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Laufrad: Optimale Vorbereitung auf das Fahrradfahren

Autor: Marcel Strobel
Letzte Aktualisierung: 14. Juni 2018

Freie Fahrt voraus: Das richtige Laufrad fürs Kind

Für Kinder ist jeder Tag ein neues Abenteuer: Gerade Babys und Kleinkinder wachsen sehr schnell, sie machen täglich Fortschritte und verblüffen ihre stolzen Eltern oft immer wieder aufs Neue. Dabei kann man sie in der Entwicklung ihrer Fähigkeit auch aktiv unterstützen und ihnen den Weg frei machen, ohne sie dabei ihrer Neugier und ihrem Entdeckungsdrang zu berauben; auf das Fahrradfahren kann der Nachwuchs zum Beispiel spielerisch vorbereitet werden. In diesem Guide dreht sich deshalb alles um das Laufrad.

Ausgestattet mit zwei Rädern, aber ohne Pedale oder Kette, ist das Laufrad eine Art abgespeckte Version des Fahrrads und eine Art Übung vor dem Real Deal: Damit trainieren die Kinder nicht nur ihre Körperbeherrschung, Balance und Motorik und schulen ihre Reaktionsfähigkeiten für den späteren Straßenverkehr. Ein Laufrad ist noch dazu ein Spielzeug, das viel Freude macht und oft ein ganz besonderes Geschenk ist. Denn Laufräder sind oft hochwertige und liebevoll gefertigte Stücke, deren vielfältiges Design den Eltern meist genauso viel Spaß macht wie ihren Kleinen.

Ab wann macht ein Laufrad Sinn?

Dass ein Laufrad eine schöne Lernhilfe und eine lohnende Investition sein kann, ist also klar. Doch ab welchem Alter können Kinder wirklich davon profitieren? Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Die meisten Hersteller empfehlen ihre Produkte ab 2 Jahren oder geben eine recht große Spanne zwischen 2 und 5 Jahren an, einige raten dazu, erst ab 2.5 Jahren zum Laufrad zu greifen, andere wiederum bieten spezielle und extraleichte Laufräder für Kleinkinder ab 1 Jahr an – letztlich müssen Eltern diese Entscheidung also immer individuell treffen und abwägen, wann der richtige Zeitpunkt für ihren Nachwuchs gekommen ist. Orientieren kann man sich dabei aber an zwei wichtigen Fragen:

1. Kann mein Kind schon sicher laufen?

Da das Laufrad durch Laufbewegungen angeschubst wird und zusätzliche Gleichgewichtsherausforderungen mit sich bringt, macht eine Anschaffung nur Sinn, wenn die Kleinen schon sicher auf zwei Beinen sind und gewisse Bewegungsabläufe verinnerlicht haben – ansonsten sind sie mit dem Laufrad noch überfordert. Schließlich stärkt es die Koordination der Kinder und bereitet auf das Fahrradfahren vor und ist keine Lauflernhilfe!

2. Hat mein Kind eine geeignete Körpergröße?

Ein Laufrad macht nur Spaß, wenn das Kind mühelos laufen und sich abstoßen kann und die Beine nicht etwa hilflos über dem Boden herumzappeln: Es sollte also im Stand mit beiden Beinen auf den Boden kommen. Am üblichsten ist es, die Schrittlänge zu messen: Sie sollte stets mindestens 2cm größer sein als die Sattelhöhe des Laufrades. Hat das Kind eine Schrittlänge von 20cm erreicht, dann steht dem Laufrad nichts mehr im Weg. 

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Ist das Kind bereit für ein Laufrad, gibt es beim Kauf einiges zu beachten, damit das Stück – abgesehen von Design und, besonders wichtig natürlich für die Kleinen, Farbe – auch wirklich das Maximum an Freude und Lernerfolg bringt.

