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Samstag, 18. November 2017
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Nabelschnurblut spenden

Nabelschnurblut spenden
Das wertvolle Stammzellen enthaltende Nabelschnurblut kann gespendet werden
(c) Getty Images/iStockphoto

Wer Nabelschnurblut spenden möchte, kann sich in Deutschland an eine der aktuell fünf öffentlichen Nabelschnurblutbanken wenden. Entnahme und Lagerung sind für Spender kostenlos.

Mit der Nabelschnur ist das Baby während der Schwangerschaft über die Plazenta (Mutterkuchen) mit dem Blutkreislauf der Mutter verbunden. Durch sie wird das Kind mit wichtigen Nährstoffen versorgt. Die Nabelschnur enthält wichtige Stammzellen. Diese Stammzellen können mit dem Blut aus der Nabelschnur nach der Geburt entnommen und eingelagert werden. Die Spende von Nabelschnurblut birgt keine Risiken.

Stammzellen gegen Krankheiten

Stammzellen sind Zellen, aus denen sich alle Körperzellen entwickeln können, also Muskeln, Nerven oder Blut. Sie verfügen über besondere Eigenschaften, die zunehmend auch in der Forschung an Bedeutung gewinnen. Bei der Behandlung von vielen Krankheiten, insbesondere von Blutkrebs (Leukämie), kommen Stammzellen zum Einsatz. Aktuell wird die Stammzellentherapie gegen weitere Erkrankungen wie Diabetes, Autoimmun- oder immunologischen Erkrankungen erforscht. Stammzellenspenden sind daher von großer Bedeutung.

Stammzellen aus Nabelschnurblut

Da sich die Blutbildung des Kindes in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft von Leber und Milz in das Knochenmark verlagert, sind Nabelschnurblut und Plazenta zum Zeitpunkt der Geburt besonders reich an Stammzellen. Im Gegensatz zu Stammzellen von Erwachsenen (adulten Stammzellen) können Stammzellen aus Nabelschnurblut in der Therapie sofort eingesetzt werden. Für die Spenderin ist dies nicht mit Risiken verbunden.

Voraussetzungen für eine Nabelschnurblutspende

Grundsätzlich spenden können alle erwachsenen Frauen, die gesund sind und die Voraussetzungen für eine Blutspende erfüllen. Bei der Nabelschnurblutspende kommen noch weitere Ausschlusskriterien hinzu. Diese können je nach Nabelschnurblutbank variieren. Die häufigsten sind:

Eine Spende ist sowohl nach vaginaler Geburt als auch nach einem Kaiserschnitt möglich.

Kosten beim Nabelschnurblut spenden

Wenn sich Eltern für eine Spende des Nabelschnurblutes entschieden haben, sollten sie dies vor der Entbindung der Entbindungsklinik mitteilen beziehungsweise Kontakt mit einer der öffentlichen Nabelschnurblutbanken in Deutschland aufnehmen. Viele Entbindungskliniken arbeiten auch mit öffentlichen Stammzellenbanken oder Nabelschnurblutbanken wie der DKMS Nabelschnurblutbank oder dem Universitätsklinikum Erlangen zusammen. Eine Spende an öffentliche Nabelschnurblutbanken ist immer kostenfrei.

Ablauf der Nabelschnurblutspende

Die eigentliche Nabelschnurblutspende beginnt erst nach Abschluss der Geburt. Am Tag der Entbindung oder kurz danach wird der Mutter etwas Blut entnommen, um zu prüfen, ob eventuell Infektionen im Blut nachweisbar sind. Der Ablauf der Geburt wird durch die Spende nicht beeinflusst.

Nach Abnabelung des Kindes und der Geburt der Plazenta wird die Nabelschnur durch Hebamme oder Arzt/Ärztin an dem Ende punktiert, das noch mit der Plazenta verbunden ist. Das Blut fließt dann in spezielle Beutel für Nabelschnurblut. Die Beutel werden anschließend direkt zur Nabelschnurblutbank transportiert. Dort wird ein wenig Blut zur Untersuchung im Labor entnommen, der Rest wird gekennzeichnet und in Tanks mit flüssigem Stickstoff eingefroren. Das Nabelschnurblut kann tiefgefroren über Jahre aufbewahrt werden.

Nabelschnurblutbanken

In Deutschland gibt es zurzeit fünf öffentliche Nabelschnurblutbanken, die ihre Daten über das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) zur Verfügung stellen. Eine Liste dieser Nabelschnurbanken kann online beim ZKRD unter folgendem Link abgerufen werden: http://zkrd.de/de/adressen/nsb/

Wohin geht das gespendete Nabelschnurblut?

Die im Labor untersuchten Werte des Nabelschnurblutes werden anonymisiert an das ZKRD gemeldet und hier in die Datei aufgenommen. Kommt eine Nabelschnurblutspende für einen Empfänger infrage, wird das Nabelschnurblut zum Einsatzort gebracht und dort im Rahmen einer Stammzellentherapie eingesetzt.

Die Datenbanken der Stammzellen-Register werden weltweit abgeglichen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 11. November 2016
Quellen: Kiefel, Prof. Dr. V.: Transfusionsmedizin und Immunhämatologie. Springer, Berlin Heidelberg 2011 Online-Informationen der DKMS: http://www.dkms.de/de/über-die-dkms (Stand: 2014) Online-Informationen des ZKRD: http://zkrd.de/de/ (Stand: 2014)

Beiträge im Forum "Geburtstermin September/Oktober 2017"
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