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Hormonelle Verhütung

Hormonstäbchen (Hormonimplantat)

Autor: Christian Fiala, Medizinautor
Letzte Aktualisierung: 05. April 2017

Das Hormonstäbchen ist ein Depotpräparat, das unter die Haut implantiert wird und über einen längeren Zeitraum das Hormon Gestagen abgibt. Diese Methode der hormonellen Verhütung wird daher auch Hormonimplantat genannt.

Hormonstäbchen (Hormonimplantat)
Auch für stillende Mütter ist das Hormonstäbchen als Verhütungsmethode geeignet
© iStock.com/Rohappy

Eine Variante der hormonellen Verhütung bietet das Hormonstäbchen, auch Hormonimplantat genannt. Das Hormonstäbchen ist ein Depotpräparat. Es gibt über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren das Hormon Gestagen in den Organismus ab, nachdem es vom Arzt in einem kleinen Eingriff unter die Haut der Innenseite des Oberarms implantiert wurde. Es ist vier Zentimeter lang und zwei Millimeter breit. Der Eingriff kostet inklusive Implantat einige hundert Euro und ist deshalb nur dann lohnenswert, wenn das Hormonstäbchen möglichst den vollen Zeitraum von drei Jahren im Körper verbleibt.

Vorteile des Hormonstäbchens

Ein deutlicher Vorteil gegenüber anderen Verhütungsmethoden ist die lange Wirkzeit von etwa drei Jahren. Die Gestagendosierung ist relativ gering, die Hormonabgabe in den Organismus sehr gleichmäßig. Das Präparat ist für stillende Frauen geeignet und kann zyklusbedingte Beschwerden wie Migräne oder Menstruationsbeschwerden lindern.

Nachteile des Hormonstäbchens

Es kommt häufiger zu Zwischenblutungen und eine bestehende Akne kann sich verschlimmern. Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Spannungsgefühle in der Brust oder Gewichtszunahme sind nicht selten, ebenso können depressive Verstimmungen auftreten. Beim Hormonstäbchen kommt es außerdem häufig zu Zwischenblutungen. Bei etwa 50 Prozent der Frauen bleibt nach einem Jahr die Blutung aus. Auch Stimmungsschwankungen und eine verminderte Libido wurden beobachtet. Manchmal bleibt das Implantat nicht an der Stelle, an der es eingesetzt wurde und verrutscht im Körper. Dann muss es beim Entfernen im Rahmen eines Eingriffs gesucht werden, wodurch seine Herausnahme kompliziert werden kann.

Gegenanzeigen

Das Hormonstäbchen darf nicht angewendet werden bei:

  • akuten thromboembolischen Erkrankungen
  • schweren Lebererkrankungen
  • Schwangerschaft (auch bei Verdacht)
  • unklaren vaginalen Blutungen
  • gestagenbedingten Tumoren

Derzeit gibt es lediglich ein zugelassenes Präparat auf dem deutschen Markt namens Implanon®. Das Hormonstäbchen ist eine sinnvolle Alternative für Frauen, bei denen die tägliche Einnahme der Antibabypille nicht gewährleistet ist. In seiner Funktion hemmt es den Eisprung und sorgt durch Verdickung des Gebärmutterhalsschleim zusätzlich für Verhütungsschutz.

Autor: Christian Fiala, Medizinautor
Letzte Aktualisierung: 05. April 2017
Quellen
Beiträge im Forum "Empfängnisverhütung"
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