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Fetales Alkoholsyndrom

Das fetale Alkoholsyndrom kann beim ungeborenen Baby auftreten, wenn die werdende Mutter während der Schwangerschaft Alkohol zu sich nimmt. Je nach Konstitution der Mutter können schon regelmäßige geringe Mengen Alkohol später zu irreparablen Gesundheitsschäden des Kindes führen.

Fetales Alkoholsyndrom
Das fetale Alkoholsyndrom entsteht in der Schwangerschaft - deshalb lieber Wasser statt Wein trinken
iStock/Dean Mitchell

Wie lautet die Definition des fetale Alkoholsyndroms?

Das fetale Alkoholsyndrom wird auch embryofetales Alkoholsyndrom oder Alkoholembryofetopathie genannt. Medizinischen Schätzungen zufolge tritt bei bis zu fünf von 1.000 Neugeborenen auf und beschreibt körperliche und geistige Defizite eines Kindes, dessen Mutter in der Schwangerschaft Alkohol konsumiert hat.

Welche Ursachen hat das fetale Alkoholsyndrom?

Ein fetales Alkoholsyndrom tritt ausschließlich aufgrund von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft auf. Mengenangaben für unbedenklichen Alkoholgenuss können nicht gemacht werden, da genetische und andere Faktoren die Konstitution der jeweiligen schwangeren Frau beeinflussen. Bei regelmäßigem Konsum oder Alkoholgenuss in großer Menge steigt das Risiko für das Ungeborene deutlich, an einem fetalen Alkoholsyndrom zu leiden.

Welche Symptome hat ein fetales Alkoholsyndrom und wie wird die Diagnose gestellt?

Bei betroffenen Kindern lassen sich bereits im Mutterleib Wachstumsstörungen des Körpers oder des Gehirns nachweisen. Dies können Ärzte per Ultraschall (Sonografie) nachweisen. Auch Fehlbildungen im Gesicht oder Schädeldeformationen, ein kurzer, breiter Nasenrücken, kurze Lidspalten oder schmale Lippen sind oft sichtbare Symptome für ein fetales Alkoholsyndrom. Das so genannte Philtrum, das Grübchen in der Mitte der Oberlippe ist bei betroffenen Kindern kaum sichtbar oder nicht vorhanden. Manche Kinder sind später geistig und körperlich retardiert, das bedeutet zurückgeblieben. Manche Säuglinge haben einen angeborenen Herzfehler (Ventrikelseptumdefekt (VSD), Persistierendes Foramen ovale (PFO), TGA, Fallot-Tetralogie, Aortenisthmusstenose (ISTA)). Auch Fehlbildungen am Skelett, den Organen oder den Genitalien kommen beim fetalen Alkoholsyndrom vor. Auch das so genannte ADHS-Syndrom kann als Folge eines fetalen Alkoholsyndroms auftreten.

Wie sieht eine Therapie beim fetalen Alkoholsyndrom aus?

Je nach Ausprägung eines fetalen Alkoholsyndroms stehen verschiedene Maßnahmen im Vordergrund, um die Entwicklung der betroffenen Kinder zu fördern. Ist die Mutter durch eine Alkoholkrankheit hierzu nicht in der Lage, erfolgt manchmal eine Heimunterbringung oder das Kind kommt zu Pflegeeltern. Eine ADHS-Symptomatik wird meist medikamentös behandelt. Bewegungsstörungen können physiotherapeutisch behandelt werden. Auch Ergo- oder Verhaltenstherapie werden mitunter verordnet. Manche körperlichen Fehlbildungen können operiert werden.

Wie verläuft ein fetales Alkoholsyndrom?

Auch beim Verlauf eines fetalen Alkoholsyndroms kann es große Unterschiede geben. Wächst das Kind in einer guten Umgebung auf und greifen die Therapiemaßnahmen, kann dies die Symptomatik positiv beeinflussen. Sind die Schädigungen sehr ausgeprägt oder zeigen sich die Eltern nicht ausreichend kooperativ, sind die Chancen auf Verbesserung gering. Da die Symptome sehr unterschiedlich sind, sollte für jedes vom fetalen Alkoholsyndrom betroffene Kind eine individuelle Therapie erfolgen.

Wie kann einem fetalen Alkoholsyndrom vorgebeugt werden?

Die einzig sichere Vorbeugung vor einem fetalen Alkoholsyndrom ist der vollständige Verzicht auf Alkohol während der Schwangerschaft.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 19. Januar 2018
Quellen: De Gruyter, Pschyrembel Klinisches Wörterbuch 2013, de Gruyter Verlag, Berlin 2012; Sitzmann, F.: Pädiatrie. Thieme Verlag, Stuttgart 2007; Breckwoldt, M.; Kaufmann, M.; Pfleiderer, A.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme Verlag, Stuttgart 2008

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