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Geburtshaus-, Klinik- oder Hausgeburt?

Geburtsort wählen: Wo möchte ich gebären?

In den eigenen vier Wänden, im Geburtshaus oder lieber in einer auf Neugeborene spezialisierten Klinik: Früher oder später muss sich jede Schwangere der Frage stellen, wo sie ihr Baby zur Welt bringen möchte. Heute gibt es viele Möglichkeiten, die alle Vor- und Nachteile mit sich bringen. Wir geben dir Tipps, worauf es bei der Auswahl ankommt.

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© GettyImages/Guido Mieth

Entscheidend für die Wahl des Entbindungsortes sollte sein, welche Wünsche die werdenden Eltern für die Geburt haben und ob es medizinische Risiken gibt. So ist es für Risikoschwangere nicht nur empfehlenswert, sondern aus Sicherheitsgründen für Mutter und Kind oft auch notwendig, in einer Geburtsklinik zu entbinden.

Besteht kein erhöhtes Risiko für Geburtskomplikationen, kommen auch eine ambulante Geburt, die Geburt im Geburtshaus oder die Hausgeburt infrage.

Die Abläufe und Angebote der verschiedenen Entbindungsorte sind teilweise recht unterschiedlich. Die Frage, wo du gebären möchtest, ist also untrennbar mit den Vorstellungen und Wünschen verbunden, wie du dein Baby zur Welt bringen möchtest.

In diesem Artikel liest du:

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Geburtsklinik oder Entbindung im Krankenhaus

In Deutschland kommen die meisten Babys in einem Krankenhaus zur Welt. Eine Klinik mit Geburtsstation hat viele Vorteile, vor allem:

  • medizinische Ausstattung
  • oft größere Kapazitäten

Im Gegensatz zu früher sind viele Kliniken heute flexibler, was alternative Geburtspositionen oder eine selbstbestimmte Geburt betrifft. Aber auch hier gilt natürlich: Kein Geburtserlebnis ist gleich und wer Pech hat, kommt gerade zu "Stoßzeiten" mit vielen Entbindungen in eine Geburtsklinik, sodass die Geburt vielleicht nicht so verläuft, wie man es sich wünscht.

Obwohl die meisten Schwangeren sich eine natürliche Geburt wünschen, können gerade die medizinische Ausstattung und Interventionsmöglichkeiten wie eine PDA für eine Entbindung im Krankenhaus sprechen. Denn im Notfall kann hier schnell reagiert werden, ohne Verlegung im Krankenwagen. Auch Schwangere, die keine Hebamme mit Kapazitäten für ihre Betreuung gefunden haben, können sich in den meisten Krankenhäusern durch die dort angestellten Hebammen betreuen lassen.

Krankenhäuser mit angeschlossener Kinderklinik (Perinatalzentrum)

Wenn Komplikationen bei der Geburt oder beim Neugeborenen zu erwarten sind sowie für Risikoschwangere sind Kliniken mit angeschlossener Kinderklinik empfehlenswert. In Perinatalzentren können Neugeborene intensivmedizinisch betreut und ggf. sogar operiert werden. Ärzteschaft, Hebammen und Pflegepersonal der verschiedenen Stationen arbeiten Hand in Hand, die Betreuung ist bei Bedarf sehr engmaschig und die Wege sind kurz.

Hebammengeleiteter Kreißsaal im Krankenhaus

Im Hebammenkreißsaal wird ärztliche Hilfe nur hinzugezogen, wenn es medizinisch notwendig ist. Im Unterschied zum herkömmlichen Kreißsaal leiten hier Hebammen alleine die gesamte Geburt. Es kann aber auf die medizinischen Ressourcen des Krankenhauses zurückgegriffen werden. Kommt doch einmal der Wunsch nach einer PDA auf, ist auch das möglich. Wichtig zu wissen: Sobald ein*e Arzt*Ärztin von den Hebammen hinzugezogen wird, hat er*sie die Entscheidungshoheit über weitere Maßnahmen.

Geburt im Krankenhaus mit Beleghebamme

Die Klinikgeburt mit Beleghebamme vereint die medizinische Absicherung einer Geburt im Krankenhaus mit der individuellen Betreuung durch eine "eigene" Hebamme. Bei der Geburtsbetreuung durch eine Beleghebamme fallen außerdem mögliche Störfaktoren wie Personal- und Schichtwechsel von angestellten Hebammen weg.

