Chemische Verhütungsmethoden
Chemische Kontrazeption (Verhütungsmittel), Spermizide in Form von Cremes, Salben, Gelees, Zäpfchen (Ovulum), Sprays oder Schaum, oder auch in Verbindung mit sogenannten Vaginalschwämmchen, werden kurz vor dem Geschlechtsverkehr zur Verhütung einer Schwangerschaft in die Scheide eingeführt. Die chemischen Substanzen töten die Spermien ab, behindern ihre Beweglichkeit oder/und verhindern die Passage der Spermien in die Gebärmutter.
Wirksamkeit und Verträglichkeit
Chemische Verhütungsmittel werden auf ölhaltiger Basis
oder auf Wasserbasis hergestellt. Meist ist der Hauptbestandteil
Nonoxynol-9, welches zu Schleimhautreizungen oder
Schleimhautentzündungen in der Scheide oder/und am Penis
führen kann.
Schonender für die Schleimhäute ist ein Gel auf Milch-
oder Zitronensäurebasis. Dies hat aber keine echte spermizide
Wirkung. Durch die Veränderung des Scheidensekretes, die
Reduzierung des pH-Wertes, setzt es die Beweglichkeit der Spermien
und die Dauer ihrer Überlebensfähigkeit herab. Viele
Apotheken mischen derartige chemische Verhütungsmittel, die
zwar nicht ganz so sicher sind wie die Mittel auf
Nonoxynol-9-Basis, aber dafür sehr viel besser
verträglich.
Zuverlässigkeit
Die alleinige Anwendung chemischer Verhütungsmittel ist
unsicher und zur Empfängnisverhütung allein nicht zu
empfehlen.
Häufiger Geschlechtsverkehr
Bei
häufigem Geschlechtsverkehr ist die Anwendung von chemischen
Verhütungsmitteln nicht zu empfehlen, weil diese auf Dauer zu
Hautreizungen führen können.
Chemische Verhütungsmittel in Kombination mit
mechanischen
Kontrazeptiva
In Kombination mit Pessaren oder dem Diaphragma gewinnen die chemischen
Verhütungsmittel an Sicherheit. Die Anwendung in Zusammenhang
mit Kondomen
ist nur dann sinnvoll, wenn sichergestellt ist, dass die chemische
Substanz das Material des Kondoms nicht beschädigt.
Die Verhütungsmethode mit chemischen Verhütungsmitteln
besitzt einen Pearl-Index von
8-36.
Bei gleichzeitiger Verwendung mit mechanischen Mitteln (Pessar, Diaphragma)
läßt sich der Pearl-Index auf etwa 2 verringern.
Autor: Qualimedic.com AG
Letzte Änderung am: 17.09.2007
