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Hilfe durch den Staat

Finanzielle Unterstützung für Familien

Der Staat unterstützt Familien mit zahlreichen finanziellen Hilfen und Steuervorteile. Davon profitieren nicht nur Familien mit einem geringen Einkommen, sondern alle Eltern, die Kinder in ihrem Haushalt erziehen und versorgen.

Finanzielle Unterstützung für Familien
Zeit für die wirklich schönen Dinge des Lebens: Der Staat unterstützt Familien auch finanziell, um sie zu entlasten.
© iStock.com/PeopleImages

Update in der Coronakrise 2020: Für Familien, die durch Einkommenseinbußen im Rahmen der Corona-Pandemie in finanzielle Notlage gekommen sind, erleichtert der "Notfall-Kinderzuschlag (Notfall-KiZ)" den Zugang zum Kinderzuschlag.

Lesen Sie hier mehr über den Kinderzuschlag und den Notfall-KiZ.

Nicht nur der erhebliche Zeitaufwand für die Versorgung der Kinder, oft auch eine deutliche Veränderung der wirtschaftlichen Verhältnisse stellen junge Familiengründer vor keine leichte Aufgabe. Manchmal befinden sich werdende Eltern auch noch in der Ausbildung oder im Studium, sodass die finanzielle Unterstützung zu einem wichtigen "Einkommensteil" werden kann.

Finanzielle Unterstützung oft notwendig

Der Bedarf an finanzieller Unterstützung für Familien ist vielfältig. Eine größere Wohnung wird vielleicht gebraucht und Verdienstausfälle müssen kompensiert werden, weil mindestens ein Elternteil zunächst in Elternzeit sein wird. Eine Kinderbetreuung will organisiert und finanziert sein und vielleicht wird auch noch ein größeres Auto benötigt.

Welche Arten finanzieller Unterstützung gibt es für Familien?

Die Familienpolitik legt großen Wert auf die finanziellen Rahmenbedingungen zur Familiengründung. Zur finanziellen Unterstützung für Familien gibt es daher unter anderem:

Mutterschaftsgeld

Das Mutterschaftsgeld wird Schwangeren, die in einem Arbeitsverhältnis, stehen sechs Wochen vor der Geburt bis acht Wochen, in Ausnahmefällen bis zu zwölf Wochen, von ihrer gesetzlichen Krankenversicherung mit bis zu maximal 13 Euro täglich gewährt. Die Höhe ist abhängig vom durchschnittlichen Arbeitsentgelt der letzten drei vollständig abgerechneten Kalendermonate. Was bis zum Erreichen des Nettoeinkommens fehlt, wird vom Arbeitgeber getragen. Auch Studentinnen, privat- oder familienversicherte Frauen erhalten das Mutterschaftsgeld, allerdings nicht von ihrer Krankenkasse, sondern vom Bundesversicherungsamt.

Mutterschaftsgeld beantragen und berechnen

Elterngeld

Das Elterngeld soll die Existenz von Eltern sichern, die ihr Baby im ersten und/oder zweiten Lebensjahr überwiegend selbst betreuen möchten. Voraussetzung hierfür ist, dass der betreuende Elternteil nicht oder maximal 30 Wochenstunden arbeitet. Elterngeld beträgt zwischen 65 und 67% des wegfallenden Nettoeinkommens, höchstens jedoch 1.800 Euro monatlich.

Eltern, die vor der Geburt des Kindes nicht gearbeitet haben, erhalten den Mindestsatz von 300 Euro. Wie viel Anspruch auf Elterngeld besteht, kann hier einfach errechnet werden.

Ratgeber Elterngeld 

Kindergeld

Kinder bis 18 Jahre haben grundsätzlich Anspruch auf Kindergeld, in bestimmten Fällen wird es bis zum 21. oder gar bis zum 25. Lebensjahr bezahlt. Kindergeld ist unabhängig vom Einkommen der Eltern. Ab 1. Januar 2021 wird es um 15 Euro erhöht und beträgt für die ersten beiden Kinder pro Monat jeweils 219 Euro, für das dritte Kind 225 Euro und ab dem vierten und für jedes weitere Kind 250 Euro.

Kindergeld - Höhe, Antrag und alle wichtigen Infos

Kinderzuschlag

Der Kinderzuschlag wird Eltern für ihr Kind gewährt, wenn sie zwar ihren eigenen Lebensunterhalt sicherstellen können, nicht aber den ihres Kindes. Familien mit geringem Einkommen werden mit dem Kinderzuschlag unterstüzt. Er beträgt ab 1. Januar 2021 monatlich bis zu 205 Euro (davor: bis zu 185 Euro) und wird für sechs Monate für Kinder bis zum 25. Lebensjahr gewährt, die im Haushalt der Eltern leben. Voraussetzung ist, dass das Bruttoeinkommen mindestens 900 Euro (Paare) oder 600 Euro (Alleinerziehende) beträgt. Zudem müssen Eltern für ihr Kind Kindergeld beziehen.

2020 ist die obere Einkommensgrenze weggefallen. Auch Familien mit etwas höherem Einkommen können dadurch den Kinderzuschlag beziehen. Konkret bedeutet das: Das elterliche Einkommen, das über den eigenen Bedarf hinausgeht, wird nun nur noch zu 45 Prozent auf den Kinderzuschlag angerechnet.

