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Pearl-Index

Autor: Christian Fiala
Letzte Aktualisierung: 19. September 2017

Der Pearl-Index dokumentiert verschiedene Verhütungsmethoden im Sinne ihrer Zuverlässigkeit. Diese Methode ist nach dem Amerikaner Raymond Pearl benannt, der sie als Biologe Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts entwickelt hat.

Pearl-Index
Der Pearl-Index gibt Aufschluss über die Zuverlässigkeit verschiedener Verhütungsmethoden
Getty Images/iStockphoto

Pearl-Index – Quotient als Zuverlässigkeit für Verhütungsmethoden

Der Pearl-Index gibt Aufschluss darüber, wie sicher bestimmte Verhütungsmethoden sind. Gemessen wird hierbei, wie viele von 100 sexuell aktiven Frauen trotz eines bestimmten Verhütungsmittels innerhalb eines Jahres schwanger werden. Wenn beispielsweise 100 Frauen mit der Mikropille verhüten, werden statistisch gesehen 0,2 bis 0,5 Prozent von ihnen schwanger. Der Pearl-Index der Mikropille liegt also zwischen 0,2 und 0,5. Umso niedriger der Wert im Pearl-Index, desto sicherer ist die Verhütungsmethode. Der Pearl-Index für ungeschützten Sex läge übrigens zwischen 30 und 85.

Definition des Pearl-Index

Als Beurteilungsmaß für die Zuverlässigkeit von Verhütungsmitteln wird die Anzahl der ungewollten Schwangerschaften auf 1.200 Anwendungsmonate eines Verhütungsmittels gezählt. Dies entspricht einer Anwendungsmethode von 100 Frauen auf ein Jahr hin gesehen.

Pearl-Index verschiedener Verhütungsmethoden

Unterschieden werden fünf Gruppen von Verhütungsmethoden. Bei allen Methoden bleibt ein Restrisiko für ungewollte Schwangerschaften. Keine Methode, nicht einmal die Sterilisation von Frau oder Mann bieten 100prozentigen Schutz.

Natürliche Verhütungsmethoden:

 

Koitus interruptus

10 - 38

Kalendermethode

9 - 30

Temperaturmethode

1 - 3

Symptothermale Methode

0,4 - 2,3

Billings-Ovulationsmethode

3 - 5

Mechanische Verhütungsmethoden:

 

Kondom

2 - 12

Scheidendiaphragma mit Spermizid

1 - 20

Portiokappe mit Spermizid

1 - 20

Intrauterinpessar (Kupferspirale)

0,3 - 1

Kupferperlenball 

0,2 - 0,5

Chemische Verhütungsmethode:

 

Spermizide

5 - 29

Hormonelle Verhütungsmethoden:

 

Einphasenpille (Mikropille)

Zweistufen-Dreistufenpille

0,2 – 0,5

Minipille

1,2 - 3

Verhütungspflaster (Hormonpflaster)

0,7 – 0,88

Vaginalring (Nuvaring)

ca. 0,65

Dreimonatsspritze (Gestagendepotinjektion)

ca. 0,5

Hormonstäbchen (Gestagenimplantat)

ca. 0,3

Hormonspirale

ca. 0,1

Sterilisation:

 

Sterilisation

0,004 – 0,006

 

 

Voraussetzung für die Genauigkeit der einzelnen Verhütungsmethoden ist natürlich, dass diese so angewendet werden, wie der Hersteller es empfiehlt. Einige natürliche Verhütungsmethoden lassen sich untereinander oder mit anderen Verhütungsmethoden kombinieren. Dies kann eine Erhöhung der Sicherheit vor ungewollten Schwangerschaften bewirken. Frauenärzte sind hierfür kompetente Ansprechpartner. Die Genauigkeit des Pearl-Index steigt mit der Dauer der angewandten Verhütungsmethode.

Autor: Christian Fiala
Letzte Aktualisierung: 19. September 2017
Quellen
Beiträge im Forum "Kinderwunsch und Partnerschaft"
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