Dafür ist eine Beleghebamme ab der 37. oder 38. Schwangerschaftswoche in Rufbereitschaft. Diese Rufbereitschaft wird nur zu einem Teil von den Krankenkassen übernommen. Und es können bei der anteiligen Kostenübernahme gerade bei den gesetzlichen Krankenkassen große Unterschiede bestehen. Informiere dich daher frühzeitig nach der Höhe.

Medizinische Überwachung in der Geburtsklinik

Der gesamte Geburtsverlauf wird medizinisch begleitet. Mithilfe eines Partogramms kann das ärztliche Fachpersonal den zeitlichen Ablauf der Geburt verfolgen.

Die Wehentätigkeit der Mutter und die Herztöne des noch Ungeborenen werden mittels Kardiotokographie (CTG) überwacht. Manchmal wird auch eine fetale Blutgasanalyse nötig.

Während der Austreibungsphase, also der eigentlichen Geburt, wird die Gebärende von der Hebamme durch folgende Maßnahmen unterstützt:

  • richtige Lagerung der Gebärenden,

  • Anleitung zum optimalen Pressen und Atmen,

  • Dammschutz und

  • Erstversorgung des Neugeborenen.

Schmerzlinderung in der Geburtsklinik

In einer Geburtsklinik stehen verschiedene Möglichkeiten der Schmerzlinderung zur Verfügung.

  • Bei starken Verspannungen können krampflösende Medikamente in Kombination mit psychischer Betreuung den Geburtsvorgang erleichtern.

  • In der Eröffnungsphase können stärker wirkende Schmerzmittel wie Opiate über einen Dauertropf verabreicht werden und den Schmerz ausschalten. Außerdem kann eine PDA angewendet werden.

  • Krampflösende und schmerzlindernde Medikamente können in Kombination gegeben werden. Mit ihnen wird entweder ein kleiner (Lokalanästhesie) oder ein größerer Teil des Körpers (Leitungsanästhesie) betäubt und für Schmerzen und Verspannungen unempfindlich gemacht.

Wo entbinden? Mögliche Fragen an die Geburtsklinik

In den meisten Geburtskliniken ist es möglich, die Räumlichkeiten vorab zu besichtigen und sich selbst einen Eindruck zu verschaffen. Meist werden Informationsabende mit Führungen angeboten, bei denen werdende Eltern auch Fragen stellen dürfen.

Ob die Klinik nämlich die gewünschten Voraussetzungen erfüllt, lässt sich nicht immer durch den Augenschein, sondern vor allem durch gezieltes Fragen herausfinden.

Gibt es Geburtsvorbereitungskurse?

Viele Kliniken bieten verschiedene Kurse zur Vorbereitung auf die Geburt an. Vor allem beim ersten Kind können diese hilfreich sein, denn es werden zum Beispiel Atemtechniken erlernt, die einen natürlichen Geburtsvorgang unterstützen.

Ausstattung von Entbindungsräumen und Kreißsaal

Wie viele Räume stehen Gebärenden zur Verfügung und wie sind die Kreißsäle ausgestattet? Gibt es zum Beispiel einen Gebärhocker oder muss man "klassisch" im Liegen gebären? Auch die Frage, ob du dich während der Wehentätigkeit bewegen darfst, kann bei einer Besichtigung vor Ort gestellt werden.

Welche Geburtspositionen gibt es?

Geburtsmöglichkeiten

Sitzend, kniend oder sogar im Wasser? Frage nach, ob du die Gebärposition frei wählen darfst und ob ein Becken für eine Wassergeburt zur Verfügung steht. Manche Frauen empfinden gerade das Sitzen im Wasserbecken während der Eröffnungswehen als wohltuend und entspannend, auch wenn sie später doch "an Land" gebären möchten.

Medizinische Ausstattung und Personal

Welche Fachärzt*innen in der Geburtsklinik auch nachts anwesend sind, kann ein wichtiger Entscheidungsfaktor für oder gegen ein Krankenhaus sein. Eine PDA zum Beispiel dürfen nur Anästhesist*innen legen, es sollte also immer eine*r zumindest in Rufbereitschaft sein. Wird außerdem mit einer Kinderklinik zusammengearbeitet, ist sogar eine angeschlossen? Ist die Überwachung durch einen Wehenschreiber obligatorisch?

Konzept und routinemäßige Maßnahmen

Wenn dir ein natürlicher Geburtsvorgang wichtig ist, ist das Konzept der Geburtsklinik für dich ganz entscheidend bei der Wahl deines Entbindungsortes:

  • Wie viele Geburten finden im Jahr in diesem Krankenhaus statt?

  • Wie hoch ist die Rate von Kaiserschnitt, Dammschnitt, operativen Hilfen oder Geburtsverletzungen?

