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Montag, 28. Mai 2018
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Rauchen in der Schwangerschaft

Jedes Jahr werden etwa 170.000 Babys durch ihre Mutter schädlichem Tabakrauch ausgesetzt. Dabei ist Rauchen in der Schwangerschaft gefährlich für das Ungeborene. Wer selbst raucht oder häufig Passivrauch ausgesetzt ist, schadet dem Baby, weil die giftigen Stoffe über die Plazenta in seinen Blutkreislauf gelangen.

Rauchen in der Schwangerschaft
Rauchen in der Schwangerschaft ist schädlich für das Ungeborene - jede nicht gerauchte Zigarette zählt
(c) iStock

Rauchen in der Schwangerschaft: Folgen fürs Kind

Durch das Rauchen von Zigaretten und somit Nikotin setzt sich nicht nur die Schwangere dem Risiko aus, Herz- und Gefäßleiden, Krebs oder andere Erkrankungen zu bekommen. Auch das Ungeborene wird durch das Rauchen in der Schwangerschaft geschädigt und kann unter den Folgen leiden. Die im Tabak enthaltenen Stoffe Nikotin und Kohlenmonoxid gelangen in der Schwangerschaft über die Plazenta in den Kreislauf des Kindes. Dort verengen sie die Blutgefäße und reduzieren den Sauerstoffgehalt in seinem Blut. Raucht die Mutter regelmäßig, wird das Ungeborene nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nahrung versorgt und bleibt in seinem Wachstum zurück. Darüber hinaus setzen rauchende Mütter ihre Kinder verschiedenen Risiken aus. Die Risiken, Folgen und Spätfolgen von Rauchen in der Schwangerschaft sind:

  • Ein niedriges Geburtsgewicht: Kinder von Raucherinnen wiegen im Durchschnitt etwa 200 bis 300 Gramm weniger als Kinder von Nichtraucherinnen.
  • Die Lungen des Kindes sind bis zur Geburt nicht vollständig entwickelt.
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Fehlgeburt und Totgeburt kommt, ist erhöht.
  • Das Risiko eines plötzlichen Kindstodes (SIDS) nimmt zu.
  • Die Möglichkeit einer Frühgeburt nimmt zu.
  • Erkrankungen wie Allergien und Asthma treten in späteren Jahren häufiger auf.
  • Kinder von Raucherinnen haben ein größeres Risiko für angeborene Herzfehler.

Patrick Sullivan, Kardiologe am Seattle Children's Hospital hat in einer Studie die Daten von 14.128 Kindern ausgewertet, die in den Jahren 1989 bis 2011 im US-Staat Washington mit einem Herzfehler geboren wurden. Im Vergleich mit 62.274 zufällig ausgewählten Kindern ohne Herzfehler hat sich gezeigt, dass die Mütter der Kinder, die unter Herzfehlern litten, häufiger in der Schwangerschaft geraucht hatten.

Rauchen vor und in der frühen Schwangerschaft

Auch wenn viele Raucherinnen im Verlauf ihrer Schwangerschaft das Rauchen aufgeben, rauchen zum Zeitpunkt der Geburt noch 18 bis 25 Prozent von ihnen. Da die meisten Fehlbildungen bei Ungeborenen während der Embryonalphase in den ersten drei Monaten entstehen, dürfte vor allem das Rauchen in der Frühschwangerschaft schädlich sein. Leider ist das ausgerechnet die Phase, in der viele Frauen ihre Schwangerschaft noch gar nicht bemerken.

Raucht eine Schwangere täglich zehn Zigaretten, wird das Ungeborene während einer gesamten Schwangerschaft 2.700 Zigaretten „mitrauchen“. Deshalb sollte eine Frau, die Kinderwunsch hat, idealerweise schon vor der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufhören. Die Bedingungen für das Baby können entscheidend verbessert werden, wenn Frauen bereits mit bestehendem Kinderwunsch und vor der Geburt aufhören zu rauchen. Auch ein Rauchstopp innerhalb der ersten drei Schwangerschaftsmonate kann das Risiko für Komplikationen verringern. Daneben verbessert sich auch der Gesundheitszustand der werdenden Mutter.

Schwangere, die das Rauchen reduzieren, um langsam mit dem Rauchen aufzuhören, setzen ihr Baby trotzdem noch vermeidbaren Risiken aus. Besser ist es, sofort mit dem Rauchen aufzuhören, sobald eine Schwangerschaft bekannt ist. Auch E-Zigarette sind in der Schwangerschaft keine Alternative.

Professionelle Hilfe beim Nicht-Rauchen für Schwangere

Die Geburtsmedizin der Berliner Charité bietet beispielsweise den Kurs „Rauchfrei für Mutter und Kind“ an. Hier können Schwangere, die Unterstützung beim Aufhören mit dem Rauchen suchen, professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Auch bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung steht eine Broschüre zum Download bereit. Interessierte können sich „rauchfrei in der Schwangerschaft - Ich bekomme ein Baby“ herunterladen.

Tipps, um mit Rauchen aufzuhören

  • Kaugummi kauen, Wasser trinken, tief durchatmen

  • Gedanklich die nächste Zigarette immer und immer wieder verschieben

  • Bei Lust auf eine Zigarette: Stellen Sie sich bildlich vor, dass Ihr Baby mitraucht und welche Risiken dadurch entstehen. Schauen Sie sich im Internet Videos an, wie Kinder im Mutterleib mitrauchen

  • Sagen Sie sich immer und immer wieder, dass Sie Ihrem Baby den bestmöglichen Start bieten möchten

Sie haben einen weiteren Tipp, wie Sie mit dem Rauchen in der Schwangerschaft aufgehört habe? Dann schreiben Sie uns an redaktion@9monate.de.

 

Illegale Drogen - Komplikationen für das Baby

Illegale Drogen jeglicher Art wie Marihuana, Kokain, Amphetamine, Aufputschmittel oder Narkotika sind während der Schwangerschaft tabu. Sie können eine Reihe von Komplikationen beim Ungeborenen hervorrufen und es in seiner späteren Entwicklung beeinträchtigen. Schwangere haben je nach Art der konsumierten Droge unter anderem mit diesen Folgen zu rechnen:

  • Der Fötus wird in seinem Wachstum beeinträchtigt oder stirbt ab.
  • Das Baby kann untergewichtig oder zu Frühgeburt auf die Welt kommen.
  • Das Baby kann mit Geburtsfehlern zur Welt kommen oder neurologische Störungen haben.
  • Das Kind leidet möglicherweise an Anfallskrankheiten oder Entwicklungsstörungen.
  • Das Risiko eines plötzlichen Kindstods nimmt zu.
  • Das ungeborene Kind wird durch die Sucht der Mutter ebenfalls süchtig und muss nach der Geburt einen Entzug durchmachen.

Alkohol, Nikotin und Suchtmittel jeglicher Art sollten zugunsten des Kindes und der Mutter in der Schwangerschaft vermieden werden, um dem Kind einen bestmöglichen Start ins Leben ohne Entzug zu bieten.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 18. Dezember 2017
Quellen: Online-Informationen des Deutschen Ärzteblattes der Bundesärztekammer Berlin: www.aerzteblatt.de (Stand: März 2016); Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Köln: www.bzga.de (Stand: März 2016)

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