● Sicherheit

Für besorgte Eltern ist Sicherheit natürlich das A und O. Neben der Qualität und der Verarbeitung der einzelnen Modelle gibt es aber auch ein paar Dinge, auf die jeder achten kann und sollte:

✓ Ein möglichst tiefer Einstieg erleichtert das Auf- und Absteigen

✓ Der Sattel sollte absolut stabil sein und guten Halt geben

✓ Der Lenker sollte einfach zu greifen sein und nicht aus der Hand rutschen

✓ Mit einer Klingel können die Kinder auf sich aufmerksam machen

✓ Eltern sind für weitere Schutzbekleidung zuständig: Ein Helm ist Muss, Ellbogen- oder Knieschoner können zusätzlich polstern

● Material

Laufräder gibt es inzwischen aus verschiedenen Materialien, die alle ihre Vor- und Nachteile haben:

✓ Holz: Laufräder aus Holz sind sehr hochwertig und durch den nachwachsenden Rohstoff außerdem umweltschonend. Man sollte jedoch darauf achten, dass das Material gut verarbeitet wurde und sich das Kind keine Splitter ziehen kann. Sehr schön und langlebig ist Birkenholz.

✓ Metall: Modelle aus Metall sind robust und wetterbeständig. Sie werden in verschiedenen bunten Farben lackiert und bei den Kleinen deshalb sehr beliebt. Sie sind zwar nicht so edel oder ökologisch wie Holzlaufräder, verfügen aber meist über mehr Extrakniffe wie höhenverstellbare Sattel oder Lenker.

✓ Kunststoff: Inzwischen gibt es auch viele Laufräder aus Kunststoff, denn sie sind sehr leicht und widerstandsfähig, außerdem kann der Kunststoffrahmen durch einfaches Abwaschen problemlos gereinigt werden. Modelle aus Plastik sind natürlich außerdem recht preiswert. 

● Verstellbarkeit

Höhenverstellbare Sattel und Lenker sind eigentlich unerlässlich, damit aus dem Kauf wirklich eine lohnende Investition wird: So wächst das Laufrad mit.

● Reifen

Bei der Bereifung kann man meist zwischen Luft- oder Gummireifen wählen: Luftreifen fahren sich sehr leicht und federn kleine Unebenheiten ab, sind dafür aber auch etwas pannenanfälliger. Reifen aus Gummi bestechen durch ihr geringes Gewicht und eignen sich damit besonders für ungeübtere Kinder. Dafür rollen sie nur auf ganz glattem Untergrund wirklich gut, für Feld und Wiese oder Wirbelwinde und Flitzer sind sie nicht ganz so praktisch. 

● Bremse

Eine Bremse ist eigentlich unnötig: Die meisten Kinder sind noch nicht kräftig genug, um sie zu benutzen. In einem hügeligen Gelände, in dem der kleine Passagier leicht wegrollt, ohne selbst anzuschubsen, kann sie aber hilfreich sein.

● Zubehör

Vor allem bei jüngeren Kindern gilt bei Laufrädern eigentlich: Weniger ist mehr. Zu viel Schnickschnack am Rad lenkt die Kleinen nur ab – denn gerade am Anfang erfordert das Laufen und Halten des Gleichgewichts noch ihre ganze Aufmerksamkeit. Eine sinnvolle Ergänzung ist jedoch ein Ständer, das schult nicht nur den Umgang mit dem späteren Fahrrad, sondern schont auch das neue Laufrad – denn die Ausschau nach Anlehnmöglichkeiten stehen bei ausgepowerten Kleinen nach einer Spritztour nicht unbedingt auf der Tagesordnung und so werden viele Räder achtlos auf den Boden geworfen.

Nachgehakt: Die Diskussion um den Lenkeinschlag

Immer noch heiß diskutiert unter Eltern wird die Frage um den Lenkeinschlag: Ein Rad mit Lenkeinschlagsbegrenzung ist anfangs oft sicherer, da der Lenker nicht plötzlich zur Seite gerissen und das Rad somit zum Stürzen bringen kann. Mit wachsendem Alter und Erfahrung sollte der Lenkeinschlag allerdings größer werden, damit sich die Kinder an das flexible Lenken gewöhnen.

 

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