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Schwanger - wann sage ich es dem Chef?

Wenn ein Baby unterwegs ist, gibt es viel zu bedenken: Ist die Wohnung groß genug? Reicht das Geld? Und bedeutet die Mutterschaft eigentlich, dass die Karriere auf Eis gelegt wird?

Schwanger - wann sage ich es dem Chef?
Über die Schwangerschaft sollte man mit dem Arbeitgeber sprechen, damit für alle eine gute Lösung gefunden werden kann
© iStock.com/demaerre

Eine nicht unbegründete Sorge, zeigte unlängst eine Umfrage der Fachhochschule Frankfurt am Main: Unter 1.800 berufstätigen Müttern, wurden bei 72 Prozent der Befragten Karriereschritte während der Schwangerschaft gestrichen und ungefähr jede zweite Frau musste hinnehmen, dass die versprochene Gehaltserhöhung während der Schwangerschaft nicht oder nicht in der besprochenen Höhe stattfand.

Sollte die frohe Botschaft also besser zurückgehalten werden? Rein rechtlich wäre das möglich, denn die Mitteilungspflicht nach dem Mutterschutzgesetz ist eine Soll-Vorschrift. Diese sieht vor, dass der Arbeitgeber über die Schwangerschaft und den vermutlichen Entbindungstermin informiert werden sollte, sobald die Mitarbeiterin Kenntnis davon hat. Aber in den meisten Fällen unterrichten Schwangere ihren Arbeitgeber erst nach der13. Schwangerschaftswoche (13. SSW), denn bis zu diesem Zeitpunkt besteht noch ein erhöhtes Risiko einer Fehlgeburt.

Wichtig: Schwangere Arbeitnehmerinnen kommen erst in den Genuss der umfangreichen Schutzvorschriften des Mutterschutzgesetzes, wenn ihr Arbeitgeber Bescheid weiß. Gerade Schwangere, die in der Pflege arbeiten, in ihrer Arbeit Lasten heben müssen oder mit bedenklichen Stoffen in Kontakt kommen, sollten daher mit der Bekanntgabe ihrer Schwangerschaft nicht zu lange warten.

Arbeitgeber zum eigenen Schutz nicht zu spät über Schwangerschaft informieren

Frauen sollten jedoch nicht zu lange mit der Bekanntgabe der Schwangerschaft warten, da sie erst danach von den vielfältigen gesetzlichen Regelungen des Mutterschutzes profitieren. Zum Beispiel vom Kündigungsschutz, der während der Schwangerschaft und bis zu vier Monate nach der Entbindung gilt. Auch dürfen Schwangere keine schweren körperlichen Arbeiten mehr ausführen oder gesundheitsgefährdenden Stoffen ausgesetzt sein. Werdende Mütter dürfen nicht mehr als 8,5 Stunden täglich oder 90 Stunden in der Doppelwoche arbeiten. Im Rahmen eines sogenannten individuellen Beschäftigungsverbots kann der weitere Einsatz am Arbeitsplatz sogar ganz oder auch teilweise verboten werden, sofern ein entsprechendes ärztliches Attest vorliegt. In diesem Fall wird die Schwangere bei vollem Lohn von der Arbeit freigestellt. 

Von diesen umfangreichen gesetzlichen Regelungen ist natürlich auch der Arbeitgeber betroffen. Vielfältige Aufgaben kommen auf ihn zu: Er muss Arbeitsabläufe neu ordnen, Wissen erhalten, den Betrieb sichern und Perspektiven für die künftige Zusammenarbeit entwerfen.

Lustige Wege, die Schwangerschaft bekanntzugeben

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Gespräch mit dem Chef in Ruhe führen

Es gibt also genug zu besprechen und daher sollte das Gespräch zwischen Vorgesetzten und Mitarbeiterin auf keinen Fall zwischen „Tür und Angel“ stattfinden. Vielleicht hat die schwangere Mitarbeiterin bereits klare Vorstellungen und Pläne, die sie dem Chef mitteilen möchte. Dabei gilt: Je konkreter die Pläne für die berufliche Zukunft aussehen, desto einfacher wird das Gespräch. Themen wie Elternzeit sollten gemeinsam besprochen und geklärt werden, damit sich alle Beteiligten darauf einstellen können, wie es im Job nach der Schwangerschaft weitergeht. Im Idealfall wird erst der >Arbeitgeber informiert und erst im Anschluss die Kollegen.

Aber: Tragfähige Vereinbarungen rund um den Arbeitsplatz der werdenden Mutter kann der Arbeitgeber selten frühzeitig treffen – denn die konkreten Auswirkungen der lebensverändernden Ereignisse wie die Geburt eines Kindes sind schwer einschätzbar. Was bleibt, ist in „guter Hoffnung sein“ für Arbeitnehmerin und Arbeitgeber gleichermaßen!

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