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Mittwoch, 12. Dezember 2018
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Elterngeld und Finanzen

Autor: Karin Wunder
Letzte Aktualisierung: 01. Juli 2018

Wer bereits vor der Geburt überlegt, wie sich das Elterngeld auf die Finanzen auswirkt, kann unter Umständen sogar Steuern sparen, zum Beispiel durch einen Wechsel der Lohnsteuerklasse.

Elterngeld und Finanzen
Die richtige Planung mit dem Elterngeld kann sich auch günstig auf die Besteuerung auswirken
(c) iStock/m-imagephotography

Eltern, die Paarmonate nehmen, sollten die Anrechnung des Mutterschaftsgeldes bei der Planung ihrer Elternzeit-Monate berücksichtigen.

Steuern sparen beim Elterngeld?

Das Elterngeld wird grundsätzlich steuerfrei ausgezahlt. Wie alle Lohnersatzleistungen unterliegt das Elterngeld aber dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet: Dem zu versteuernden Einkommen wird das Elterngeld zugerechnet und dadurch kann sich unter Umständen der Steuersatz erhöhen. Steuerlich berücksichtigt wird aber nur das Erwerbseinkommen ohne Elterngeld. Je nachdem, wie sich der Steuersatz erhöht, kann sich das Elterngeld also steuerlich ungünstig auswirken.

Steuerklasse wechseln

Je nach persönlicher Lage kann es sinnvoll sein, vor der Geburt bereits in eine günstigere Steuerklasse zu wechseln. Der Wechsel kann mitten im Jahr erfolgen, sollte aber rechtzeitig vor der Geburt veranlasst werden. Da zur Berechnung des Elterngeldes das Einkommen der letzten zwölf Monate herangezogen wird, sollte die Steuerklasse hier auch überwiegen, also mindestens sieben Monate vor Beginn des Mutterschutzes erfolgen.

Für gemeinsam steuerlich veranlagte, verheiratete Paare empfehlen sich die Steuerklassen III für denjenigen Elternteil, der überwiegend Elterngeld bezieht und Steuerklasse V für den anderen Elternteil. Vorstellbar ist auch, dass beide Partner in die Steuerklasse IV wechseln.

Anrechnung des Elterngeldes auf das Mutterschaftsgeld

In den ersten Wochen nach der Geburt steht die Mutter noch unter dem gesetzlichen Mutterschutz und erhält Mutterschaftsgeld. Bei Früh- oder Mehrlingsgeburten verlängert sich der gesetzliche Mutterschutz entsprechend auf zwölf Wochen nach der Geburt. Nimmt die Mutter innerhalb des Mutterschutzes selbst Elternzeit, so wird das Mutterschaftsgeld auf ihr Elterngeld angerechnet.

Daher empfiehlt es sich, dass der Partner in den ersten zwei Monaten nach der Geburt Elterngeld beansprucht. Das Mutterschaftsgeld wird nicht auf das zu beziehende Elterngeld des Partners angerechnet.

Elterngeld und Kindergeld

Kindergeld wird einkommensunabhängig vom Staat gezahlt, daher wird es nicht auf das Elterngeld angerechnet. Für die ersten beiden Kinder erhalten Eltern ab 1. Juli 2018 204 Euro monatlich, für das dritte Kind 210 Euro monatlich und ab dem vierten und für jedes weitere Kind 235 Euro monatlich.

Elterngeld und Krankenversicherung

Pflichtmitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung sind während der Elternzeit ganz normal weiter versichert und müssen keine Beiträge für die Krankenversicherung zahlen. Freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung Versicherte sowie privat Versicherte bleiben zwar auch weiterhin versichert, müssen jedoch ihre Krankenkassenbeiträge weiter selber zahlen. Das betrifft vor allem Selbstständige.

Was gilt es beim Antrag auf Elterngeld zu beachten?

Der Antrag auf Elterngeld erfolgt am besten sobald wie möglich nach der Geburt des Kindes an die zuständige Elterngeldstelle. Zwar kann das Elterngeld grundsätzlich innerhalb der ersten 14 Lebensmonate des Kindes bezogen werden, rückwirkend wird Elterngeld aber nur für drei Monate vor dem Lebensmonat des Kindes, in dem der Antrags bei der Elterngeldstelle eingeht, bewilligt.

Um Elterngeld für den vollen Berechtigungszeitraum zu erhalten, sollte der Antrag also spätestens zum Ende des vierten Lebensmonats erfolgen.

Folgende Unterlagen werden für den Antrag benötigt:

  • Geburtsbescheinigung im Original
  • Geburtsurkunde in Kopie
  • Einkommensnachweise für die letzten zwölf Monate vor der Geburt
  • Bewilligungsbescheid über Mutterschaftsgeld der gesetzlichen Krankenkasse
  • bei Angestellten Nachweis des Arbeitgebers über die gewährte Elternzeit
  • je nach Lebenssituation können noch weitere Unterlagen erforderlich sein

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Weiterlesen: Elterngeld in der Arbeitslosigkeit

Autor: Karin Wunder
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Quellen

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