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Hormonelle Verhütung

Hormonspirale

Autor: Christian Fiala / Karin Wunder
Letzte Aktualisierung: 04. April 2018

Die Hormonspirale ist eine hormonelle Verhütungsmethode, deren Vorteil vor allem in ihrer Langzeitwirkung besteht: Erst nach drei bis fünf Jahren muss sie ausgetauscht werden. Bislang geht man davon aus, dass die Hormonspirale vergleichsweise wenig Nebenwirkungen hat, da sie direkt in der Gebärmutter wirkt. Die Kosten für das Einsetzen und alle Untersuchungen müssen selbst getragen werden.

Hormonspirale
Die Hormonspirale gilt als eines der hormonellen Verhütungsmittel mit nur geringen Nebenwirkungen, die Kosten müssen allerdings weitgehend selbst getragen werden
iStock/andresr

In Deutschland verwenden etwa eine Million Frauen zur Verhütung eine Hormonspirale. Diese hormonelle Verhütungsmethode hat eine Depotwirkung von etwa sieben Jahren, muss jedoch zulassungsbedingt nach spätestens fünf Jahren erneuert werden. Sie gibt über diesen Zeitraum hinweg kontinuierlich das Hormon  Gestagen direkt in die Gebärmutter ab.

Die Hormonspirale wird durch den Frauenarzt in einem kleinen Eingriff eingesetzt. Die Hormonspirale besteht aus einem T-förmigen Kunststoff und einem Zylinder, der den Wirkstoff enthält. In Deutschland erhältlich sind derzeit die Hormonspiralen Mirena (Liegezeit 5 Jahre), Jaydess (Liegezeit 3 Jahre), Kyleena (Liegezeit 5 Jahre) und Levosert (Liegezeit 4 Jahre).

In diesem Artikel lesen Sie:

Hormonelle Verhütungsmethoden: Welche Möglichkeiten gibt es?

Vorteile der Hormonspirale

Durch die gezielte Abgabe von Gestagen in die Gebärmutter ist die Hormonmenge, die täglich abgegeben wird, deutlich niedriger als bei anderen hormonellen Verhütungsmitteln. Auch die Hormonmenge, die sich im Blutkreislauf befindet, ist niedriger. Die Hormonspirale ist für stillende Mütter geeignet. Durch die lange Wirkdauer kommt es nicht zu Verhütungspannen, wie bei beispielsweise oraler Einnahme hormoneller Verhütungsmittel. Durch die Wirkungsweise wird der Zervixschleim verdickt, dies kann zusätzlich vor Infektionen der Gebärmutter schützen.

Bei vielen Frauen nimmt die Stärke und Länge der Regelblutung ab, was häufig als Vorteil empfunden wird. Auch Regelschmerzen kommen unter dem Einfluss der Hormonspirale seltener vor oder nehmen an Intensität ab.

Hormonspirale einsetzen: So läuft das ab

Die Hormonspirale (die übrigens gar nicht aussieht wie eine Spirale, sondern eher wie ein gebogenes T) wird vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt. Ob sie sich überhaupt zur Verhütung eignet, wird vorher im Rahmen einer Untersuchung festgestellt. Dabei fertigt der Frauenarzt auch gleich ein Abstrich an, um eventuelle Krankheitserreger festzustellen, denn diese dürfen beim Einsetzen der Hormonspirale nicht vorhanden sein. Andernfalls gelangen sie beim Eingriff in die Gebärmutter, wo sie gefährliche Entzündungen verursachen können.

Das Einsetzen der Hormonspirale erfolgt mithilfe eines Röhrchens, das durch die Vagina in die Gebärmutter. Der beste Zeitpunkt zum Einsetzen ist gegen Ende der Menstruation, da der Gebärmutterhals noch etwas erweitert und die Wahrscheinlichkeit einer unerkannten Schwangerschaft dann am geringsten ist. Bei Frauen, die vor kurzem ein Kind auf die Welt gebracht haben, kann die Hormonspirale frühestens sechs bis acht Wochen nach der Geburt eingebracht werden.

Direkt im Anschluss sowie nach der ersten Regelblutung wird der korrekte Sitz der Hormonspirale per Ultraschall-Untersuchung geprüft. Die empfängnisverhütende Wirkung setzt sofort nach dem Einsetzen ein.

Nach wenigen Wochen erfolgt eine erneute Überprüfung. Ist dann alles in Ordnung und das Einsetzen der Hormonspirale komplikationslos verlaufen, sind regelmäßige Kontrollen etwa alle sechs Monate vorgesehen.

