Ein Angebot von Lifeline
Freitag, 14. Dezember 2018
Menu

Zangengeburt

Autor: Jessica Schmid
Letzte Aktualisierung: 25. Januar 2017

Zangengeburt (Zangenentbindung, Forzepsentbindung) bedeutet, dass der Arzt das Kind mit einer Geburtszange (Forzeps) aus dem Geburtskanal herauszieht. Die Zange besteht aus zwei miteinander verbundenen Löffeln aus Metall.

zangengeburt.jpg
Bei der Zangengeburt wird der Kopf des Kindes mit einer Zange umfasst und aus dem Geburtskanal gezogen
(c) iStockphotos

Damit greift der Arzt während des Geburtsvorgangs vorsichtig um den Kopf des Kindes und zieht es aus der Scheide heraus. Die Zangengeburt ist wie die Saugglocken-Entbindung ein vaginaloperatives Entbindungsverfahren und zählt zur operativen Geburtshilfe.

Vorbereitung auf eine Zangenentbindung

Bevor eine Zangengeburt stattfinden kann, wird die Gebärende über mögliche Folgen und Risiken dieses Eingriffs informiert. Die Harnblase wird mittels Katheter entleert. Die Ärzte verabreichen ein Schmerzmittel (Pudendusblock) und führen meist einen Dammschnitt durch.

Ablauf einer Zangengeburt

Es gibt verschiedene Modelle der Geburtszange. Der Arzt wählt eine passende aus, zerlegt sie in zwei Einzelteile und führt diese nacheinander in die Scheide ein. Der Arzt bringt die beiden Löffel so an, dass sie wie zwei Hände um den Kopf des Ungeborenen fassen. Dann verbindet er beide Zangenteile miteinander und führt einen Probezug durch. Danach zieht er den Kopf des Kindes aus der Scheide. Nun wird die Zange entfernt, denn der restliche Körper des Kindes kommt wie bei einer normalen Geburt zur Welt. Während des Eingriffs steht eine Hebamme der Schwangeren zur Seite und erklärt ihr, welche Schritte als nächstes folgen.

Anwendungsgebiete einer Zangengeburt

Bei der Zangengeburt handelt es sich um ein Prinzip der operativen Geburtshilfe, das in einer Notfallsituation unter der Geburt angewendet wird, um diese möglichst rasch abzuschließen. Gründe eine Zangengeburt durchzuführen sind beispielsweise:

  • In der Austreibungsphase kommt es zu einem Geburtsstillstand und der Geburtsvorgang soll vorangetrieben werden.
  • Die werdende Mutter ist zusehends erschöpft, hat Fieber, oder kann wegen einer Erkrankung oder Betäubung in der Pressphase nicht aktiv pressen.
  • Es besteht eine mögliche gesundheitliche Gefährdung für das Kind, beispielsweise eine zu geringe Sauerstoffzufuhr.
  • Wehenschwäche der Frau

Komplikationen und Risiken einer Zangengeburt

Die Risiken einer Zangengeburt bestehen in einer erhöhten Verletzungsgefahr für die werdende Mutter und das Kind. Das sind beispielsweise:

  • Dammriss
  • Scheidenriss
  • Riss des Gebärmutterhalses
  • Riss der Gebärmutter
  • Kopfverletzungen beim Kind wie Abschürfungen, Blutergüsse, Quetschungen und Nervenlähmungen

Diese Risiken bestehen insbesondere dann, wenn der Geburtshelfer wenig Erfahrung mit Zangenentbindungen hat oder die Vorbedingungen zur Durchführung dieses geburtshilflichen Eingriffs nicht stimmen.

Alternativen zur Zangengeburt: Kaiserschnitt und Saugglocken-Entbindung

Alternativ zur Zangengeburt stehen mit der Saugglocken-Entbindung und dem Kaiserschnitt zwei weitere operative Verfahren zur Auswahl, die dazu geeignet sind, eine laufende Geburt möglichst schnell zu beenden. Welches der Verfahren angewendet wird ist davon abhängig, wie weit die Geburt schon fortgeschritten ist, über wie viel Erfahrung der Geburtshelfer verfügt und wie der gesundheitliche Zustand von Mutter und Kind ist.

Autor: Jessica Schmid
Letzte Aktualisierung: 25. Januar 2017
Quellen

Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
Neuste Artikel in dieser Rubrik
Entbindung & Kaiserschnitt

Wassergeburt ist eine Geburtsmethode, bei der die Schwangere die Wehenzeit im Wasser verbringt. Sie kann auch ihr Baby im Wasser gebären. Das Badewasser entspannt während des Geburtsprozesses die Muskeln, wirkt... Mehr...

Entbindung & Kaiserschnitt

Wochenbettdepressionen sind Depressionen, die bei Frauen in der Zeit nach einer Entbindung auftreten können. In der Fachsprache werden auch die Begriffe postpartale oder postnatale Depressionen verwendet. Mehr...

Informationen zur stillen Geburt

In der Fachsprache wird von einer Totgeburt gesprochen, wenn ein Baby mit einem Gewicht von über 500 Gramm noch vor der Geburt im Mutterleib verstirbt und ohne Lebenszeichen zur Welt kommt. Deshalb bezeichnet... Mehr...

Antibiotika werden oft vorschnell eingenommen, das fördert Resistenzen. Dabei gibt es schonende Alternativen.

mehr lesen...

Mit der Teilnahme an unseren interaktiven Gewinnspielen sichern Sie sich hochwertige Preise für sich und Ihre Liebsten!

Jetzt gewinnen
Weitere interessante Themen
  • Nachgeburtsphase

    Die Nachgeburtsphase beginnt, nachdem das Baby geboren ist. Sie ist die letzte der Geburtsphasen und dauert von der Abnabelung des Kindes bis zur Ausstoßung der Plazenta... Mehr...

  • Geburt im Geburtshaus

    Ist die Geburt im Geburtshaus wirklich entspannter? Wie funktioniert das mit der Betreuung? Erfahren Sie mehr über den Ablauf, die Voraussetzungen und die Kosten dieses... Mehr...

Zum Seitenanfang