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Geburtsvorbereitungskurs

Geburtsvorbereitungskurs während der Schwangerschaft

Autor: Christian Emmerling, Medizinautor | Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 11. November 2019

Die Geburt eines Kindes ist für Eltern eine besondere und bewegende Erfahrung. In Geburtsvorbereitungskursen haben sie die Möglichkeit, sich unter Anleitung einer Hebamme auf die Entbindung vorzubereiten.

Schwangere nehmen an Kurs zur Geburtsvorbereitung teil
Im Geburtsvorbereitungskurs erfahren Schwangere alles über die Entbindung und die erste Zeit nach der Geburt.
© iStock.com/Rawpixel

Was erwartet mich bei der Geburt? Was ist, wenn..? Im Laufe der Schwangerschaft kommen viele Fragen auf, die besonders Schwangere und Paare beschäftigen, die zum ersten Mal ein Kind bekommen. Antworten auf offene Fragen emotionaler und ganz praktischer Art gibt es im Geburtsvorbereitungskurs.

In diesem Artikel lesen Sie:

Ab wann macht ein Geburtsvorbereitungskurs Sinn?

Empfehlenswert ist ein Kursbeginn zwischen der 27. oder 28. und der 30. Schwangerschaftswoche. Verläuft die Schwangerschaft weiterhin normal und das Baby kommt nicht zu früh auf die Welt, können Sie damit alle Einheiten absolvieren. Erkundigen Sie sich für Ihre Planung am besten vorher, ob die Hebamme den Geburtsvorbereitungskurs in Doppelstunden (je 2 Stunden à 60 Minuten) oder in anderer Form abhält. Wer etwas spät dran ist oder in regulären Geburtsvorbereitungskursen keinen Platz mehr ergattert hat, kann auch einen Wochenendkurs besuchen.

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Mit oder ohne Partner?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Partner beim Geburtsvorbereitungskurs einzubeziehen, wenn dies gewünscht ist. Geburtsvorbereitungskurse sind möglich als:

  • reine Frauenkurse
  • Frauenkurse anteilig mit Partner
  • Partnerkurse.

Der Frauenkurs kann sicher bei der Offenheit punkten, denn "unter Frauen" lassen sich auch manch heikle Themen in der Regel offener ansprechen und diskutieren. Damit der Partner nicht ganz außen vor gelassen wird – schließlich unterstützen die meisten Partner bei der Geburt – bieten sich Frauenkurse an, bei denen die Partner anteilig, also nur bei einigen Stunden, mit dabei sind. Partnerkurse, an denen immer beide Partner teilnehmen, sind ebenfalls sehr beliebt. Daneben gibt es noch weitere Formen, zum Beispiel Geburtsvorbereitungskurse, die an einem Wochenende als sogenannte Crashkurse stattfinden oder solche, die sich gezielt an Frauen oder Paare richten, die bereits Kinder haben.

Anbieter von Geburtsvorbereitungskursen

Die Kosten für Geburtsvorbereitungskurse werden von den gesetzlichen Krankenkassen nur übernommen, wenn sie unter Leitung einer Hebamme stattfinden. Viele freiberufliche Hebammen haben einen Geburtsvorbereitungskurs im Angebot. Auch auf Entbindungsstationen oder in Geburtshäusern kann man teilnehmen.

Worum geht es in Geburtsvorbereitungskursen?

Geburtsvorbereitungskurse informieren zunächst einmal über alles, was Schwangere über die Geburt und den Ablauf wissen sollten. Gerade Erstgebärende profitieren von dem Wissen, das ihnen in solchen Kursen vermittelt wird. Neben Informationen kommt aber auch der Körperarbeit eine besondere Rolle in einem Geburtsvorbereitungskurs zu. Schwangere können hier erlernen und üben, wie sie mit ihrer Atmung, dem sogenannten Wehenveratmen oder Tönen und dem bewussten An- und Entspannen ihres Beckenbodens die natürlichen Vorgänge unter der Geburt unterstützen können.

