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Montag, 26. Februar 2018
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3D-Ultraschall

Zusätzlich zu den normalen Ultraschall-Untersuchungen bieten Ärzte 3D-Untersuchungen an - im Volksmund auch "Babyfernsehen" genannt. Diese Untersuchungen müssen allerdings meist privat gezahlt werden.

3-D-Ultraschall
Zunehmend bieten Gynäkologen auch Bilder in 3-D an. Erfahrung im Umgang mit der Methode ist jedoch wichtig
(c) Getty Images/iStockphoto

Als Screening, das den Schwangerschaftsverlauf und die Entwicklungen des Babys überwachen soll, sind nach den Mutterschaftsrichtlinien drei Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft vorgeschrieben. Diese Ultraschall-Untersuchungen werden als diagnostische Untersuchungen von der Krankenkasse bezahlt und in der Regel mit einem herkömmlichen Ultraschallgerät angefertigt.
Über die diagnostischen Ultraschalluntersuchungen hinaus bieten viele Ärzte 3D-Ultraschallbilder als "Babyfernsehen" an. Werdende Eltern können Ihr Baby so bereits schon im Mutterleib lebensecht sehen.

Ultraschalluntersuchungen zu diagnostischen Zwecken

Bereits in der achten bis zwölften Woche lassen sich bei einer Ultraschall-Untersuchung rund 20 chromosomale Entwicklungsstörungen erkennen. Zwischen der elften und vierzehnten Woche können die ultraschallenden Gynäkologen nach einem Marker fahnden, der transparenten Nackenfalte, um einen Hinweis auf eine mögliche Fehlbildung - zum Beispiel die Trisomie 21 - zu erhalten.

Wann ist ein guter Zeitpunkt für einen 3D-Ultraschall?

Wer einen 3D-Ultraschall als Babyfernsehen nutzen möchte, wählt dafür am besten einen Termin zwischen der 20. und 30. Schwangerschaftswoche. Dann ist das Baby einerseits meist schon sehr gut zu erkennen, andererseits hat es noch genügend Platz, um im Mutterleib zu turnen und sich zu drehen. Allerdings kann es auch immer mal sein, dass das Baby den 3D-Ultraschall nicht zu mögen scheint und sich wegdreht, schläft oder "versteckt".

Was kostet ein 3D-Ultraschall in der Schwangerschaft?

Die meisten Gynäkologen bieten inziwschen 3D-Ultraschall in der Schwangerschaft an. Der 3-D-Ultraschall ist eine Leistung der Individuelle Gesundheitsvorsorge (IGeL), weshalb die Kosten von der Schwangeren in der Regel selbst bezahlt werden müssen. Die Kosten für den 3D-Ultraschall liegen je nach Umfang - ob inklusive Film, CD etc. - meist zwischen 45 und 150 Euro.

Video eines 3D-Ultraschalls in der 36. Schwangerschaftwoche

3D-Ultraschall in der 36. SSW

 

2D oder 3D?

In ihrer Doktorarbeit stellte Dr. med. Irina-Brigitte Ziegelmüller-Uhlmann fest, dass "der routinemäßige Einsatz des 3D-Gerätes bei jeder Schwangeren nicht sinnvoll ist." Eine Studie mit 120 Schwangeren zeigte, dass der dreidimensionale Ultraschall bei der Erstdiagnose von fetalen Fehlbildungen keine Vorteile gegenüber dem konventionellen Ultraschall hat, wenn dieser von einem erfahrenen Untersucher durchgeführt wird. Eine Indikation für den Einsatz des dreidimensionalen Ultraschalls ist gegeben, wenn es schon einen Hinweis auf eine fetale Missbildung gibt. So zieht Dr. Ziegelmüller-Uhlmann die Schlussfolgerung, dass sich "der Einsatz in der Pränataldiagnostik, welchen man sich zu Anfang versprochen hatte, [...] bislang noch nicht erfüllt" hat.

Eine weitere Studie von Clementschitsch G., Hasenöhrl G., Schaffer H., Steiner H. in der Frauenklinik der LKA Salzburg, Salzburg; Österreich verglich 2- und 3-dimensionale Untersuchungen der Nackentransparenz. Ein Ergebnis dieser Untersuchung an 150 Patientinnen: "Ein signifikanter Unterschied der Messwerte war nicht festzustellen."

Erfahrung ist wichtig

Der Ultraschall - und das gilt besonders für die neue Technik des 3D-Ultraschall - gewährleistet nicht per se Erkenntnisgüte, sondern ist in starkem Maße von der Qualifikation des Anwenders abhängig. Ein erfahrener Arzt, der die DEGUM-Ausbildung Stufe II hat, wird bei der Diagnostik auf seine langjährige und umfangreiche Erfahrung und Schulung zurückblicken können. Gerade die Diagnostik der Nackenfalte setzt viel einschlägige Erfahrung voraus, weil die Eihäute die fragliche Nackenfalte imitieren und den Arzt irreführen können.

3-D-Ultraschall - Zukunftsmusik?

Dass der Arzt mit dem Schallkopf nur einmal über das Untersuchungsfeld zu streichen braucht und aus den dabei aufgenommenen Daten eine leicht interpretierbare 3D-Darstellung gewinnt, ist noch Zukunftsmusik. Fortbildung der Anwender und Qualitätssicherung sind noch nicht so weit verbreitet und entwickelt und die meisten Gynäkologen haben noch keine ausreichenden Erfahrungen mit der neuen Technik. Zahlreiche Experten warnen vor der schnellen Begeisterung für die neue Technik. Viele der niedergelassenen Gynäkologen haben mehr Erfahrungen mit den herkömmlichen Geräten und sind daher eher in der Lage diese Bilder zu interpretieren.

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Letzte Aktualisierung: 11. August 2017

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