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Babyschale Kaufberatung

Autor: Marcel Strobel
Letzte Aktualisierung: 14. Mai 2019

Sicherheit geht vor – und zurück: Alles zum richtigen Transport in der Babyschale

Heutzutage sind wir alle mobil. Sobald der Nachwuchs da ist, stellt sich deshalb auch schon die Frage, wie er mittransportiert werden kann, ohne dabei trotzdem zu vielen Gefahren ausgesetzt zu werden. Wer nur zu Fuß unterwegs ist, wird vielleicht mit dem Kinderwagen oder Tragetuch auskommen, aber für den Großteil aller Eltern ist ein Auto das Transportmittel Nummer Eins – und eine Babyschale damit unerlässlich. Denn die Babyschale ist schon für die Kleinsten der Kleinen geeignet, garantiert einen sicheren Transport im Auto und ist deshalb inzwischen sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Unsere Empfehlung:

Natürlich ist Babyschale aber noch nicht gleich Babyschale und so tauchen immer wieder Fragen bei werdenden Eltern auf – in diesem kleinen Guide werden hoffentlich alle beantwortet.

● Wie lange kann die Babyschale genutzt werden?

Wie lange die Babyschale genutzt werden kann, hängt letztlich von der Körpergröße und dem Gewicht des Kindes ab: Wenn es buchstäblich aus der Babyschale herausgewachsen ist, der Kopf also aus der Schale herausragt, dann ist es Zeit, auf einen Kindersitz umzusteigen. Generell geht man davon aus, dass eine Babyschale bis zum Alter von 15 Monaten genutzt werden kann.

● Warum wird sie rückwärts im Auto befestigt?

Die Babyschale sollte immer rückwärts angebracht werden: Damit wird im Falle eines Aufpralls die empfindliche Halswirbelsäule des Kindes entlastet und das Risiko für Schleudertraumata erheblich gesenkt. Der rückwärtsgewandte Transport ist nachweislich 5x sicherer für die Nackenmuskulatur der Kleinen, sodass Experten ihn auch nach dem Herauswachsen aus der Babyschale bis zu einem Alter von 3-4 Jahren weiterhin empfehlen – dann allerdings in Kindersitzen, die man deshalb auch „Reboarder“ nennt.

● Wo wird sie am besten im Auto platziert?

Instinktiv gehen viele Eltern davon aus, dass ihr Kind am besten im Beifahrersitz neben ihnen aufgehoben ist – so haben sie den Nachwuchs immer im Blick und können es außerdem beruhigen, wenn es zu Schreianfällen kommt, was – so viel sei gesagt – in der ungewohnten Situation im Auto durchaus öfters vorkommen kann. Doch das Gegenteil ist der Fall: Am sichersten ist der Platz auf der Rückbank – dort ist das Kind am besten geschützt vor einem Aufprall; auf dem Beifahrersitz ist es einem Crash dagegen ausgeliefert. Hinzu kommt, dass beim Transport auf dem Beifahrersitz der Airbag unbedingt ausgeschaltet werden muss, denn der kann das Baby bei einem Unfall erheblich verletzen. Das ist je nach Autohersteller nicht immer ganz unkompliziert, und vor allem muss immer daran gedacht werden, ihn wieder zu aktivieren, wenn mal wieder ein Erwachsener mitfährt.

Auf einen Blick: Die drei häufigsten Fragen fix beantwortet

✓ Wie lange nutzbar? bis ca. 15 Monate

✓ Welche Transportrichtung? rückwärts zur Entlastung im Falle eines Aufpralls

✓ Welche Position im Auto? auf dem Rücksitz

Worauf gilt es beim Kauf zu achten?

Nachdem die dringlichsten Fragen beantwortet wurden und wahrscheinlich jedem klar ist, wieso eine Babyschale so wichtig ist, kann tiefer in das Thema eingestiegen werden: Denn die verschiedenen Modelle unterscheiden sich vor allem durch ihre Befestigungssysteme, diverses Zubehör – und auf die Einhaltung neuer Prüfnormen sollte auch unbedingt geachtet werden.

