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Zweisprachige Erziehung

Zweisprachige Erziehung
Zweisprachige Erziehung klappt spielerisch - der Muttersprachler sollte konsequent in seiner Sprache mit dem Kind sprechen
iStock/Geber86

Zweisprachige Erziehung von Kindern scheint in den ersten Lebensjahren besonders leicht zu gelingen. Kleine Kinder lernen in spielerischer Leichtigkeit zwei Sprachen parallel, wenn die Eltern unterschiedliche Muttersprachen besitzen.

Wichtig ist hierbei, dass jeder Elternteil immer in der Sprache mit dem Kind spricht, die er als Muttersprachler perfekt beherrscht.

Durch die Eltern die Sprachen lernen

Bereits mit etwa sieben Monaten kann ein Kind verschiedene Sprachen unterscheiden. Sprachmelodie, -tempo und –rhythmus sind hier die Parameter, an denen sich das Kind orientiert und somit die Sprachen unterscheiden lernt. Selbst wenn das Kind noch sehr klein ist, kann es schnell die verschiedenen Muttersprachen der Eltern verstehen. Ein solches Kind wird dann doppelsprachig erzogen. Hierbei ist es normal, dass ein zweisprachig aufwachsendes Kind phasenweise die eine oder die andere Sprache bevorzugt spricht.

Eine andere Situation entsteht, wenn eine Familie in ein fremdes Land zieht. Dann erlernt das Kind neben der Muttersprache, die in der Familie gesprochen wird, auch noch die Landessprache, die dann als Zweitsprache gilt. Mit dieser kommt das Kind beispielsweise im Kindergarten, der KiTa, auf dem Spielplatz oder beim Einkaufen in Kontakt.

Ordnung im familiären Sprachsystem

Die Eltern sollten sich selbst Regeln auferlegen, damit die zweisprachige Erziehung gelingt. So spricht der beispielsweise Türkisch oder Englisch sprechende Elternteil konsequent seine Muttersprache mit dem Kind. Idealerweise erhält er hierfür auch Unterstützung durch andere Familienmitglieder oder Bekannte, die diese Sprache ebenfalls als Muttersprachler sprechen. Der deutschsprachige Elternteil sollte dann ausschließlich Deutsch mit dem Kind sprechen. Versucht ein Elternteil in der Muttersprache des anderen mit dem Kind zu sprechen, obwohl er sie selbst nicht ordentlich beherrscht, gewöhnt sich das Kind womöglich schlechte Grammatik oder Aussprache an.

Vorteile und Nachteile der zweisprachigen Erziehung

Kinder, die zweisprachig aufwachsen, haben es oft leichter, eine weitere Fremdsprache zu erlernen. In manchen Familien werden auch drei Sprachen gesprochen. Wäre der Vater Franzose, die Mutter Russin und die Familie würde in Deutschland leben, hätte ein zweitgeborenes Kind, dessen älterer Geschwisterteil womöglich Deutsch spricht, Gesprächspartner in drei Sprachen im Haus. Mit den unterschiedlichen Sprachen lernt ein Kind auch oftmals unterschiedliche Kulturen kennen. So kann ein Kind leichter das Gefühl für kulturelle Unterschiede entwickeln, auch fremden Kulturen gegenüber. Dies kann auch ein weiterer Vorteil im späteren Berufsleben sein, wenn Mehrsprachigkeit verlangt wird.

Nachteilig wäre eine zweisprachige Erziehung dann, wenn das Kind keine der ihm vermittelten Sprachen richtig erlernt. Dies kann zu späteren Problemen in der Schule führen. Eltern sollten eine zweisprachige Erziehung ernst nehmen und möglichst viel mit dem Kind kommunizieren und außerdem noch auf saubere Grammatik und Aussprache achten.

Wertvolle Tipps können womöglich andere Eltern geben, die ihre Kinder bereits erfolgreich zweisprachig erzogen haben. Zweisprachige Erziehung durch Nicht-Muttersprachler, beispielsweise aus Ehrgeiz der Eltern, sollte vermieden werden.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 18. Juni 2017
Quellen: Gebauer-Sesterhenn, B., Pulkkinen, A., Edelmann, K.: Die ersten drei Jahre meines Kindes. Gräfe und Unzer Verlag, München 2011; Online-Informationen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend http://www.familien-wegweiser.de , Stand März 2013

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