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Kupferspirale zur Verhütung

Autor: Miriam Funk, Medizinredakteurin
Letzte Aktualisierung: 04. Juli 2017

Die Spirale aus Kupfer ohne Hormone, früher auch Pessar oder Intrauterin-Pessar (IUP) genannt, ist zur Verhütung und wird in die Gebärmutter eingesetzt. Richtig angepasst, ist sie sehr sicher.

Intrauterinpessar/Spirale
Die Spirale gehört zu den mechanischen Verhütungsmethoden
© iStock.com/flocu

Die Kuferspirale gehört somit zu den mechanischen Empfängnisverhütungsmethoden. Die bekannteste Form des Pessars ist die Kupfer-T Spirale, die man aufgrund der unterschiedlichen Wirkungsweise von der Hormonspirale unterscheidet. Die Kupferspirale kostet je nach Modell zwischen 130 und 300 Euro, inklusive Beratung und Einsetzen durch den Frauenarzt.

Die Kupferspirale wird vom Gynäkologen angepasst und eingelegt. Der Gynäkologe macht dies während der Periode, da dann bereits der Muttermund leicht geöffnet ist und sich die Kupferspirale besser einlegen lässt. Die gängige Kupferspirale kann fünf Jahre liegen bleiben. Allerdings gibt es auch Spiralen auf dem Markt, die nur drei und bis zehn Jahre laut Hersteller liegen bleiben können.

Wirkung der Kupferspirale ohne Hormone

Die Wirkung der Kupferspirale basiert darauf, dass sie dauernd Kupferionen abgibt. Diese sollen die Beweglichkeit der Spermien auf ihrem Weg zur Eizelle einschränken. Außerdem verhindert das Kupfer, dass die Gebärmutterschleimhaut sich vernünftig aufbauen kann. Sollte es dann doch zur Befruchtung kommen, wird die Einnistung verhindert. Die Kupferspirale kann sogar noch bis zu drei Tage nach einem Verhütungsunfall eingelegt werden, um eine Einnistung zu verhindern.

Vorteile der Kupferspirale

Die Vorteile dieser Spirale sind klar: keine Hormone und eine relativ sichere (Pearl-Index 0,3-1) Verhütung für einen langen Zeitraum. Viele Frauen finden angenehm, dass der natürliche Zyklus erhalten bleibt.

Nebenwirkungen & Nachteile der Spirale

Im ersten Monat nach dem Einlegen der Kupferspirale besteht ein höheres Infektionsrisiko. Damit die Sicherheit der Verhütung gegeben ist, sollte der Sitz der Kupferspirale etwa alle sechs Monate durch den Frauenarzt kontrolliert werden. Die Kosten für die erste Kontrolle nach dem Einsetzen der Kupferspirale tragen die Krankenkassen. Die weiteren Kontroll-Untersuchungen müssen selbst bezahlt werden.

Mit der Kupferspirale kann es zu stärkeren Periodenblutungen als gewohnt kommen. Außerdem verhindert die Kupferspirale keine Eileiterschwangerschaften.

Bei bis zu zehn Prozent der Frauen, die eine Spirale tragen, kommt es zu einer spontanen Abstoßung. Meist wird dies nicht bemerkt, weshalb es wichtig ist, dass jede Frau in der Lage ist, anhand des aus der Zervix hängenden Fadens zu testen, ob die Spirale noch da ist. Je größer die Spirale ist, desto eher besteht die Gefahr der Ausstoßung, desto größer ist aber auch der empfängnisverhütende Effekt.

Für wen ist die Kupferspirale nicht geeignet?

Da eine mögliche Infektion durch die Kupferspirale im schlimmsten Fall zur Unfruchtbarkeit führen könnte, wird die Kupferspirale Frauen, deren Kinderwunsch noch nicht abgeschlossen ist, nicht empfohlen. Außerdem darf sie nicht angewendet werden bei:

  • vorausgegangener Eileiterschwangerschaft
  • sexuell übertragbaren Krankheiten in den letzten zwölf Monaten
  • Erkrankungen oder Anomalien der Gebärmutter
  • Kupferallergie

Schwangerschaft trotz IUP?

Auch wenn eine Frau ein Intrauterin-Pessar trägt, kann es in seltenen Fällen zu einer Schwangerschaft kommen. Kommt es bei liegender Kupferspirale zu einer Schwangerschaft, sollten Sie folgendes beachten:

  • Das sofortige Entfernen der Spirale reduziert das Risiko einer spontanen Fehlgeburt von 50 Prozent auf 25 Prozent.

  • Extrauterinschwangerschaften sind häufiger als bei Frauen, die kein Pessar tragen.

  • Wenn das Pessar nicht entfernt wird, kann es zu schweren, lebensbedrohlichen Infektionen besonders im zweiten Trimenon kommen.

Sollten Sie also feststellen, dass Sie trotz Kupferspirale schwanger sind, suchen Sie bitte schnellstmöglich einen Gynäkologen auf.

Autor: Miriam Funk, Medizinredakteurin
Letzte Aktualisierung: 04. Juli 2017
Quellen
Beiträge im Forum "Kinderwunsch und Partnerschaft"
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