● Befestigungssysteme:

Bei den Befestigungssystemen wird vor allem zwischen der klassischen Befestigung mithilfe des Sicherheitsgurtes und der neuen Isofix-Technologie unterschieden.

  • Installation mit dem Gurt: Vor allem ältere Modelle haben noch kein Isofix und werden einfach über den Sicherheitsgurt mit dem Auto verbunden. Dadurch kann es schneller zu Fehlern kommen und die Babyschale verrutschen, allerdings ist diese Art der Befestigung auch sehr praktisch, da sie in jedem Auto gleichermaßen verwendet werden kann.
  • Isofix-System: Das neue Isofix-System, mit dem inzwischen immer mehr Babyschalen oder auch Kindersitze ausgestattet sind, sorgt für größtmögliche Sicherheit: Denn dabei wird der Kindersitz durch Einklicken direkt mit der Karosserie fix verbunden – da rutscht und ruckelt garantiert nichts mehr! Anders als bei Kindersitzen werden Babyschalen jedoch nicht direkt in die Halterung geklickt, sondern benötigen eine spezielle Zwischenstation, die am besten gleich mitgekauft wird. Der Nachteil vom Isofix-System ist, dass nicht jedes Auto dafür ausgerüstet ist – und man das Baby also notfalls nicht in anderen Autos oder Taxen mitfahren lassen kann. Deshalb sollte man am besten eine Babyschale mit Isofix-System auswählen, die auch die Möglichkeit zur einfachen Befestigung mit dem Gurt bietet.
  • Mit Adapter: Mit einem speziellen Adapter kann die Babyschale nicht nur im Auto benutzt, sondern auch mit dem Kinderwagen oder Buggy verbunden werden. Es braucht in dem Fall also nur noch ein Gestell und zusätzliche Last und Kosten für einen Kinderwagen fallen weg.

 

Auf Gesetzes Wegen

Hinter der EU-Norm ECE R129 verbirgt sich, was unter Kennern auf dem Spielplatz wahrscheinlich eher als „i-Size“ bekannt ist: Diese recht neue Richtlinie bezieht explizit auf Kindersitze für die Kleinsten und schreibt nämlich vor, dass Babyschalen nicht mehr nur nach Alter und Gewicht, sondern vor allem auch nach Größe – also nach „eye size“, nach Augenmaß – klassifiziert werden. Außerdem bestimmt „i-Size“, dass Kinder in Sitzen mit Isofix-Systemen, sei es eine Babyschale oder schon ein Kindersitz, bis zum Alter von 15 Monaten rückwärtsgewandt im Auto fahren müssen. Denn mit ECE R129 soll künftig die Befestigung mit Isofix dank seiner fehlerfreien Einbaumöglichkeiten und der höheren Sicherheit zur Regel werden.

Bis dahin sind aber auch weiterhin Babyschalen und Kindersitze gemäß der bisherigen Normen ECE R44/04 bzw. ECE R44/03 erlaubt. Beim Kauf sollte man aber auf jeden Fall darauf achten, dass die Babyschale eine der Prüfnormen erfüllt.

Nützliche Extras:

  • Sonnenschutz: Ein Sonnenverdeck schützt Babys gerade bei langen Autofahrten im Sommer oder auch beim Herumtragen an sonnigen Tagen – und im Notfall auch gegen Wind oder Regen.
     
  • Rückfensterspiegel: Wer sein Kind trotz der relativen Ferne auf der Rückbank immer im Blick haben möchte, kann auf einen Rückfensterspiegel zurückgreifen, der entweder zusätzlich zur Babyschale erhältlich ist oder direkt mitgeliefert wird.
     
  • Abnehmbarer Bezug: Natürlich kann es in der Babyschale, die ja täglich mit einem Kleinkind in Kontakt kommt, schon mal zu Flecken oder Gebrauchsspuren kommen. Besonders praktisch sind deshalb Babyschalen mit abnehmbaren und waschbaren Bezügen, die bei 30° in der Waschmaschine gereinigt werden können.