Suchen Menü

Taschengeld für Kinder

Autor: Viola Booth
Letzte Aktualisierung: 21. April 2018

„Mama, ich möchte mehr Taschengeld haben!“ Ein Satz, der viele Eltern ins Schwitzen bringt. Denn wie viel Taschengeld ist in welchen Alter eigentlich angemessen? Und was sollten Kinder davon alles bezahlen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.

Taschengeld für Kinder
Mit Taschengeld können Kinder den Umgang mit Geld erlernen
(c) iStockphoto/GlobalStock

Warum sollte mein Kind Taschengeld bekommen?

Das Taschengeld ist ein wichtiger Bestandteil der Erziehung. Denn es gehört zur kindlichen Entwicklung, den Umgang mit dem ersten eigenen Geld zu lernen. Der Nachwuchs trifft damit unabhängige Entscheidungen, wird selbstständiger und sammelt wertvolle Erfahrungen. So lernen Kinder, Verantwortung zu übernehmen und erkennen, dass nicht alle Wünsche unbegrenzt erfüllbar sind, sondern finanziert werden müssen. Ein bedeutender Schritt in die Selbstständigkeit!

Ab wann sollte mein Kind Taschengeld bekommen?

Kinder im Schulalter sind meist bereit fürs Taschengeld. Ein geeigneter Start, um damit zu beginnen, ist deshalb die Einschulung. Auch im Kindergartenalter kann ein kleines Taschengeld den Umgang mit Geld schon spielerisch nahebringen. Da Kindergartenkinder allerdings noch kein Gespür für den Wert des Geldes haben, reicht ab und zu ein geringer Betrag. Mit diesem können sie sich dann zum Beispiel mal selbst eine Süßigkeit kaufen, um es den großen Geschwistern nachzumachen.

Ab wann ist ein eigenes Girokonto sinnvoll?

Irgendwann sind die Zeiten von Sparschwein & Co. vorbei – dann lohnt es sich, für das Kind ein Girokonto zu eröffnen. Im Jugendalter zwischen 12 und 14 Jahren ist es sinnvoll, ein solches Konto ohne Überziehungsmöglichkeit für Schüler in die Wege zu leiten. Theoretisch können Eltern auch schon früher ein Girokonto für ihren minderjährigen Nachwuchs anfordern. Dann sollten sie aber sicher sein, dass das Kind für den Umgang mit der Geldkarte schon bereit ist.

In welchem Rhythmus sollte das Taschengeld für Kinder ausgezahlt werden?

Ob Sie das Taschengeld für Ihre Kinder wöchentlich oder monatlich auszahlen, hängt vom Alter und von der Entwicklung Ihres Kindes an. Bis zum zehnten Lebensjahr fällt es Kindern meist noch schwer, einen ganzen Monat im Überblick zu behalten. Daher empfiehlt es sich, dass Geld wöchentlich zu übergeben. In einer Übergangszeit können Sie das Taschengeld auch alle 14 Tage bezahlen, anschließend monatlich. Wichtig ist, dass Sie für Ihre Kinder eine Routine schaffen und das Geld regelmäßig und unaufgefordert ausstellen. Lassen Sie Ihr Kind nicht nach dem Geld betteln, sondern zahlen sie es freiwillig.

Taschengeld-Pflicht für Eltern: Gibt es eine gesetzliche Regelung?

Da im Bürgerlichen Gesetzbuch tatsächlich ein Taschengeldparagraf (§ 110 BGB) existiert, könnte man vermuten, dass eine Taschengeld-Pflicht besteht. Dies ist aber nicht der Fall: Das Gesetzt schreibt Eltern nicht vor, dass sie ihren Kindern ein Taschengeld auszahlen müssen. Es handelt sich dabei lediglich um eine Regelung, die eine Geschäftsfähigkeit von Minderjährigen festhält. Das heißt: Kaufen Kinder etwas, dass sie mit dem Wert ihres Taschengelds bezahlen können (z. B. Zeitschriften, Süßigkeiten), sind diese Käufe auch ohne Zustimmung der Eltern rechtskräftig.

Wie viel Taschengeld ist angemessen?

Wie hoch das Taschengeld für Kinder ausfällt, bleibt den Eltern überlassen. Jeder muss selbst entscheiden, wie viel er auszahlt und diesen Betrag von seiner individuellen, persönlichen und finanziellen Situation abhängig machen.

