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Hilfsangebote für Schwangere

Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 17. Februar 2017

Eine Schwangerschaft stellt Frauen vor ganz neue Herausforderungen. Einige Schwangere machen sich auch Sorgen, etwa, weil sie in finanziellen Nöten sind, bei Trennung oder einer ungeplanten Schwangerschaft.

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Hilfsangebote für Schwangere können die diversen Beratungsstellen vermitteln
© iStock.com/bowdenimages

Für Schwangere gibt es daher in Deutschland Hilfsangebote. Eine gute Anlaufstelle sind die Schwangerschaftsberatungsstellen. Die Expertinnen und Experten kennen sich aus, helfen selbst oder vermitteln weitere Hilfen.

Auch psychische Belastungen oder eine Risikoschwangerschaft können dazu führen, dass Schwangere Hilfsangebote in Anspruch nehmen. So gibt es spezielle Schwangeren-Kuren, die ärztlich verordnet werden können oder Haushaltshilfen für Schwangere, während und nach der Entbindung.

Sehr junge oder minderjährige Schwangere können ebenfalls auf ein breit aufgestelltes Hilfsangebot zurückgreifen: das Jugendamt oder Schwangerschaftsberatungsstellen helfen weiter.

Schwangerschaftsberatung in Deutschland

In Deutschland haben alle Schwangeren sowie ihre Partner einen Anspruch auf Beratung. Beratung wird angeboten von freien oder kirchlichen Trägern sowie Schwangerschaftsberatungsstellen der Kommunen oder Kreise. Die Angebote sind kostenlos. Auch Schwangerschaftskonfliktberatung wird hier durch qualifizierte Fachkräfte durchgeführt.

Eine umfangreiche Suche nach Beratungsstellen für Schwangere finden Sie auf der Website des Bundesfamilienministeriums: http://www.familienplanung.de/beratung/beratungsstellensuche/

Finanzielle Hilfe in der Schwangerschaft

Finanzielle Hilfe in der Schwangerschaft wird Frauen gewährt, die sich in Notlagen befinden, zum Beispiel nach einer Trennung oder wenn Sozialleistungen nicht ausreichen. Die Hilfen der Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ müssen nicht zurückgezahlt werden und werden auch nicht auf Sozialleistungen angerechnet. Sie sind außerdem nicht pfändbar.

Voraussetzung für die finanzielle Hilfe sind eine nachgewiesene Schwangerschaft (durch Mutterpass oder ärztliches Attest), sowie ein Wohnsitz in Deutschland. Beantragen können Sie die finanzielle Hilfe bei Schwangerschaftsberatungsstellen. Dort wird auch über den Antrag entschieden.

Schwanger in Kur

Schwangere können genauso wie nicht schwangere Frauen eine Kur beantragen. In Schwangeren-Kuren wird auf die Bedürfnisse der werdenden Mütter eingegangen. Kuren empfehlen sich für Schwangere, die sehr gestresst oder erschöpft sind und eventuell zu Hause nicht genügend Rückzugsmöglichkeiten haben, aber auch bei Risikoschwangerschaft.

Voraussetzungen und Antrag für eine Schwangeren-Kur

Wie bei anderen Kuren ist für die Beantragung einer Kur in der Schwangerschaft in der Regel ein ärztliches Attest notwendig. Die Krankenkassen übernehmen bis auf einen geringen Eigenanteil die Kosten. In der Regel beträgt der Eigenanteil 10 Euro pro Kurtag. Eventuell kann bei keinem oder einem sehr geringen Einkommen finanzielle Unterstützung in Form einer Übernahme des Eigenanteils unterstützen. Auskunft darüber gibt unter anderem das Müttergenesungswerk: https://www.muettergenesungswerk.de/

Allgemeine Hilfen für Schwangere

Jede Schwangere hat in Deutschland einen Anspruch auf die Betreuung durch eine Hebamme während und nach der Schwangerschaft und bei der Geburt. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Hebamme. Wer privat krankenversichert ist, sollte die Übernahme der Kosten für die Hebamme individuell klären.

Haushaltshilfe für Schwangere

Gesetzlich krankenversicherte Schwangere haben unter bestimmten Umständen Anspruch auf eine Haushaltshilfe. Diese muss ärztlich verordnet werden. Grundvoraussetzung ist, dass Sie Ihren Haushalt nicht alleine bewältigen können und in Ihrem Haushalt niemand lebt, der das für Sie übernehmen kann. Dafür ist es nicht unbedingt nötig, dass noch weitere Kinder im Haushalt leben. Darüber hinaus muss es medizinische Gründe geben.

So wird Schwangeren eine Haushaltshilfe häufig verschrieben, weil sie aufgrund der Gefahr einer Frühgeburt Bettruhe einhalten müssen. Eine Haushaltshilfe kann auch für die Zeit um die Entbindung beantragt werden. Auskunft darüber erteilen die jeweiligen gesetzlichen Krankenkassen.

Hilfe für junge Mütter

Sehr junge, vor allem minderjährige Mütter stehen bei Schwangerschaft vor vielen Herausforderungen. Häufig ist der Nachwuchs nicht geplant. Fragen wie „Bin ich bereit für ein Kind?“ oder nach der finanziellen Lage stellen sich. Für minderjährige Mütter ist daher das Jugendamt eine gute Anlaufstelle. Das Jugendamt berät und unterstützt junge Schwangere und ihre Partner, klärt über Unterstützungsmöglichkeiten auf.

Auch Schwangerschaftsberatungsstellen stehen jungen Müttern zur Seite, beantworten ihre Fragen und helfen ihnen, mit den neuen Anforderungen fertig zu werden. Spezielle Elternschulen bieten Kurse und Vorträge für junge Schwangere an. Hier lernt man, worauf man in der Schwangerschaft achten sollte, welche Pflege das Baby braucht und wie die Haushaltsführung in einer jungen Familie funktioniert. Auch Geburtsvorbereitungskurse werden angeboten. Ähnliche Kurse bieten Familienbildungsstätten an. In Schwangerschaftsberatungsstellen werden interessierten Schwangeren Kurse vermittelt.

Hilfetelefon „Schwangere in Not – anonym und sicher“

Es kann vorkommen, dass eine Schwangerschaft kein freudiges Ereignis ist, sondern verheimlicht werden muss. Für schwangere Frauen in Konfliktsituationen, die ihre Schwangerschaft verheimlichen, gibt es das bundesweite Hilfetelefon mit einer Beratung zur vertraulichen Geburt. Es ist 24 Stunden am Tag besetzt, der Anruf ist kostenlos und die Telefonnummer erscheint nicht auf dem Einzelverbindungsnachweis. Die Rufnummer lautet:

0800 40 40 020

Das Hilfetelefon für Schwangere ist beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben angesiedelt, der Kontakt ist aber vertraulich und auf Wunsch immer anonym. Eine anonyme Beratung für Schwangere wird nicht nur per Telefon, sondern auch per Online-Beratung angeboten. Weitere Informationen gibt es auf https://www.geburt-vertraulich.de.

Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 17. Februar 2017
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