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Hormonelle Verhütung

Antibabypille (Die Pille)

Autor: Christian Fiala, Medizinautor
Letzte Aktualisierung: 22. Oktober 2019

Die Antibabypille oder einfach nur "die Pille" ist die am häufigsten angewandte Form der hormonellen Verhütung. Die Vermeidung der Schwangerschaft beruht auf der regelmäßigen Einnahme von Präparaten mit den Hormonen Östrogen und Gestagen oder nur Gestagen.

Antibabypille
Die Verhütung mit der Antibabypille setzt deren tägliche Einnahme voraus
© iStock/MorePixels

Die Antibabypille nehmen in Deutschland 30 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter ein. Die Pille enthält die Hormone Gestagen und Östrogen. Diese sollen während des Zeitraums der Einnahme eine Schwangerschaft verhüten. Die Pille gehört zur den hormonellen Verhütungsmethoden. Es gibt verschiedene Formen der Antibabypillen: Einphasenpräparate, Zweiphasenpräparate und Stufenpräparate.

Pille vergessen? Das passiert, wenn du sie nicht regelmäßig nimmst

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Einphasenpräparate

Bei Einphasenpräparaten der Pille werden Gestagen und Östrogen über einen Zeitraum von 21 Tagen in gleich hoher Dosierung eingenommen. Danach folgen sieben Tage ohne Einnahme, wobei es zwei bis vier Tage nach dem Absetzen der Antibabypille zu einer regelähnlichen Blutung kommt. Beim ersten Zyklus muss die Einnahme am ersten Blutungstag wieder aufgenommen werden. In den darauf folgenden Zyklen erfolgt dann die Einnahme erst wieder nach sieben Tagen. Dies bewirkt, dass der erste Zyklus unter Einnahme der Antibabypille kürzer ist, als alle darauf folgenden.

Zweiphasenpräparate

Bei den Pillen, die Zweiphasenpräparate sind, wirkt in den ersten sieben Tagen Östrogen, bevor ab dem achten Tag Gestagen hinzugegeben wird. Hierbei lässt sich der Zyklus besser kontrollieren, da während der Einnahme von Zweiphasenpräparaten ein besserer Aufbau der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) erfolgen kann.

Stufenpräparate

Bei den Pillen, die Stufenpräparate sind, gibt es verschiedene Kombinationsmöglichkeiten von Östrogen und Gestagen. Das Zweistufenpräparat ist dabei das am häufigsten verwendete. Hier verdoppelt sich die Gestagendosis ab dem elften Tag bei gleichbleibendem Östrogenanteil. Dreistufenpräparate haben während eines Zyklus drei mal wechselnde Gestagendosen und auch die Menge an Östrogen verändert sich zweimal im Laufe eines Einnahmezyklus.

Minipille

Die Minipille unterscheidet sich von den anderen Antibabypillen. Sie wird ohne Unterbrechung eingenommen und enthält lediglich eine geringe Dosis Gestagen. Im Idealfall kommt es hier alle 28 Tage zu einer so genannten Durchbruchblutung. Allerdings kommt es bei der Minipille häufig zu Zyklusstörungen und unregelmäßig langanhaltenden Blutungen. Die Sicherheit dieser Art von Pille ist niedriger als bei anderen Präparaten, deshalb wird sie nur in besonderen Fällen eingesetzt.

Stillpille (Cerazette)

Die so genannte Stillpille ist ein östrogenfreier Ovulationshemmer (Verhinderung des Eisprungs) mit einer geringen Dosis Gestagen. Sie wird wie die Minipille ohne Pause durchgehend eingenommen und ist die derzeit einzige ihrer Art auf dem deutschen Markt. Die Stillpille kann von Frauen, die stillen, eingenommen werden und bietet eine hohe Sicherheit der Verhütung. Ihre allgemeinen Nebenwirkungen fallen geringer aus als bei anderen Antibabypillen. Dafür gibt es im ersten Jahr der Einnahme häufiger Blutungsstörungen.

Welche Nebenwirkungen gibt es bei der Antibabypille?

Wie bei allen hormonellen Verhütungsmethoden kann auch die Antibabypille  unerwünschte Nebenwirkungen verursachen. Häufig treten als allgemeine Nebenwirkunge

n Zwischenblutungen, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Übelkeit auf. Darüber hinaus kann es zu Veränderungen der Libido kommen. Ebenso kann ein Spannungsgefühl in den Brüsten durch die Einnahme der Pille entstehen.

Das Risiko einer Thrombose oder einer Embolie steigt bei der Einnahme der Pille an, vor allem bei Frauen über 35 und Raucherinnen (mehr als zehneZigaretten täglich). Ebenso erhöht sich das Risiko für bestimmte Krebsarten leicht. Auch steigt die Wahrscheinlichkeit einer Infektion oder Entzündung des Genitaltraktes bei einer Einnahme der Antibabypille an. Es kann zu Glukosestoffwechselstörungen und Veränderung des Körpergewichts unter der Pille kommen.

Folgerezept für Pille online beantragen

Wer sich erstmalig die Antibabypille verschreiben lassen möchte, kommt um den Besuch beim Gynäkologen nicht herum. Frauen, die bereits ausreichend mit der Einnahme dieses Verhütungsmittels vertraut sind und das Präparat gut vertragen, haben aber die Möglichkeit, ein Folgerezept online zu beantragen. Wenn die Auswertung eines Online-Fragebogens ergibt, dass der Verschreibung nichts im Weg steht, wird der Patientin die Pille anschließend nach Hause geschickt.

Nicht vergessen werden sollte aber auch dann die jährliche Vorsorgeuntersuchung beim behandelnden Frauenarzt. Diese ist vor allem wichtig, um Erkrankungen wie Brust- oder Gebärmutterhalskrebs frühzeitig zu erkennen.

Auch, wenn Unsicherheiten bestehen, ob die Pille weiterhin das geeignetste Verhütungsmittel ist, kann der Gynäkologe über Alternativen aufklären und beraten.

Autor: Christian Fiala, Medizinautor
Letzte Aktualisierung: 22. Oktober 2019
Quellen
Beiträge im Forum "Empfängnisverhütung"
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