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Sonntag, 24. Juni 2018
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Sexualstörungen der Frau (Frigidität)

Frigidität bezeichnet eine Sexualstörung der Frau, die durch länger als sechs Monate anhaltende Lustlosigkeit gekennzeichnet ist. Als Ursache liegt meistens eine psychosomatische Störung zugrunde.

Sexualstörungen der Frau (Frigidität)
Die anhaltende sexuelle Lustlosigkeit ist eine Sexualstörung der Frau (Frigidität)
(c) Getty Images/iStockphoto

In manchen Fällen ist diese ausgeprägte Form sexueller Lustlosigkeit auch organischen Ursprungs. Viele dieser sogenannten sexuellen Appetenzstörungen können mit entsprechender Therapie behandelt werden. Die Bezeichnung „Frigidität“ wird häufig abwertend verwendet.

Symptome der Frigidität

Als Leitsymptom für Frigidität gilt eine ausgeprägte sexuelle Lustlosigkeit, die mindestens sechs Monate andauert. Auch bei sexuellen Aktivitäten empfinden Betroffene Frauen keine Erregung oder Lust.

Ursachen für Frigidität

Für die extreme Lustlosigkeit (Frigidität) können psychische, aber auch organische Ursachen in Frage kommen.

  • traumatische Erlebnisse in der Vergangenheit
  • Probleme in der Partnerschaft
  • Probleme mit dem eigenen Körper
  • generelle Abneigung gegenüber jeglichen sexuellen Handlungen
  • in seltenen Fällen anatomisch oder organisch (Hormonmangel durch Hypogonadismus) bedingt

Frigidität in den Wechseljahren

Im Rahmen der Wechseljahre können hormonelle Faktoren dazu führen, dass es zu einer Frigidität kommt. Sowohl der Verlust der Libido als auch die Scheidentrockenheit beeinflussen in dieser Phase die Sexualität der Frau. Betroffene sollten mit Ihrem Arzt darüber sprechen: Geeignete Therapien bringen Frauen in den Wechseljahren die Lust am Sex zurück.

Diagnose der Frigidität: Test durch Untersuchung

Um die Ursache einer Frigidität zu bestimmen, sollte untersucht werden, ob organische Erkrankungen hierfür in Frage kommen. Bei Fehlfunktionen der Eierstöcke kann der sogenannte Hypogonadismus als Ursprung einer sexuellen Appetenzstörung gelten. Dieser verursacht Hormonstörungen, die sich auf die Libido der Frau auswirken können, er ist jedoch sehr selten.

Psychosomatische Therapie bei Frigidität

Kann der behandelnde Arzt organische Ursachen einer Frigidität ausschließen, sollte eine Therapie im Sinne einer Sexualberatung eingeleitet werden, die in den meisten Fällen den Partner mit einbezieht und als sogenannte Paartherapie durchgeführt wird. Dies ist erforderlich, weil der Ursprung einer psychosomatisch bedingten Frigidität meist innerhalb der Beziehung zu finden ist. Ist die Frigidität aufgrund von Erlebnissen in der Vergangenheit vor der aktuellen Beziehung entstanden, muss nicht unbedingt immer eine Paartherapie erfolgen. Ist jedoch eine Paartherapie erforderlich und einer der Partner weigert sich, daran teilzunehmen, wird eine erfolgreiche Therapie nicht möglich sein. Bei erfolgreicher Therapie wird sich die sexuelle Appetenz der Betroffenen wieder einstellen.

Therapie der Frigidität durch den Frauenarzt?

Da die Behandlung einer Frigidität besondere psychologische Fähigkeiten des Behandlers erfordert, ist nicht automatisch der Frauenarzt der richtige Ansprechpartner. Nur wenige Gynäkologen haben diese Qualifikation, obwohl sie von Betroffenen oft als der Experte für Sexualität gesehen werden. Der behandelnde Arzt sollte betroffene Frauen zu entsprechenden Fachleuten überweisen. Speziell ausgebildete Sexualtherapeuten führen solche Therapien durch.

Frigidität: Homöopathie als Behandlung?

Homöopathische Mittel können zur Therapie von Sexualstörungen wie Frigidität eingesetzt werden, wenn organische Ursachen ausgeschlossen oder abgeklärt wurden. Welche homöopathischen Gaben oder welches Naturheilverfahren angewandt wird, sollte vorab mit einem Experten besprochen werden. Homöopathie als Behandlung von Frigidität wird unter anderem zum Beispiel verwendet, wenn die Einnahme der Anti-Baby-Pille zum Verlust der Libido führte.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 12. Dezember 2017
Quellen: Breckwoldt, M., Kaufmann, M.; Pfleiderer, A.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme Verlag, Stuttgart 2008; De Gruyter: Pschyrembel Klinisches Wörterbuch 2014. de Gruyter Verlag, Berlin 2013

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