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Scheidung

Autor: Christian Fiala, Medizinautor
Letzte Aktualisierung: 14. März 2017

In Deutschland sind Jahr für Jahr etwa 150.000 minderjährige Kinder von der Scheidung ihrer Eltern betroffen. Jährlich werden vor deutschen Gerichten knapp 190.000 Scheidungen vollzogen. Zum Vergleich werden jährlich rund 380.000 Ehen geschlossen. Während in Tabellen des Statistischen Bundesamtes die Zahl der Eheschließungen seit 1950 kontinuierlich weniger wurden, stieg die Zahl der Scheidungen in diesem Zeitraum an.

Scheidung
Für Kinder ist es schlimm, wenn die Eltern sich nicht mehr verstehen und es zur Scheidung kommt
© iStock.com/Squaredpixels

Ein Trennungsprozess läuft meist nicht reibungslos ab und bis zu einer Scheidung vergeht oft ein längerer Zeitraum. Dieser Prozess ist oft mit persönlichen Enttäuschungen und Verletzungen verbunden. Gleichzeitig sollen Betroffene finanzielle und rechtliche Entscheidungen treffen, die das Verhältnis der Ehepartner noch zusätzlich belasten. Für Kinder solcher Eltern ist diese Phase in ihrem Leben oft besonders schwierig. Der Streit ums Sorgerecht und um materielle Dinge wie Unterhalt oder Eigentum belasten die gesamte Familie sehr.

Trennungsjahr und Ausnahmefälle

In der Regel geht einer Scheidung eine Zeit der räumlichen Trennung voraus. Man spricht hier vom so genannten Trennungsjahr. In Ausnahmefällen, wie beispielsweise nach einer schweren Straftat, kann ein Ehepartner jedoch sofort die Scheidung einreichen, wie es etwa die Ehefrau des so genannten Doppelmörders von Krailling getan hat, der seine beiden Nichten ermordet hatte. Noch vor Prozessbeginn wurde diese Blitzscheidung vollzogen. Hier gilt als Scheidungsgrund „unzumutbare Härte“ bei schweren Verbrechen gegen den Ehepartner oder dessen Angehörigen

Voraussetzung für eine Scheidung

Für eine Scheidung gilt seit Abschaffung des so genannten Schuldprinzips, zu dem böswilliges Verlassen oder seelische Grausamkeit zählte, nur noch das Zerrüttungsprinzip. Dieses erklärt eine Ehe als gescheitert, wenn die „Lebensgemeinschaft der Eheleute nicht mehr besteht und nicht erwartet werden kann, dass die Ehegatten sie wieder herstellen“. Wer also das Scheitern einer Ehe zu verantworten hat, spielt nun keine Rolle mehr im Verfahren.

Grundsätzlich ist heute eine Trennung Voraussetzung für eine Scheidung. Eheleute leben dann getrennt, wenn sie keine häusliche Gemeinschaft bilden oder sie im gemeinsamen Haushalt „getrennt von Tisch und Bett“ leben. Diese Trennung muss im Regelfall mindestens ein Jahr andauern, bis ein Scheitern der Ehe offiziell festgestellt wird. In diesem Jahr haben die Eheleute die Möglichkeit zu prüfen, ob sie die Ehe wirklich nicht aufrechterhalten möchten.

Scheidung nach der Trennungszeit

Sind sich die Ehepartner nach dem Trennungsjahr einig, dass sie geschieden werden möchten, muss der Richter sie scheiden. Es kommt nun zur „einvernehmlichen Scheidung". Ist ein Partner mit der Scheidung nicht einverstanden, spricht man von einer „streitigen Scheidung“. Überzeugt der Scheidungswillige den Richter davon, dass die Ehe nicht mehr aufrechterhalten werden kann, so kann dieser die Scheidung vollziehen. Ansonsten kann die Trennungszeit bis zu drei Jahre andauern. Dann kann die Ehe allerdings gegen den Willen des Partners, der nicht in die Scheidung einwilligt, geschieden werden, denn hier wird „das Scheitern der Ehe unwiderlegbar vermutet“. In außergewöhnlichen Sonderfällen gibt es hier jedoch Ausnahmen.

Was kann sich nach einer Scheidung ändern?

Das Sorgerecht für gemeinsame Kinder muss geregelt werden. Gibt es nach der Scheidung einen alleinerziehenden Elternteil, kann sich dieser die Steuerklasse II mit Kinderfreibetrag eintragen lassen. Vermögen und Schulden werden in der Regel aufgeteilt, sollte nicht ein Ehevertrag anderes vorsehen. Auch der Versorgungsausgleich bezüglich etwaiger Rentenansprüche muss geregelt werden. Nach einer Scheidung haben beide das Recht, den Ehenamen weiter zu führen. Derjenige, der bei der Heirat den Namen des anderen angenommen hat, kann nun auch wieder den Namen führen, den er vor der Scheidung hatte.

TIPP: Ausführliche Infos können Sie in dem Ratgeber Scheidung des Bundesverbands der Rechtsjournalisten e. V. nachlesen, den Sie hier runterladen können.

Autor: Christian Fiala, Medizinautor
Letzte Aktualisierung: 14. März 2017
Quellen

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