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Wie viel und wofür?

Magnesium in der Schwangerschaft

Der Bedarf an Magnesium erhöht sich in der Schwangerschaft leicht. In der Regel lässt er sich aber über eine ausgewogene Ernährung gut decken. Eine zusätzliche Gabe von Magnesium kann das Risko für Schwangerschaftskomplikationen senken.

Magnesium in der Schwangerschaft
Der erhöhte Bedarf an Magnesium in der Schwangerschaft lässt sich durch magnesiumreiche Lebensmittel wie Bananen gut decken.
© iStock.com/PeopleImages

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Magnesium hat viele Aufgaben

Magnesium wird insbesondere für den Eiweiß- und Fettstoffwechsel sowie für den Knochenaufbau benötigt. Allein ein Drittel des im Körper gespeicherten Magnesiums findet sich im Bindegewebe, vor allem in der Muskulatur. Hier wirkt es vor allem auf das Reizleitungssystem. In der Schwangerschaft "verbraucht" der Gebärmuttermuskel viel Magnesium.

Wenn über die Nahrung nicht ausreichend Magnesium zugeführt wird, kann sich das zum Beispiel in vermehrten Muskelkrämpfen oder Stoffwechselstörungen äußern.

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Darum ist eine ausreichende Zufuhr Magnesium in der Schwangerschaft wichtig:

  • Der Bedarf an Magnesium steigt im Laufe der Schwangerschaft. Es tritt eher ein Magnesiummangel auf.
  • Magnesiummangel kann zu Muskelkrämpfen oder Verstopfung führen, aber auch im akuten Fall eine Fehl- oder Frühgeburt begünstigen.
  • Magnesium wird auch vorbeugend zur Wehenhemmung verschrieben.
  • Intravenös verabreicht kann Magnesium Bluthochdruck positiv beeinflussen.
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Wie viel Magnesium empfiehlt sich in der Schwangerschaft?

Schwangere und stillende Frauen haben bedingt durch hormonelle Umstellungen einen erhöhten Bedarf an Magnesium. Im Laufe der Schwangerschaft steigt dieser noch an. Gleichzeitig scheiden Schwangere vermehrt Magnesium aus. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Schwangeren über 19 Jahren eine tägliche Zufuhr von 310 Milligramm (mg). Schwangere unter 19 Jahren sollten 350 Milligramm Magnesium am Tag zu sich nehmen. Bei Stillenden liegt der Bedarf an Magnesium sogar bei 390 Milligramm täglich.

Magnesium zusätzlich einnehmen?

Wadenkrämpfe gehören zu den häufigen Beschwerden in der Schwangerschaft – sie sind ein deutlicher Hinweis auf einen Mangel an Magnesium.

Bei Übelkeit und Erbrechen – vor allem in der Frühschwangerschaft – sowie dem behandlungsbedürftigen übermäßigem Erbrechen in der Schwangerschaft (Hyperemesis gravidarum) kann es ratsam sein, die verlorenen Elektrolyte (Kalium, Natrium und Magnesium) wieder zuzuführen.

Bei übermäßigem Sodbrennen (Reflux) in der Schwangerschaft können Kombinationspräparate aus Aluminium-, Magnesium- und Kalziumsalzen helfen, die Magensäure zu neutralisieren.

Nehmen Sie Nahrungsergänzungsmittel oder frei verkäufliche Medikamente in der Schwangerschaft bitte grundsätzlich nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin ein. Eine gefährliche Überdosierung tritt zwar äußerst selten auf. Bei Einnahme hoher Dosen Magnesium kann es aber als Nebenwirkung zu Durchfall kommen.

Ein Kombinationspräparat mit Folsäure und Magnesium kann sinnvoll sein. Vielen Frauen wird auch die zusätzliche Einnahme von Eisen in der Schwangerschaft geraten. Da sich Eisen und Magnesium gegenseitig bei der Aufnahme durch den Körper behindern können, sollten mindestens zwei Stunden zwischen den Einnahmen der Präparate liegen. Ein Kombinationspräparat empfiehlt sich hier nicht.

Magnesiummangel bei Schwangeren

Ein leichter Magnesiummangel bei Schwangeren ist in der Regel nicht problematisch und kann über die Ernährung oder über ein vom Arzt oder der Ärztin empfohlenes Magnesiumpräparat ausgeglichen werden. Ein andauernder, sehr hoher Magnesiummangel in der Schwangerschaft kann in seltenen Fällen zu einer verzögerten Entwicklung des Fötus oder vorzeitiger Wehentätigkeit führen. Viele Ärzte verschreiben daher Magnesiumpräparate zur Vorbeugung von Fehl- oder Frühgeburt.

Wie äußert sich Magnesiummangel?

Magnesiummangel kann sich bei schwangeren Frauen vor allem in Form von Muskelnkrämpfen oder -zittern oder Verdauungsstörungen (Verstopfung) äußern. Erste Hinweise sind nächtliche Wadenkrämpfe. Sie sollten diese unbedingt mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin besprechen. Ein fortschreitender, unbehandelter Magnesiummangel erhöht das Risiko für eine Frühgeburt oder Fehlgeburt.

Wehenhemmung mit Magnesium

Magnesium wirkt sich entspannend auf die Muskulatur aus. Es wird daher auch zur Hemmung von vorzeitigen Wehen eingesetzt. Schwangere, die ein erhöhtes Risiko für Früh- oder Fehlgeburten haben, erhalten Magnesium häufig vorbeugend.

Magnesium gegen Bluthochdruck und bei Eklampsie

Magnesium wird auch als Medikament gegen Bluthochdruck in der Schwangerschaft (meist intravenös) verabreicht. Es wird außerdem bei Eklampsie eingesetzt. Bei der Eklampsie kommt es plötzlich zu heftigen Krampfanfällen. Sie tritt im Rahmen einer Praeklampsie auf beziehungsweise ist eine Folge von Praeklampsie. Eklampsie tritt vor allem im letzten Schwangerschaftsdrittel oder kurz nach der Geburt auf. Gegen die Krampfanfälle wird intravenös Magnesiumsulfat gegeben. Eklampsie ist in Ländern mit guter Schwangerschaftsvorsorge eine sehr seltene Erkrankung.

Magnesiummangel vorbeugen

Viele Menschen in Deutschland leiden an einem Magnesiummangel – häufig, ohne es zu wissen. Magnesium kann über die Nahrung normalerweise in ausreichender Menge zugeführt werden. Besonders reich an Magnesium sind:

  • Milch und Milchprodukte
  • Sonnenblumen- und Kürbiskerne
  • Grünes Gemüse
  • Beeren
  • Bananen
  • Nüsse und Mandeln
  • Vollkornprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Haferflocken
  • Mineralwasser mit hohem Magnesiumanteil

Da sich der Magnesiumgehalt von Gemüse beim Waschen, Kochen oder Blanchieren Magnesium teilweise stark reduziert, empfiehlt es sich besonders in der Schwangerschaft, auf eine schonende Zubereitung zu achten.

In Schokolade ist besonders viel Magnesium enthalten: in einer Tafel zwischen 80 und 100 Milligramm. Vor allem dunkle Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil können Sie also ohne schlechtes Gewissen hin und wieder naschen, um Ihrem Magnesiumhaushalt etwas Gutes zu tun.

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