  • Wird eine natürliche Geburt unterstützt?

  • Ist eine ambulante Entbindung möglich?

  • Gibt es noch routinemäßig eine Rasur oder einen Einlauf vor der Geburt?

Auch die Frage nach schmerzlindernden Methoden solltest du dir und der Klinik stellen. Wenn du etwa Wert auf alternative Angebote zur Geburtserleichterung legst, frage ganz gezielt danach. Manche Hebammen bieten beispielsweise Massagen, Akupunktur oder Akupressur an, um die Geburt zu erleichtern.

Hebammenbetreuung

Wenn du das Vertrauensverhältnis zu einer ganz bestimmten Hebamme schätzt, die dich während der Geburt betreut, empfiehlt sich eine Beleghebamme. Frage in der Klinik nach, mit welchen Hebammen die Geburtsklinik zusammenarbeitet und wie viele werdende Mütter eine angestellte Hebamme gleichzeitig betreut.

Während der Geburt

Auch konkret zum Ablauf der (Nach-)Geburt hast du die Möglichkeit, Fragen an die Klinik zu richtigen, zum Beispiel:

  • Wird das Auspulsieren der Nabelschnur unterstützt?

  • Was geschieht mit der Plazenta? Darf man sie ansehen oder sogar mit nach Hause nehmen?

  • Kann in diesem Krankenhaus Nabelschnurblut entnommen werden?

  • Darf mein Partner auch bei einem Kaiserschnitt bei mir bleiben?

  • Ist eine Kaisergeburt, also ein aktiver miterlebter Kaiserschnitt möglich?

Nach der Geburt

Gerade die ersten Stunden nach der Geburt sind wichtig für die Mutter-Kind-Bindung. Durch das sogenannte Rooming-in wird dieser Prozess unterstützt. Weitere Fragen, die sich stellen könnten, sind:

  • Ist es möglich, nach der Geburt kurz mit dem Baby alleine zu sein, sofern keine medizinischen Gründe dagegen sprechen?

  • Gibt es genügend Familienzimmer?

  • Wird das Stillen unterstützt?

  • Gibt es eine Stillbetreuung oder -beratung?

  • Wann darf ich nach einem Kaiserschnitt das erste Mal mein Baby anlegen?

Geburt im Geburtshaus

Die intimere Alternative zur Entbindung im Krankenhaus ist das Geburtshaus. Es wird in der Regel von Hebammen geleitet und bietet neben der Entbindungsmöglichkeit auch andere Leistungen rund um die Geburt an, zum Beispiel spezielle Kurse oder die Schwangerschaftsvorsorge durch die Hebamme.

Ein Geburtshaus eignet sich für Schwangere, bei denen keine Geburtskomplikationen zu erwarten sind, die sich sicher sind, dass sie unter der Geburt keine PDA möchten und die sich eine ruhige und intime Atmosphäre wünschen.

Lies hier mehr über die Geburt im Geburtshaus..

Ambulante Geburt

Bei der ambulanten Geburt erholst du dich zu Hause in vertrauter Umgebung von der Anstrengung, entbindest aber in einem Krankenhaus oder einem Geburtshaus. Ist alles gut verlaufen, kannst du drei bis fünf Stunden danach mit dem Baby nach Hause gehen.

Wichtig ist, dass du für die nachgeburtliche Betreuung im Wochenbett eine Hebamme hast, die euch in der ersten Zeit täglich besucht und nach dir und deinem Baby schaut. Denke außerdem daran, dass die zweite Vorsorgeuntersuchung, die U2, sowie das Neugeborenenscreening auf Stoffwechselerkrankungen zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag des Babys ansteht. Erkundige dich danach rechtzeitig bei einer kinderärztlichen Praxis.

Hier erfährst du alles zur ambulanten Geburt..

Hausgeburt: Ja oder nein?

Mit unter zwei Prozent finden in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern nur sehr wenige Geburten zu Hause statt. Das Interesse an einer Hausgeburt steigt aber stetig an. Die Vorteile ähneln denen einer Geburt im Geburtshaus. Vor allem die intime und vertraute Umgebung sprechen dafür.

Nicht geeignet ist die Hausgeburt für Risikoschwangere, wenn Erkrankungen des Babys vorliegen oder Komplikationen zu erwarten sind. Die Betreuung einer Hausgeburt übernimmt eine Hebamme oder ein Entbindungspfleger. Immer öfter wird das Fachpersonal auch von einer Doula, einer geburtserfahrenen Frau, dabei unterstützt.

Erfahre hier mehr über die Hausgeburt.

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