Je nach Art und Schwerpunkt des Kurses können die Inhalte unterschiedlich gestaltet sein, grundsätzlich beinhalten sie aber folgende Themen:

Schwangerschaft

  • Verlauf und Linderung bestimmter Beschwerden
  • Stärkung des Körperbewusstseins
  • Atem- und Auflockerungsübungen
  • Massagen

Geburt

  • Ablauf und Geburtsphasen
  • Wehentypen
  • Unterstützende Körperhaltungen
  • Atemtechniken
  • Entspannung zwischen den Wehen
  • Unterschiede zwischen Kliniken oder Geburtshäusern
  • Umgang mit Schmerzen
  • Umgang mit schwierigen Situationen wie Narkosen und operativen Eingriffen
  • Rolle des Partners/Begleiters

Die Zeit danach

  • Leben mit einem Neugeborenen
  • Pflege und Stillen
  • Neue Rolle als Eltern

Kurse speziell für Mehrgebärende

  • Verarbeitung des Erlebten
  • Entspannungsübungen
  • Vorbereitung der Geschwisterkinder auf das Neugeborene

Geburtsvorbereitungskurs: Kosten übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen

Die Kosten für 14 Termine (meist sieben Termine mit Doppelstunden) eines Geburtsvorbereitungskurses in der Gruppe unter Leitung einer Hebamme werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Hebammen rechnen in der Regel direkt mit der Kasse ab.

Ob auch die Kosten für einen eventuell begleitenden Partner von der Krankenkasse getragen werden, ist unterschiedlich. Manche Kassen übernehmen die Kosten anteilig, wenn der Partner auch bei ihnen versichert ist, einige zahlen gar nichts und andere zumindest einen Teil, auch wenn der Partner anderweitig versichert ist. Informieren Sie sich rechtzeitig bei Ihrer Krankenkasse nach der Kostenübernahme für den Partner. Für privat versicherte Schwangere gilt das, was sie mit ihrer Kasse vertraglich vereinbart haben.

Auch Kurse von Physiotherapeuten können erstattet werden. Es gibt außerdem spezielle Kurse für Risikoschwangerschaften, die eine ärztliche Bescheinigung der Risikoschwangerschaft erfordern.

Einzelkurse

Unter bestimmten Umständen geben Hebammen auch eine Geburtsvorbereitung in Einzelunterweisung. Solche Einzelstunden eignen sich zum Beispiel für Frauen mit einer schweren Behinderung oder solche, die aufgrund von Schwangerschaftskomplikationen bettlägerig sind. Auch bei bestehenden Erkrankungen, Frühgeburtsbestrebungen, vorzeitigen Wehen oder wenn eine stille Geburt zu erwarten ist, kann es sinnvoll sein, die Geburtsvorbereitung nicht in der Gruppe zu absolvieren. Auf ärztliche Bescheinigung hin übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen auch dafür die Kosten.

Was bringt ein Geburtsvorbereitungskurs?

Bei Schwangeren, die an einem Geburtsvorbereitungskurs teilgenommen haben, verläuft die Geburt im Durchschnitt etwas einfacher und unkomplizierter. Sie haben verkürzte Wehenzeiten, nehmen weniger Medikamente ein und stillen ihre Kinder häufiger. Die aktive Auseinandersetzung mit dem Geburtsvorgang und die praktischen Übungen helfen dabei, Ängste abzubauen und der Entbindung entspannter entgegenzublicken.

Geburtsvorbereitungskurs online?

Online-Geburtsvorbereitungskurse sind eine relativ neue Kursform. Sie eignen sich für Frauen, die keinen Geburtsvorbereitungskurs vor Ort besuchen können oder möchten. Ob sie den Kurs "vor Ort" wirklich ersetzen können, ist jedoch umstritten. Die Zahl der Anbieter ist noch überschaubar. Ob Ihre Krankenkasse die Kosten für einen Onlinekurs übernimmt, fragen Sie am besten direkt bei Ihrer Kasse nach.

Weitere Kurse in der Schwangerschaft

Andere ergänzende Möglichkeiten zur Vorbereitung auf die Geburt und zum Erhalt der Fitness sind beispielsweise Gymnastik- oder Yogakurse und Akupunkturbehandlungen. In Pilates- oder Yogakursen für Schwangere und bei der Schwangerschaftsgymnastik stehen die Kräftigung sowie das gezielte An- und Entspannen des Beckenbodens im Fokus. Sie eignen sich daher bestens zur ergänzenden Geburtsvorbereitung. Auch Wassergymnastik-Kurse speziell für Schwangere sind gerade für Frauen im letzten Schwangerschaftsdrittel häufig eine Wohltat: Durch die "Schwerelosigkeit" im Wasser fühlt man sich trotz großem Babybauch leicht und beweglich, die Gelenke werden geschont.

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Autor: Christian Emmerling, Medizinautor | Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 11. November 2019
Quellen
Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
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