs zu Hause ist, wird man schnell einmal abgelenkt. Dann ist es gut, wenn das Gerät von alleine ausgeht.

Funktionsweise von Sterilisatoren und Vaporisatoren

Dampf- und Mikrowellen-Sterilisatoren haben einen Behälter, der mit Wasser aufgefüllt wird. Durch die Hitze wandelt sich das Wasser um in Dampf, der alle Oberflächen erreicht und dort vorhandene Keime und Bakterien sicher abtötet. Bei geschlossenem Deckel bleibt der Inhalt bis zu 24 Stunden steril. Die meisten Geräte verbrauchen nicht viel Strom und schalten sich nach dem Ende des Sterilisationsvorgangs automatisch ab, so dass man darauf nicht achten muss.

Diese Funktionsweise ist bei allen Geräten gleich, unabhängig von der Größe. Was Letztere betrifft, sollte man auch bereits vor dem Kauf Überlegungen anstellen. Eltern von Zwillingen werden sich mit einem Gerät, das nur drei Flaschen aufnehmen kann, wohl erst gar nicht beschäftigen. In dem Fall sind mindestens sechs Flaschen angesagt, was übrigens auch auf die meisten Sterilisatoren zutrifft. Es gibt aber auch Apparate, die sogar neun Flaschen bewältigen.

Sterilisatoren mit Zusatzfunktionen

Manche Geräte erledigen nicht nur die Sterilisation zuverlässig, sondern verfügen noch über weitere nützliche Funktionen. Diese Allrounder sind in der Lage, mittels Dampfgarung andere Babykost als Milch zu erwärmen oder Fleisch, Fisch und Gemüse schonend zuzubereiten. Sie haben den Vorteil, dass sie auch über das Still- und Flaschenalter hinaus verwendet werden können, also deutlich länger in Gebrauch bleiben. Das schont den Geldbeutel und ist auch im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens überlegenswert.

Wie lange sollte ein Sterilisator zum Einsatz kommen?

Die Antwort hängt davon ab, wie empfindlich das Baby ist und wie es allgemein auf die Nahrungsaufnahme reagiert. In den ersten sechs bis zwölf Monaten wird empfohlen, Fläschchen, Sauger, Milchpumpe etc. regelmäßig und häufig zu sterilisieren. Sauger und Schnuller sollten zudem des öfteren komplett ausgetauscht werden.

Reinigung und Entkalkung

Wo Wasser ist, da ist auch Kalk. Deshalb müssen Sterilisatoren hin und wieder entkalkt werden, um die Lebensdauer nicht unnötig zu verkürzen. Die Abstände sind nicht pauschal zu definieren, da die Kalkhaltigkeit des Trinkwassers in Deutschland von Region zu Region sehr unterschiedlich ausfallen kann. Wenn man die Werte nicht bereits kennt, hilft eine Nachfrage beim örtlichen Wasserwerk. Je höher der Kalkgehalt, desto öfter ist eine Entkalkung anzuraten.

Wichtig: Zur Sicherheit sollten elektrische Geräte während des Entkalkungsvorgangs immer vom Stromnetz getrennt werden!

Für die normale Reinigung von Verschmutzungen geben die Hersteller ausführliche Hinweise in ihren Bedienungsanleitungen. Diese sollten unbedingt beachtet werden, einerseits, um das Gerät in einem einwandfreien hygienischen Zustand zu halten, andererseits um seine Funktionsweise nicht zu beeinträchtigen. Chemische Reinigungs- und Putzmittel sind in der Regel nicht erforderlich und haben im Umgang mit Babyprodukten auch nichts verloren.

Tipp: Wenn du viel unterwegs bist, häufiger mal die Großeltern, Onkel, Tanten oder Freunde besuchst, ist ein kleiner Sterilisator, der auch als Dampfgarer benutzt werden kann, eine gute Wahl, unter Umständen als Ergänzung zu einem größeren Gerät für zu Hause. Damit kannst du auch an anderen Orten Fläschchen sterilisieren oder schnell mal eine Mahlzeit zubereiten.

Autor: Marcel Strobel
Letzte Aktualisierung: 16. November 2018

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