Nachteile und Nebenwirkungen der Hormonspirale

Das Einsetzen der Hormonspirale erfolgt beim Frauenarzt durch einen Eingriff, der schmerzhaft sein kann und manchmal nicht komplikationslos verläuft. Direkt nach dem Einsetzen der Hormonspirale können Unterbauchschmerzen eintreten, die sich wie Regelschmerzen anfühlen. Diese Schmerzen dürften nach einigen Tagen abklingen. Halten sie länger an, empfiehlt es sich, den Frauenarzt aufzusuchen. Auch Zwischenblutungen gehören zu den häufigen Nebenwirkungen der Hormonspirale und können etwa in den ersten sechs Monaten nach dem Einsetzen auftreten.

Da die Hormonspirale direkt "vor Ort" wirkt, sind Nebenwirkungen aufgrund der Hormone seltener oder weniger stark ausgeprägt als bei anderen hormonellen Verhütungsmitteln. Dennoch sind Nebenwirkungen wie Akne, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, verminderte sexuelle Lust oder Depressionen möglich.

Während manche Frauen kürzere und weniger intensive Regelblutungen als Vorteil sehen, ist dies für andere wiederum ein Nachteil. Vor allem unregelmäßige oder ganz ausbleibende Regelblutungen können verunsichern.

Obwohl die Sicherheit der Hormonspirale hoch ist (ihr Pearl-Index liegt bei 0,1 Prozent, das heißt, von 100 sexuell aktiven Frauen werden innerhalb eines Jahres unter Anwendung der Hormonspirale 0,1 Prozent schwanger), ist eine ungeplante Schwangerschaft dennoch nicht gänzlich ausgeschlossen. In diesem Fall treten sehr häufig Eileiterschwangerschaften auf, was zu den weiteren Nachteilen der Hormonspirale gehört.

Eine mögliche Nebenwirkung der Hormonspirale sind Eierstockzysten, also kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen. Sie entstehen durch die in den Eierstöcken freigesetzten Hormone und sind zwar harmlos, können aber Schmerzen verursachen. In der Regel bilden sie sich nach dem Herausnehmen der Spirale von alleine zurück und müssen nur in sehr seltenen Fällen operativ entfernt werden.

Nebenwirkungen der Hormonspirale in neuem Licht

Aktuell prüft die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA), ob die Beipackzettel von levonorgestrelhaltigen Hormonspiralen überarbeitet werden müssen. Der Grund dafür sind Ergebnisse aus einer Studie des Erasmus University Medical Center in Rotterdam, nach der es Hinweise darauf gibt, dass Hormonspiralen stärker auf die Psyche wirken und als bislang angenommen. Ihre Trägerinnen könnten intensiver auf Stress reagieren. Weitere Prüfungen stehen aber bislang noch aus.

Hormonspirale: Kosten

Die Kosten für die Hormonspirale müssen weitgehend selbst übernommen werden. Sie liegen durchschnittlich zwischen 250 und 400 Euro. Dazu gehören die Beratung durch den Frauenarzt, die Vorab-Untersuchung und das Einsetzen selbst. Die erste Lagekontrolle nach dem Einsetzen wird von einigen gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Es empfiehlt sich daher, sich vor der Behandlung bei der Krankenkasse zu erkundigen. Manche gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Hormonspirale bis zum 20. Lebensjahr komplett.

Die regelmäßigen Lagekontrollen beim Frauenarzt sind wichtig, da die empfängnisverhütende Wirkung nur bei richtigem Sitz weitgehend gewährleistet ist. Auch diese Kosten müssen allerdings selbst getragen werden.

Aufgrund der Kosten empfiehlt sich die Hormonspirale für Frauen, die wirklich längerfristig verhüten möchten. Wenn Sie einen Kinderwunsch haben und daher Ihr Verhütungsmittel in absehbarer Zeit absetzen möchten, kann es daher ratsam sein, eine andere Methode zu wählen.

Mirena, Jaydess, Kyleena oder Levosert: Welche Hormonspirale ist die richtige für mich?

In Deutschland sind aktuell vier verschiedene Produkte zugelassen, die sich im Wesentlichen durch ihre maximale Liegedauer unterscheiden:

  • Mirena: maximal 5 Jahre
  • Jaydess: maximal 3 Jahre
  • Kyleena: maximal 5 Jahre
  • Levosert: maximal 4 Jahre.

Auch Kosten, Größe und Beschaffenheit unterscheiden sich von Spirale zu Spirale. Ob und welche Hormonspirale individuell für Sie am besten geeignet ist, kann Ihnen Ihr Frauenarzt nach Beratung und Untersuchung sagen.

Autor: Christian Fiala / Karin Wunder
Letzte Aktualisierung: 04. April 2018
Quellen

Beiträge im Forum "Empfängnisverhütung"
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