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Montag, 21. Mai 2018
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Grippe in der Schwangerschaft

Grippe in der Schwangerschaft kann schwere Komplikationen hervorrufen und birgt Gefahren für Mutter und Baby. Die wichtigste Schutzmaßnahme gegen Grippe ist auch in der Schwangerschaft die Impfung.

Schwangerschaft: Schutzmöglichkeiten gegen Grippe nutzen
Schwangeren wird die Grippe-Impfung empfohlen - auch das Kind profitiert nach der Geburt davon
(c) iStock

Schwangere haben ebenso wie Ältere und chronisch Kranke ein höheres Risiko, dass eine Infektion mit Grippeviren schwer verläuft und Kompli­ka­tionen lebens­be­drohlich werden.  Zudem ist das Immunsystem Schwangerer geschwächt und anfälliger für Infektionen. Deshalb wird Schwangeren die Grippeimpfung empfohlen. Der optimale Impfzeitraum gegen Grippe ist Oktober bis November.

Grippe in der Schwangerschaft - Gefahren fürs Baby und die Mutter

Typische Symptome sind plötzlicher Krankheitsbeginn mit Fieber über 38,5 °C, (trockener) Reizhusten sowie Halsschmerzen, Muskel- und/oder Kopfschmerzen. Da Schwangere zu den Risikopatienten gehören, sollte die Diagnose der Grippe nicht zu spät geschehen, um die entsprechende Behandlung einleiten zu können. Schwere Verläufe der Grippe sind bei Schwangeren deutlich häufiger als bei Nicht-Schwangeren. Das Risiko ist am höchsten im 3. Schwangerschaftsdrittel. Es besteht eine erhöhte Gefahr ins Krankenhaus zu müssen und auch zu versterben. So war während der Grippewelle im Jahr 2009 der Anteil an Schwangeren unter den Todesfällen überproportional hoch.

Die Gefahren fürs Baby sind ebenfalls deutlich: Komplikationen wie Kaiserschnitt, Tot-/Frühgeburt oder Neugeborenentod treten bei Grippe in der Schwangerschaft deutlich erhöht auf. Daneben gibt es immer mehr Studien, die daraif hindeuten, dass Grippe in der Schwangerschaft das Risiko für neuropsychiatrische Erkrankungen beim Kind erhöht. Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft an Grippe erkrankt waren, entwickelten im Erwachsenenalter viermal häufiger bipolare Störungen.

Irrglaube: Grippe-Impfung kann keine Grippe auslösen

„Die Impfung ist eine wichtige und sichere Schutzmöglichkeit, auch wenn ihre Wirksamkeit schwanken kann“, betont Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts. In einer Studie wurde nach den Gründen für eine Entscheidung gegen die Grippeschutzimpfung gefragt. Am häufigsten genannt wurden Misstrauen in die Impfung und die Meinung, dass die Grippe nicht gefährlich sei. Etwa die Hälfte der Risikopersonen war der Meinung, dass die Grippe-Impfung eine Erkrankung auslösen kann, was aber tatsächlich nicht der Fall ist.

Sicherheit für Schwangere und Ungeborene nachgewiesen

Da es sich bei den in Deutschland zugelassenen Grippeimpfstoffen für Erwachsene um Totimpfstoffe handelt, ist eine Impfung in der Schwangerschaft unbedenklich. Für gesunde Schwangere empfiehlt die STIKO die Impfung ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel, damit die im 1. Schwangerschaftsdrittel häufiger auftretenden Fehlgeburt nicht fälschlicherweise mit der Impfung in Verbindung gebracht werden und so im Einzelfall für die Betroffenen zu einer besonderen psychischen Belastung werden. Schwangere, bei denen aufgrund einer Grunderkrankung eine zu­sätzliche Indikation zur Grippeimpfung besteht, sollten unab­hängig vom Schwangerschaftsstadium geimpft werden. Die Sicherheit der Impfstoffe wurde sowohl für Schwangere als auch für Ungeborene bestätigt. Die Anzahl der Frühgeburten oder Kaiserschnitte war nicht erhöht, auch gab es keine Unterschiede im Gesundheitszustand der Babys nach der Geburt.

Eine Übersicht der Influenza-Impfstoffe mit den Angaben zu der zugelassenen Altersgruppe steht auf den Internetseiten des Paul-Ehrlich-Instituts zur Verfügung (www.pei.de/influenza-impfstoffe). Die zugelassenen Impfstoffe sind gut verträglich. Auch für Schwangere und das ungeborene Kind konnte in verschiedenen Studien die Sicherheit der Grippeimpfung nachgewiesen werden. Schwere Nebenwirkungen sind sehr selten.

Bei Atemwegssymptomen: Ab zum Arzt!

Unabhängig vom Impfstatus sollte beim Auftreten von akuten Atemwegssymptomen während einer Grippewelle auch eine Influenzaerkrankung in Betracht gezogen werden. Insbesondere Schwangere mit einem höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf sollten frühzeitig ihren Hausarzt zu Rate ziehen, damit auch die Gabe antiviraler Arzneimittel erwogen werden kann. Schwangere mit beginnender Grippe sollten unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Was hilft bei Grippe in der Schwangerschaft?

Da das mit einer Grippe auftretende hohe Fieber Entwicklungsstörungen beim Ungeborenen hervorrufen kann, sollte das Fieber unbedingt gesenkt werden - hierzu bieten sich in der Schwangerschaft Paracetamol oder Ibuprofen (nur bis 28. SSW!) an. Wenn es nötig ist, können zudem antivirale Medikamente durch den Arzt verordnet werden. Um die Beschwerden zu lindern, können auch Hausmittel, wie Wadenwickel oder Essigsocken, bei Grippe in der Schwangerschaft angewendet werden. Keinesfalls sollte ausschließlich mit Hausmitteln und ohne ärztliche Rücksprache bei Grippe in der Schwangerschaft behandelt werden.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 09. Mai 2018
Quellen: Online-Informationen der Ärztezeitung: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/erkaeltungskrankheiten/article/802404/grippe-schwangeren-oft-lebensgefaehrlich.html (Abruf: April 2017); Online-Informtionen von Embryotox: https://www.embryotox.de/influenza0.html (Abruf: April 2017); Online-Informationen des RKIs: Saisonale Influenzaimpfung: Häufig gestellte Fragen und Antworten: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/Influenza/faq_ges.html (Abruf: April 2017); Gemeinsame Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts, des Paul-Ehrlich-Instituts und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Wissens- und Impflücken vor der Influenzasaison 2015/2016 vom 14.09.2015

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