Ein Angebot von Lifeline
Mittwoch, 12. Dezember 2018
Menu

Laufrad: Optimale Vorbereitung auf das Fahrradfahren

Autor: Viola Booth
Letzte Aktualisierung: 14. Juni 2018

Abgesehen von Kette und Pedalen sieht ein Laufrad für Kinder eigentlich aus wie ein "echtes" Fahrrad – es hat Lenker, Sattel, Vorder- und Hinterrad. Kein Wunder also, dass es auf den Nachwuchs eine große Faszination ausübt. Wenn Kinder von selbst Interesse am Laufrad zeigen, ist der beste Zeitpunkt gekommen, um die ersten Versuche zu wagen.

Auf dem Laufrad stoßen sie sich mit ihren Füßen vom Boden ab und bringen die Räder durch den gewonnenen Schwung ins Rollen. Wie bei einem normalen Fahrrad lernen die Kinder nun bereits, Richtungen anzupeilen und Hindernisse durch das Lenken zu umfahren. So schulen sie ihre Wahrnehmung, ihre Reaktion, außerdem die Koordination und das Gleichgewicht. Wer ab dem Kindergartenalter mit dem Laufrad trainiert, dem fällt später auch das Lernen des Radfahrens leichter.

Schnell wird das Laufrad nicht nur zum Lieblingsspielzeug in der Freizeit, sondern auch das liebste Fortbewegungsmittel. Schließlich können die Kleinen jetzt problemlos mit dem Schritt der Großen mithalten und sie sogar überholen. Kinder sollten sich allerdings nicht ausschließlich mit dem Laufrad fortbewegen: Das regelmäßige Zufußgehen ist ein unverzichtbarer Bestandteil der motorischen Entwicklung.

Wenn die Bewegungen auf dem Laufrad einwandfrei, geübt und sehr sicher funktionieren, geht es das erste Mal auf das Pedalrad. Stützräder, wie Sie viele Eltern noch aus ihrer eigenen Kindheit kennen, werden heute nicht mehr für Lernzwecke eingesetzt. Hintergrund: Sie verzögern den Lernprozess nur, da sie eine trügerische Sicherheit bieten, statt den Gleichgewichtssinn zu fördern.

Ab wann können Kinder mit dem Laufrad üben?

Laufräder gibt es für Kinder ab zwei Jahren, meist gelingt der Umgang aber erst ab zweieinhalb Jahren. Beachten Sie als Eltern, dass sich jedes Kind nach seinem eigenen Tempo entwickelt. Einigen Kindern gelingt die Handhabung schon früher, anderen erst später. "Davor können Dreiräder oder Laufräder mit drei oder vier Rädern den Aktionsradius enorm erweitern", stellen die Experten vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) fest. Alternativ zum Laufrad bietet sich außerdem ein Roller an, um den Gleichgewichtssinn zu schulen.

Laufrad kaufen: Qualitätskriterien für ein gutes Laufrad

Bevor Sie sich für ein Laufrad entscheiden, sollten Sie es testen und darauf achten, dass das Rad über folgende Eigenschaften verfügt:

  • luftbereifte Räder
  • gepolsterte Lenkerenden
  • begrenzter Lenkereinschlag (um ein Umkippen zu verhindern)
  • ergonomisch geformter Sattel
  • höhenverstellbarer Sattel und Lenker
  • tiefer Einstieg
  • Ständer
  • Reflektoren (bereits angebracht oder nachrüstbar)
  • GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit)

Laufräder im Test

Im Mai 2018 veröffentliche ÖKO-TEST die Ergebnisse eines Laufrad-Tests. Die Räder wurden von den Testern in Bezug auf Sicherheit beim Fahren und Schadstoffbelastung unter die Lupe genommen. Schon ältere Tests, unter anderem von Stiftung Warentest, hatten ergeben, dass Griffe, Sitzpolster und Räder mit verdächtigen Giftstoffen belastet waren. Auch ÖKO-TEST kam nun wieder zu dem Ergebnis, dass in puncto Inhaltsstoffe einige Produkte nur das Urteil "ungenügend" oder "mangelhaft" verdienen. In der Praxisprüfung schnitten vier Räder hingegen mit "sehr gut" ab, alle Modelle bestanden sämtliche Stabilitäts- und Dauerbelastungstests.

Testsieger mit der Note "gut" ist das Kokua Like A Bike Jumper für 199 Euro. Das Puky Laufrad LR M Plus für rund 80 Euro befindet sich mit der Note "befriedigend" im Mittelfeld. Als Makel wurde hier der vorinstallierte, zu tief sitzende Seitenständer bemängelt - ohne ihn wäre das Laufrad insgesamt aber mit "sehr gut" bewertet worden. Das Schlusslicht bildet das Pinolino Laufrad Lino für rund 65 Euro. Es wurde von den Testern als nicht verkehrsfähig eingestuft, weil im Labor zu hohe Werte eines schädlichen Weichmachers (TCEP) im Sitz nachgewiesen werden konnte. Den Praxistest hatte dieses Rad ebenfalls bestens bestanden.

Bremsen am Laufrad – Ja oder nein?

Ob das Laufrad mit Bremsen ausgestattet sein sollte oder nicht, entscheiden Eltern individuell. Laut Deutscher Verkehrswacht e. V. können Bremsen durchaus sinnvoll sein, um den Umgang mit ihnen zu erlernen und keine zu hohen Geschwindigkeiten aufkommen zu lassen. Andererseits könnten die Bremsen das Kind auch überfordern, weil seine Fähigkeiten noch nicht so weit entwickelt sind, um sie überhaupt schon korrekt zu benutzen.

Gehen Sie als Eltern deshalb nicht davon aus, dass Ihr Kind alleine durch das Vorhandensein von Bremsen sicherer unterwegs ist. Üben Sie das Bremsen außerdem mit Ihrem Kind, bevor es losgeht und stellen Sie die Bremsen nicht zu fest ein.

Sicherheitsregeln für das Laufrad

Die Deutsche Verkehrswacht e. V. (DVW) empfiehlt, dass Kinder Laufräder nur unter Aufsicht verwenden sollten. Ein Helm ist dabei Pflicht! Besonders wichtig: Laufräder gehören nicht auf die Straße. Sie sind laut Straßenverkehrszulassungsordnung besondere Fortbewegungsmittel, für die die Vorschriften des Fußgängerverkehrs gelten. Beachten Sie auch, dass unerwartete Hindernisse, Fußgänger oder Geräusche Ihr Kind überfordern könnten, selbst wenn es sonst sicher mit dem Rad umgehen kann.

Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Regeln zu seiner Sicherheit fest, zum Beispiel:

  • Das Laufrad darf nur verwendet werden, wenn ein Helm getragen wird.

  • Die ersten Übungen erfolgen auf ruhigen Plätzen oder in geschützten Räumen, damit sich das Kind mit dem Laufrad vertraut machen kann.

  • Ist der Bordstein zu Ende, muss das Kind anhalten und auf die Eltern warten.

  • An jeder Kreuzung muss das Kind stoppen. Dann wird mit den Eltern gemeinsam die Verkehrssituation überprüft und erst anschließend die Straße überquert.

  • Wird das Kind zu schnell, muss die Geschwindigkeit reduziert werden.

  • Dem Kind werden die wichtigsten Verkehrsregeln erklärt – zum Beispiel das Stehenbleiben an roten Ampeln oder das Vorgehen beim Überqueren von Straßen

Autor: Viola Booth
Letzte Aktualisierung: 14. Juni 2018
Quellen

Zum Seitenanfang