Notfall-KiZ in der Coronakrise: Kommt es im Rahmen der Corona-Pandemie etwa durch Kurzarbeit oder Auftragswegfall bei Selbstständigen zu Verdiensteinbußen, kann ebenfalls kurzfristig ein Kinderzuschlag beantragt werden. Der Zugang wird erleichtert, indem lediglich der Vormonat zur Berechnung des Anspruchs herangezogen wird.

Konkret bedeutet das: Wird im April der Antrag auf Kinderzuschlag gestellt, gilt das Einkommen im Monat März als entscheidend. Eltern, die bereits den Kinderzuschlag unter dem Höchstbetrag von 185 Euro erhalten, können bei Einkommenseinbußen die Höhe erneut prüfen lassen. Auch für sie gilt lediglich der Vormonat als Berechnungsgrundlage.

Nur noch im Einzelfall wird außerdem das Vermögen bei der Prüfung berücksichtigt. Damit sollen Familien, die durch das Coronavirus kurzfristig in eine Notsituation geraten sind, entlastet werden. Diese Regelung gilt vorerst bis zum 30. September 2020.

Unterstützung für Alleinerziehende: Unterhaltsvorschuss

Beim Unterhaltsvorschuss springt der Staat ein, wenn ein unterhaltspflichtiger Elternteil seinen Verpflichtungen gar nicht oder in zu geringem Umfang wahrnimmt. Die Höhe des Unterhaltsvorschusses ist an das Existenzminimum eines Kindes beziehungsweise an den Mindestunterhalt gekoppelt.

Da dieses ab 1. Januar 2021 steigt, steigt auch der Unterhaltsvorschuss:

  • Kinder bis fünf Jahre: monatlich 174 Euro
  • Kinder zwischen sechs und elf Jahre: monatlich 232 Euro
  • Kinder von zwölf bis 17 Jahre: monatlich 309 Euro

Diese Beträge wurden bereits um das Kindergeld bereinigt. Der Unterhaltsvorschuss wird, soweit alle Voraussetzungen erfüllt sind, unbegrenzt bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres (18. Geburtstag) eines Kindes gezahlt.

Unterhaltsvorschuss: Antrag & Höhe

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende dient – wie sich schon aus dem Namen schließen lässt – der finanziellen Entlastung Alleinerziehender. Genau genommen handelt es sich beim Entlastungsbetrag um einen Steuerfreibetrag. Normalerweise beträgt dieser 1.908 Euro jährlich.

Da berufstätige Alleinerziehende während der Corona-Pandemie oft vor großen (finanziellen) Herausforderungen stehen, soll dieses mit einer zeitweisen Anhebung des Entlastungsbetrags berücksichtigt werden. Für die Jahre 2020 und 2021 steigt der Entlastungsbetrag für Alleinziehende daher von 1.908 auf 4.008 Euro recht deutlich.

Ab dem zweiten Kind steigt der Entlastungsbetrag geringfügig um 240 Euro pro Jahr und Kind.

Den Entlastungsbetrag erhält grundsätzlich nur das Elternteil, bei dem das Kind gemeldet ist. Ist das Kind bei beiden Elternteilen gemeldet (zum Beispiel beim Wechselmodell), hat der Elternteil Anspruch, an den auch das Kindergeld ausgezahlt wird.

Steuervorteile als finanzielle Entlastung

Zusätzlich zur finanziellen Unterstützung für Familien gewährt der Staat verschiedene Steuervorteile für Familien:

Kinderfreibetrag

Der Kinderfreibetrag soll die Grundsicherung des Kindes gewährleisten. Er beträgt für das Jahr 2020 jährlich 5.172 Euro. Hinzugerechnet wird auch ein Freibetrag für die Sicherung von Betreuung, Erziehung und Ausbildungsbedarf, der sogenannte Erziehungsfreibetrag. Für das Jahr 2020 beträgt dieser Freibetrag 2.640 Euro.

Ab Januar 2021 steigt der Kinderfreibetrag auf 5.460 Euro. Auch der Freibetrag für Betreuung, Erziehung oder Ausbildungsbedarf erhöht sich auf 2.928 Euro, es ergibt sich ein Freibetrag von insgesamt 8.388 Euro.

Beide Freibeträge werden bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres und unter bestimmten Umständen (wie der Ausbildung eines Kindes) auch darüber hinaus - maximal bis zum 25. Lebensjahr.

Kinderfreibetrag: Steuervorteile für Eltern 

Absetzbarkeit haushaltsnaher Dienstleistungen

Diese Steuerbegünstigung ist zwar nicht ausschließlich den Familien vorbehalten, sie profitieren aber oft besonders von ihr: Lohnkosten von haushaltsnahen Dienstleistungen dürfen bis zu 20 Prozent der Gesamtsumme bis zu einem Gesamtbetrag von jährlich 4.000 Euro steuerlich berücksichtigt werden. Aufwendungen für eine geringfügige Beschäftigung (Mini-Job) bis maximal 510 Euro.

Zu den haushaltsnahen Dienstleistungen gehören:

  • Reinigungskosten (durch eine Reinigungskraft)

  • Gartenpflegekosten

  • Betreuung eines Haustiers

  • Häusliche Pflege

  • Zubereiten und Servieren von Mahlzeiten

Handwerkerleistungen werden ebenfalls zu 20 Prozent, maximal bis 1.200 Euro jährlich, berücksichtigt. Ausgenommen davon sind Handwerkerleistungen im Rahmen eines Neubaus.

Beiträge im Forum "Forum für Großfamilien"
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