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Dienstag, 16. Januar 2018
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Wehencocktail - sinnvolles Rezept zur Einleitung?

Wehencocktail
Ein Wehencocktail sollte nur in Absprache mit der Hebamme oder dem Arzt genommen werden
(c) iStockphoto

Als Wehencocktail wird eine Mixtur bezeichnet, die bei Schwangeren Wehen auslösen soll. Ein solcher Wehencocktail sollte jedoch nie ohne Rücksprache mit der Hebamme oder dem Arzt eingenommen werden.

Wehencocktail – nicht unbeaufsichtigt einnehmen

Viele werdende Mütter wünschen sich, insbesondere um die 40. Schwangerschaftswoche herum, endlich ihr Baby zur Welt bringen zu können zu können. Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und Wassereinlagerungen machen vielen schwangeren Frauen zu schaffen. Aber so lange das Baby noch nicht so weit ist, ist noch Geduld gefragt. Keinesfalls sollten Schwangere auf eigene Faust versuchen, die Wehen auszulösen. Die Hebamme kann es unter Umständen für sinnvoll halten, einen Wehencocktail zu verabreichen. Eine Studie aus dem Jahr 2007 kam jedoch zu dem Schluss, dass ein Wehencocktail bei Erstgebärenden keine Vorteile bietet.

Wehen fördern - Hausmittel im Überblick

Aus welchen Zutaten besteht ein Wehencocktail?

Der Wehencocktail enthält meistens Aprikosensaft, Rizinusöl und Mandelmus und wird mit einem Schuss Sekt oder Mineralwasser aufgegossen. Es gibt mehrere leicht abgewandelte Rezepte für einen Wehencocktail. Manche sind noch zusätzlich durch Schnaps, Cognac oder andere Zutaten ergänzt. Auch die Sektmenge schwankt von 20 ml bis 500 ml auf 20 ml Rhizinusöl. Die Entbindungsstationen selbst haben häufig unterschiedliche Rezepturen. Die meisten Frauen würden sich den Wehencocktail wohl ohne Rhizinusöl wünschen, welches sehr unangenehm schmeckt. Die alkoholhaltigen Zutaten dienen lediglich dazu, das Rhizinusöl zu lösen, damit es sich mit dem Fruchtsaft verbinden kann.

Welche Wirkung hat ein Wehencocktail?

Der Wehencocktail sollte innerhalb von 30 Minuten getrunken werden. Durch die stark verdauungsfördernden Zutaten, vor allem des Rhizinusöls, treten nach der Einnahme gesteigerte Darmtätigkeiten auf. Durch diese erhöhte Darmtätigkeit wird auch die benachbarte Gebärmutter in Bewegung gebracht. Dies soll Wehen einleiten. Oft treten die Wehen zwei bis sechs Stunden nach der Einnahme ein.

Hat ein Wehencocktail Nebenwirkungen?

Wehencocktails fördern neben Wehen auch sehr häufig unerwünschte Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und starken Durchfall.

Gibt es Alternativen zum Wehencocktail?

Da ein Wehencocktail bei Erstgebärenden keine messbaren Vorteile erzielt, gibt es noch andere Maßnahmen, die Wehen auslösen können. Neben sanften, wehenfördernden Mitteln wie Bauchmassage, Wehentee und kreisenden Beckenbewegungen bevorzugen Fachärzte die effektive und kontrollierbare medikamentöse Geburtseinleitung. Hier werden Präparate mit Prostaglandinen oder anderen Wirkstoffen verabreicht, um die Wehen einzuleiten. Hierfür werden sich Hebamme und Ärzte jedoch nur entscheiden, wenn es wirklich notwendig ist.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 17. Juli 2017
Quellen: Online-Informationen der Frauenklinik des Klinikums Stuttgart http://www.klinikum-stuttgart.de (Stand: Oktober 2013); Stadelmann, I.::Die Hebammensprechstunde. Stadelmann Verlag, Wiggensbach 2007; Online-Informationen des Universitätsklinikums Tübingen Leitlinie: Einleitung mit Wehencocktail in der Geburtshilfe (EinWeh) http://halber.org/00Leitlinien/Frauenklinik/EinWeh (Stand: Mai 2011)

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