Taschengeld-Tabelle zur Orientierung

Das Deutsche Jugendinstitut gibt Eltern in einer Taschengeld-Tabelle Empfehlungen an die Hand. Dabei handelt es sich um Richtwerte, die lediglich zur Orientierung dienen. Die genaue Höhe des Taschengelds muss immer an die Familienverhältnisse angepasst werden.

Berücksichtigen Sie folgende Kriterien bei der Kalkulation:

  • Alter des Kindes
  • Anzahl der Kinder in der Familie
  • Entwicklungsstand des Kindes
  • Einkommensverhältnisse der Eltern
  • Wohnort
  • Höhe der Ausgaben, die davon geleistet werden sollen

Alter/Jahre Betrag in €
Unter 6 Jahre 0,50-1,00 Euro/Woche
6 Jahre 1,00-1,50 Euro/Woche
7 Jahre 1,50-2,00 Euro/Woche
8 Jahre 2,00-2,50 Euro/Woche
9 Jahre 2,50-3,00 Euro/Woche
10 Jahre 15,00-17,50 Euro/Monat
11 Jahre 17,50-20,00 Euro/Monat
12 Jahre 20,00-22,50 Euro/Monat
13 Jahre 22,50-25,00 Euro/Monat
14 Jahre 25,00-30,00 Euro/Monat
15 Jahre 30,00-37,50 Euro/Monat
16 Jahre 37,50-45,00 Euro/Monat*
17 Jahre 45,00-60,00 Euro/Monat*
ab 18 Jahre 60,00-75,00 Euro/Monat*

*ab 16 Jahren für Jugendliche, die wirtschaftlich von den Eltern abhängig sind und kein eigenes Geld in der Ausbildung verdienen.

Bei den Jugendämtern der Städte können die Taschengeldempfehlungen für den jeweiligen Wohnort erfragt werden.

Was ist, wenn ich nicht so viel Taschengeld zahlen kann wie andere Eltern?

Die Höhe des Taschengelds ist in Familien häufig ein heikles Thema. Lässt es die wirtschaftliche Situation nicht zu, fallen die Taschengeldzahlungen unter Umständen niedriger aus als bei den Klassenkameraden. Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind einbeziehen: Sprechen Sie mit ihm über die Gründe, warum das Taschengeld nicht so hoch sein kann wie bei anderen. So lernt Ihr Kind, ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln.

Eltern, die finanziell sehr gut aufgestellt sind, wird empfohlen trotzdem einen Geldbetrag auszuzahlen, der unter Gleichaltrigen üblich ist.

Wofür darf mein Kind sein Taschengeld ausgeben?

Machen Sie Ihren Kindern möglichst keine Vorschriften, wofür sie ihr Taschengeld ausgeben dürfen – der Betrag steht generell erst einmal zur freien Verfügung. Die Kinder entscheiden selbst, welche persönlichen Wünsche sie sich davon erfüllen, ob sie das Geld sofort ausgeben oder sparen. Taschengeldausgaben können zum Beispiel für Folgendes anfallen: Bücher, Zeitschriften, Computerspiele, DVDs, Sportartikel, besondere Kleidungsstücke, Konzerte, Kino- oder Discobesuche.

Was soll vom Taschengeld bezahlt werden?

Das Taschengeld wird für private Dinge ausgegeben, Kosten für Alltägliches wie Kleidung, Hygieneartikel, Schulsachen oder Lebensmittel werden damit nicht beglichen.

Je älter die Kinder werden, desto mehr haben sie das Bedürfnis noch unabhängiger zu entscheiden. Sie möchten nicht immer ihre Eltern fragen, wenn sie beispielsweise eine neue Hose brauchen. Deshalb kann es sinnvoll sein, Jugendlichen ein zusätzliches monatliches Budget einzuräumen, das sie dann für Kleidung oder Essen außer Haus verwenden können.

Hierfür gibt das Deutsche Jugendinstitut folgende Empfehlungen:

Ausgabe Betrag in €
Kleidung/Schuhe 30,00 – 50,00 Euro/Monat
Essen außer Haus 20,00 – 30,00 Euro/Monat
Schulmaterialien 5,00 – 10,00 Euro/Monat
Telefon/Handy 10,00 – 20,00 Euro/Monat
Öffentlicher Nahverkehr 15,00 – 20,00 Euro/Monat
Verbrauchsgüter zur Körperpflege/Pflegeprodukte 5,00 – 10,00 Euro/Monat

Kann ich meinem Kind das Taschengeld kürzen?

