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Diskriminierung und Mobbing – Kinder stärken

Autor: Christian Fiala, Medizinautor
Letzte Aktualisierung: 22. April 2017

Wie kann man Kinder stärken, die Mobbing und Diskriminierung ausgesetzt sind? Jedes Mobbing ist im Grunde genommen ein gruppendynamischer Prozess, denn nicht nur die Personen, die aktiv mobben, sind ein Problem.

Diskriminierung und Mobbing – Kinder stärken
Diskriminierung und Mobbing – Kinder leiden meist still darunter und sollten gestärkt werden
© iStock.com/PeopleImages

Auch anwesende Personen (z.B. die Schulklasse), die wegsehen und nicht eingreifen, machen durch ihr passives Verhalten ein dauerhaftes Mobbing eines einzelnen Kindes erst möglich. Der Mobbende empfindet dieses Verhalten als Zustimmung für seine Taten.

Mobbing 2.0/Cybermobbing

Eine tatsächlich neue Art des Mobbing hat sich im Internet, beispielsweise in sozialen Netzwerken etabliert. Dies wird als Cybermobbing bezeichnet. Bei dieser Art des virtuellen Mobbings, meist anonym durchgeführt, werden beispielsweise Fotos oder Videos des gemobbten Kindes hochgeladen, die es in peinlichen Situationen darstellen. Auch Hänseleien, Drohungen und Beschimpfungen, die für jeden Nutzer des Internets auffindbar werden, können ein Kind sehr belasten.

Woran erkennt man, ob ein Kind gemobbt wird?

Die Definition von Mobbing beschreibt, dass jemand wiederholt, über längere Zeit und systematisch den negativen Handlungen von einem oder mehreren Tätern ausgesetzt ist und von ihnen gedemütigt oder schikaniert wird. Dies können Hänseleien sein, aber auch Gewalt körperlicher oder psychischer Art und üble Nachrede oder das Bloßstellen einer Person.

Der Begriff Mobbing wird erst in den letzten Jahren vermehrt in Bezug auf das Arbeitsleben oder die Schule verwendet. Er beschreibt somit nicht unbedingt neue Handlungsweisen, sondern ist lediglich die neuerdings gebräuchliche Vokabel für Verhaltensweisen und Situationen, die schon lange im menschlichen Miteinander bestehen. Hier gilt es, die gemobbte Person zu stärken und zu unterstützen.

Was kann die Schule gegen Mobbing und Diskriminierung tun?
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Um Übergriffen vorzubeugen, sollten Schule und Lehrer eine klare Position gegen Mobbing beziehen. Mobbing selbst sollte sofort unterbunden werden, das Opfer geschützt und die Familien der Beteiligten schnellstmöglich informiert werden. In ernsthaften Gesprächen mit Täter/n, Opfer und deren Familien werden idealerweise Wiedergutmachungswege erörtert und eingeleitet. Mithilfe von klaren Klassenregeln gegen Mobbing kann der passive Teil der Gruppe mit einbezogen werden.

Wie können Eltern ihrem gemobbten Kind helfen?

Eltern sollten Veränderungen im Verhalten ihrer Kinder (Schulangst, morgendliche Bauch- oder Kopfschmerzen, Niedergeschlagenheit) ernstnehmen und auf das Kind eingehen. Wenn das Kind immer wieder Geld „verliert“, könnte es eventuell erpresst werden. Auch wenn es nicht mehr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren möchte, kann dies auffällig sein.

Spricht das Kind mit den Eltern offen über Mobbing, sollten die Eltern schnellstmöglich Kontakt mit der Schule aufnehmen. Gemeinsam wird nun eine Lösung gesucht. Das Kind kann gestärkt werden, indem ihm die Eltern seine Fähigkeiten und Möglichkeiten erläutern und es damit in seinem Selbstbewusstsein stärken.

Was sollten Eltern gemobbter Kinder nicht tun?

Die Eltern gemobbter Kinder sollten nicht unmittelbar den Weg zu den Eltern des mobbenden Kindes suchen. Diese nehmen ihr Kind meistens in Schutz. Ebenso sollten die Täter selbst auch nicht von den Eltern des gemobbten Kindes angesprochen werden, dies vermittelt womöglich eine Schwäche ihres eigenen Kindes. Bei Gesprächen mit den Lehrern sollte das gemobbte Kind nicht dabei sein, um eine zusätzliche Belastung des Kindes zu vermeiden. Ein zu schneller Schulwechsel empfiehlt sich ebenfalls nicht, dann hätte/n der/die Mobber ja „gewonnen“.

Am effektivsten begegnet man Mobbing mit Prävention. Wenn alle Beteiligten, Eltern, Lehrer und Mitschüler sich klar gegen Mobbing positionieren, haben Mobber keine Chance.

Autor: Christian Fiala, Medizinautor
Letzte Aktualisierung: 22. April 2017
Quellen
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