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Vorsorge in der Schwangerschaft: Welche Selbstzahlertests sich lohnen

Schwangere Frauen können eine Reihe von Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen. Viele sind Kassenleistungen, andere müssen die werdenden Mütter selbst zahlen. Wann eine Selbstzahleruntersuchung sinnvoll sein kann, fasst 9monate für Sie zusammen.

Vorsorge in der Schwangerschaft: Welche Selbstzahlertests sich lohnen
Hauptsache gesund: Dieser Wunsch für ihr Baby lässt viele werdende Mütter Untersuchungen erwägen, die sie aus eigener Tasche zahlen müssen
Evgenya Tamanenko / iStock

Um Risiken in der Schwangerschaft frühzeitig zu erkennen und abzuwenden, steht Frauen, die ein Baby erwarten, eine Reihe von Vorsorgeuntersuchungen zu. Dazu zählen etwa Ultraschall, regelmäßige Kontrollen, wie das Kind liegt, sowie der Test auf eine Infektion mit Röteln. Diese Untersuchungen stehen in den Mutterschaftsrichtlinien und werden im Mutterpass dokumentiert. Die Kosten dafür tragen die Krankenkassen.

Mit Selbstzahler-Leistungen eher vorsichtig sein

Darüber hinaus gibt es weitere Tests auf Infektionen, die Schwangere oft angeboten bekommen, obwohl sie nicht zur üblichen Vorsorge gehören. Medizinisch notwendig sind sie nach Einschätzung des Bundesausschusses von Ärzten und Krankenkassen nicht. Werdende Mütter müssen diese Untersuchungen daher in der Regel aus eigener Tasche als sogenannte  Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) bezahlen.

Vorsorge je nach Lebensumständen der Schwangeren

„Generell reicht das, was in den Mutterschaftsrichtlinien vorgesehen ist, aus“, sagt Ursula Jahn-Zöhrens vom Deutschen Hebammenverband. Sie rät eher zu Zurückhaltung bei den Selbstzahlerleistungen wie Nackenfaltenmessung.

Im Folgenden ein Überblick, welche Tests sinnvoll sein können:

  • Toxoplasmose: Kassen übernehmen den Test zum Beispiel, wenn eine Schwangere in der Landwirtschaft arbeitet. Sinnvoll kann er auch sein, wenn sie eine Katze besitzt. „Wer nichts mit Tieren zu tun hat, bei dem ist der Test unnötig“, sagt Jahn-Zöhrens. Verursacht wird die Infektion von einzelligen Parasiten, die Tiere, insbesondere Katzen, in sich tragen. Daneben sind verunreinigte Lebensmittel oder nicht durchgegartes Fleisch mögliche Ansteckungsquellen. Abhängig vom Zeitpunkt einer Infektion kann die Toxoplasmose unbehandelt beim Kind noch Monate und Jahre nach der Geburt zu schweren Schäden am Zentralnervensystem und an den Augen führen.

  • Zytomegalie (CMV): Diesen Test hält Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, für durchaus empfehlenswert. Laut Professor Klaus Friese von der Uni-Frauenklinik in München zahlen einzelne Kassen ihn bereits. Die Infektion mit Erregern aus der Gruppe der Herpesviren sei verantwortlich für „eine der schwerwiegendsten Veränderungen bei Neugeborenen“. Möglich sind unter anderem Kopf- und Gehirnveränderungen, die zu lebenslangen Beeinträchtigungen führen. Im schlimmsten Fall stirbt das Kind im Mutterleib. Bislang gibt es keine Therapie gegen Zytomegalie.

  • Hepatitis: Eine Impfung vor der Schwangerschaft schützt vor den Virustypen A und B. Im letzten Schwangerschaftsdrittel ist eine Blutuntersuchung auf die meist durch Viren verursachte Infektion eine im Mutterpass vorgesehene Vorsorgeuntersuchung. Albring rät aber, den Test schon zu Beginn der Schwangerschaft durchführen zu lassen. Denn Hepatitis erhöht das Risiko für eine Frühgeburt und kann beim Kind zu Leberschäden führen.

  • Streptokokken der Gruppe B: Diese Bakterien können bei einem Neugeborenen zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung führen. Oft wird Schwangeren geraten, sich etwa in der 36. Schwangerschaftwoche darauf testen zu lassen. „Das halten wir nicht für sinnvoll“, sagt Albring. Der Grund: Bei vielen Frauen dauere es nach dem Test meist noch vier bis fünf Wochen bis zur Geburt – in dieser Zeit kann sich eine Schwangere die Infektion noch zuziehen. Ein späterer Test auf Streptokokken in der Schwangerschaft sei also sinnvoller.

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Letzte Aktualisierung: 05. Februar 2016

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