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Schwangerschaftsvorsorge

Vorsorge in der Schwangerschaft: Welche Selbstzahlertests sich lohnen

Autor: Karin Wunder / sw
Letzte Aktualisierung: 04. Juni 2018

Schwangere Frauen können eine Reihe von Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen. Viele sind Kassenleistungen, andere müssen die werdenden Mütter selbst zahlen. Wir klären auf, wann eine Selbstzahleruntersuchung sinnvoll sein kann und welche Tests sich wirklich lohnen.

Vorsorge in der Schwangerschaft: Welche Selbstzahlertests sich lohnen
Hauptsache gesund: Dieser Wunsch für ihr Baby lässt viele werdende Mütter Untersuchungen erwägen, die sie aus eigener Tasche zahlen müssen
Evgenya Tamanenko / iStock

Um Risiken in der Schwangerschaft frühzeitig zu erkennen und abzuwenden, steht Frauen, die ein Baby erwarten, eine Reihe von Vorsorgeuntersuchungen zu. Diese finden bis zur 32. Schwangerschaftswoche alle vier- und danach alle zwei Wochen statt.

Diese Untersuchungen stehen in den Mutterschaftsrichtlinien und werden im Mutterpass dokumentiert. Die Kosten dafür tragen die gesetzlichen und privaten Krankenkassen.

Selbstzahler-Leistungen sind in der Regel nicht medizinisch notwendig

In Deutschland ist die gesundheitliche Versorgung von Schwangeren immer noch sehr engmaschig und auf einem hohen Niveau. Abhängig von der Dauer der Schwangerschaft sind so ganze zehn bis zwölf Termine für Vorsorge-Untersuchungen in der Schwangerschaft vorgesehen. Bei erhöhtem Risiko für bestimmte Erkrankungen oder Komplikationen auch mehr.

Viele Tests, die zusätzlich angeboten werden, sind keine Standard-Vorsorgeuntersuchungen, sondern gehören in den Bereich der pränatalen Diagnostik. Solche Untersuchungen sind eigentlich eher für Schwangere mit einem erhöhten Risiko oder bei dringendem Verdacht auf Komplikationen gedacht. Laut der Zeitschrift "Ökotest" werden sie mittlerweile von Frauen mit unauffälliger Schwangerschaft genauso oft in Anspruch genommen wie von Schwangeren mit möglichen Komplikationen. Bei einer Studie, für die Untersuchungen von 1.300 Schwangerschaften ausgewertet wurden, stellte sich daraus, dass fast alle Schwangeren im Rahmen ihrer Schwangerschaftsvorsorge mindestens ein CTG anfertigen ließen, obwohl sie dieses als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) selbst zahlen mussten.

Auch verschiedene Tests auf Infektionen werden Schwangeren oft angeboten, obwohl sie nicht zur üblichen Vorsorge gehören. Die Kosten dafür müssen ebenfalls aus eigener Tasche gezahlt werden, wenn sie medizinisch nicht notwendig sind.

Ein Überblick über die häufigsten Tests für Selbstzahler:

Toxoplasmose

Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die durch den Parasiten Toxoplasma gondii verursacht wird. Die Übertragung erfolgt über rohes Fleisch, ungewaschenes Gemüse und Obst oder über die Erde. Viele Katzen tragen den Parasiten in sich. Schwangere können sich theoretisch auch über Katzenkot und -urin anstecken. Wenn eine Frau in der Schwangerschaft erstmals an Toxoplasmose erkrankt, kann das Baby geschädigt werden und die Gefahr einer Früh- oder Totgeburt steigt stark an.

Von den Experten des vom Spitzenverband Bund der Krankenkassen e.V. initiierten IGeLMonitors wird der Toxoplasmose-Test nur bei begründetem Verdacht auf eine Infektion empfohlen. Dann übernehmen auch die Krankenkassen die Kosten. Ohne begründeten Verdacht ist der Test eine Selbstzahlerleistung und kostet die Schwangere um die 15 Euro.

Zytomegalie (CMV)

Eine Erstinfektion mit Zytomegalie-Viren (aus der Gruppe der Herpes-Viren) in der Schwangerschaft lässt die Wahrscheinlichkeit für Fehlbildungen und Organschäden beim Baby steigen. Die Ansteckung mit CMV erfolgt beim Geschlechtsverkehr, über Speichel oder auch über die Muttermilch. Etwa vierzig Prozent aller Menschen haben bei uns die Erkrankung schon einmal durchgemacht. Ein Zytomegalie-Test wird in der Regel von den Krankenkassen nicht - oder nur bei begründetem Verdacht - übernommen und muss daher in der Regel selbst gezahlt werden. Durchschnittlich 15 Euro kostet der Test.

Hepatitis

Der Test auf Hepatitis A und B ist laut Mutterschaftsrichtlinien im letzten Drittel der Schwangerschaft vorgesehen. In der Schwangerschaft steckt sich das Baby selten bei der Mutter an. Anders sieht das bei der Geburt aus. Manche Ärzte empfehlen die Hepatitis-Untersuchung zu einem früheren Zeitpunkt, da bei Hepatitis ein erhöhtes Frühgeburts-Risiko besteht. Wird er zu einem früheren Termin durchgeführt, muss dieser Test in der Regel allerdings selbst gezahlt werden.

Streptokokken

B-Streptkokokken kommen relativ häufig in der Vagina vor. Für gesunde Schwangere ist das kein Problem, anders sieht es jedoch mit ihren Babys aus. Sie können sich bei vaginaler Geburt mit den Bakterien infizieren. Steckt sich das Baby bei der Geburt mit B-Streptkokokken an, kann dies schwere Schädigungen nach sich ziehen, es kann zur Blutvergiftung oder Gehirnhautentzündung kommen. Aus diesem Grund erhalten infizierte Schwangere kurz vor der Geburt Antibiotika.

Ob die Krankenkassen die Kosten für einen Streptokokken-Test übernehmen, ist unterschiedlich. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann diese Untersuchung als IGeL-Leistung durchführen lassen. Die Kosten liegen zwischen 10 und 30 Euro. Empfehlenswert ist ein Test relativ nah am errechneten Geburtstermin.

Autor: Karin Wunder / sw
Letzte Aktualisierung: 04. Juni 2018
Quellen

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