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Samstag, 24. Februar 2018
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Angst vor der Geburt: Umgang mit dem Schmerz

Der Entbindungstermin rückt langsam näher, die Vorfreude aufs Baby steigt, aber gleichzeitig auch die Angst vor der Geburt und den dazu gehörigen Schmerzen? Gut informiert, vorbereitet und gestärkt muss sich keine Frau ängstigen, sondern kann diesem einmaligen Erlebnis voller Zuversicht entgegenblicken.

Angst vor der Geburt: Umgang mit dem Schmerz
Schwangere können den Geburtsschmerz nicht wirklich lindern, aber ihn als Mittel zum Zweck zu akzeptieren und gut informiert zu sein macht es einfacher
(c) fStop

Viele Frauen haben Angst vor der Geburt und davor, den Schmerz der Wehen nicht auszuhalten. Wehen sind schmerzhaft - da gibt es nichts zu beschönigen. Aber sie unterscheiden sich von anderen Schmerzen, da es Muskelschmerzen der Gebärmutter sind, welche sich regelmäßig zusammenzieht, um den Muttermund zu öffnen und das Kind nach draußen zu "schieben". Das Wissen um die Vorgänge unter der Geburt und auch die Anatomie des Beckenbodens, die auch in Kursen zur Geburtsvorbereitung erklärt und veranschaulicht werden, kann helfen, den Schmerz zu verstehen und ihn zu ertragen.

Natürliche Mechanismen zum Umgang mit dem Schmerz

Während der Geburt setzt die Natur wirksame Mittel ein, um mit den Schmerzen umzugehen: 

  • Wehen sind zeitlich begrenzt: Auf jede Wehe folgt normalerweise eine Pause, in der sich die Frau immer wieder kurz erholen und neue Kraft sammeln kann
  • die Ausschüttung von Hormonen und Endorphinen verringert die Schmerzen während der Geburt
  • die Vorfreude auf das Kind lässt bei vielen Frauen die Schmerzen immer wieder in den Hintergrund treten

Angst vor dem Schmerz

Frauen sollten versuchen, den Schmerz als Mittel zum Zweck zu akzeptieren, bis sie ihr Baby im Arm halten dürfen. Die Geburt ist ein natürlicher Vorgang, für den der weibliche Körper natürlicherweise vorgesehen ist. Es ist für eine Geburt förderlich, den Schmerz anzunehmen und nicht abzulehnen, denn der Wehenschmerz ist der Weg zum Kind. Wer ängstlich ist, ist meistens auch verkrampft - keine gute Voraussetzung für eine Geburt. Frauen sollten versuchen, den Ängsten mit Wissen um die Vorgänge unter der Geburt zu begegnen und lernen, ihrem Körper zu vertrauen, dass sie die Geburt schaffen und die Schmerzen aushalten werden.

Mit folgenden Maßnahmen können Schwangere die Schmerzen unter der Geburt leichter ertragen:

  • Atemtechniken (diese erlernen Sie ebenfalls im Geburtsvorbereitungskurs)
  • Körperwahrnehmung
  • Bewegung
  • Unterstützung durch den Partner: leichte Massagen (Stirn und Kreuzbein), Stützen bei Entlastungspositionen, beruhigende Anwesenheit (Körperkontakt, ruhige Worte)
  • die schwangere Frau sollte sich in der Entbindungsklinik wohlfühlen, also vorher in Ruhe den Kreißsaal besichtigen, und ihre vertraute Hebamme an der Seite haben
  • Musik je nach Vorliebe
  • warme Bäder
  • Akupunktur

Es kann auch hilfreich sein, eine sogenannte Doula zur Geburt mitzunehmen, die die Gefühle der Frau aus eigener Erfahrung kennt. Durch die Anwesenheit einer vertrauten Geburtsbegleiterin können sich Stress und Ängste während der Geburt vermindern.

Schmerzen unter der Geburt lindern

Natürlich stehen auch verschiedenen schmerzlindernde Medikamente, wie eine PDA, bei Bedarf zur Verfügung. Viele Frauen beruhigt das Wissen, dass der Schmerz notfalls medikamentös gelindert werden kann.

PDA (Periduralanästhesie): So läuft sie ab

Übrigens: Manche Frauen mit großer Angst vor den Schmerzen bei der Geburt, denken über einen Wunschkaiserschnitt nach. Dabei wird leider vergessen, dass ein Kaiserschnitt, der eine Bauchoperation ist, viel länger Schmerzen und eine Wunde für viele Wochen nach sich zieht.

Außerdem gibt es tatsächlich auch Frauen, die eine Geburt als schmerzfrei erleben.

Das Gute an den Schmerzen während der Geburt ist: Danach sind sie vorbei und die Frau hält ihr Kind im Arm! Diese Aussicht lässt viele Frauen auch den Schmerz unter der Geburt besser ertragen und die Angst verringern.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 01. Juni 2016
Quellen: Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: http://www.familienplanung.de/schwangerschaft/geburt/ (Stand: Oktober 2013); Hüter-Becker, A., Dölken, M.: Physiotherapie in der Gynäkologie. Thieme Verlag, Stuttgart 2004

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