Taschengeld sollte für Kinder etwas Verlässliches sein, das sie unabhängig von ihrem Verhalten ausgezahlt bekommen. Vermeiden Sie es, Taschengeldkürzungen oder -erhöhungen als Bestrafung oder Belohnung einzusetzen. Das bedeutet: Auch gute oder schlechte Schulnoten stehen nicht in Zusammenhang mit den Taschengeldzahlungen.

Kann sich mein Kind zusätzliches Taschengeld verdienen?

Alles, was im Haushalt tagtäglich anfällt, ist in der Regel nicht an das Taschengeld geknüpft. Darüber hinaus ist es aber durchaus möglich, dass sich Ihr Kind im Haushalt etwas dazuverdient. Rasen mähen oder Auto waschen sind dafür zum Beispiel gut geeignet. Ab dem Alter von 13 Jahren haben Kinder auch die Möglichkeit, bei ihren ersten Nebenjobs einen eigenen Lohn zu verdienen. Das Taschengeld kann zum Beispiel mit Zeitung austragen in der Nachbarschaft oder beim Babysitten aufgebessert werden.

Tipps zum richtigen Umgang mit dem Taschengeld

Den Überblick behalten

Kinder können früh lernen, wie sie Einnahmen und Ausgaben im Blick behalten. Sie können die Beträge in einem Heft notieren oder – wenn sie älter sind – auch eine App zur Hilfe nehmen.

Aus Fehlern lernen

Ihr Kind kauft etwas Unvernünftiges? Auch das gehört zum Lernprozess dazu. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Ausgabe, aber schreiben Sie nichts vor oder verbieten es ihm.

Offen über Geld sprechen

Taschengeld ist kein Tabuthema! Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Höhe und machen Sie Vorschläge, um eine Vereinbarung zu treffen. Es ist ganz normal, dass Jugendliche sich immer mehr Wünsche erfüllen möchten, je älter sie werden. Überlegen Sie gemeinsam, wie es sich etwas dazuverdienen könnte.

Bei der Einteilung helfen

Es kommt oft vor, dass Kindern das Taschengeld nicht ausreicht. Das liegt häufig gar nicht an der Höhe, sondern an der falschen Einteilung. Helfen Sie Ihrem Kind dabei, eine Lösung dafür zu finden und mit Geld besser umzugehen.

Sparsam mit Vorschüssen sein

Sich dauernd auf Vorschüsse oder Nachbesserungen des Taschengelds einzulassen, wird Eltern nicht empfohlen. Überprüfen Sie stattdessen zusammen, woran der ständige Geldmangel liegt.

Autor: Viola Booth
Letzte Aktualisierung: 21. April 2018
Quellen
Beiträge im Forum "Forum für Großfamilien"
Neuste Artikel in dieser Rubrik
Betreuung für Kinder unter drei Jahren

Wer einen der beliebten Krippenplätze ergattert, sollte vor allem bei der Eingewöhnung einiges beachten. Mehr...

Kindererziehung

Welche Möglichkeiten der Kinderbetreuung gibt es und wie hoch sind die Kosten? Ein Überblick über die Betreuungsangebote. Mehr...

Kindererziehung

Ob unsichtbare Freunde, Hexen oder Monster – es gibt eine Entwicklungsphase, in der bei Kindern magisches Denken an der Tagesordnung ist. Aber wie gehen Sie am besten damit um, wenn mit Ihrem Nachwuchs... Mehr...

Mit der Teilnahme an unseren interaktiven Gewinnspielen sichern Sie sich hochwertige Preise für sich und Ihre Liebsten!

Jetzt gewinnen

Nutze unsere Zyklus-App inklusive Eisprungkalender und Temperaturkurve (Android & iOS) bei Kinderwunsch.

Mehr zur App
Weitere interessante Themen
  • Zweisprachige Erziehung

    Zweisprachige Erziehung von Kindern scheint in den ersten Lebensjahren besonders leicht zu gelingen. Kleine Kinder lernen in spielerischer Leichtigkeit zwei Sprachen parallel, wenn... Mehr...