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Samstag, 18. November 2017
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Saugglocken-Entbindung (Saugglockengeburt, Vakuumextraktion)

Saugglocke baby
Nach einer Saugglocken-Entbindung kann am Kopf des Babys eine Schwellung zurück bleiben, die nach wenigen Tagen verheilt
(c) iStockphoto/SbytovaMN

Die Entbindung mithilfe der Saugglocke ist die am häufigsten durchgeführte vaginal-operative Entbindungsmethode. Sie kann nur durchgeführt werden, wenn sich das Kind bereits unterhalb der Beckenmitte befindet.

Bei der Saugglocken-Entbindung zieht der Arzt den Kopf des ungeborenen Kindes mittels Vakuumglocke aus dem Geburtskanal der Mutter heraus, um den ins Stocken geratenen Geburtsvorgang zu beschleunigen.

Vorbereitung einer Saugglocken-Entbindung

Bevor ein Kind mit Saugglocke entbunden wird, klärt der Arzt die Gebärende über mögliche Folgen und Risiken dieses Eingriffs auf. Die Harnblase wird mittels Katheter entleert. Die Ärzte verabreichen ein Schmerzmittel (Pudendusblock) und führen einen Dammschnitt durch.

Ablauf einer Saugglocken-Entbindung

Zu Beginn untersucht der Arzt genau, in welcher Lage sich der Kopf des Kindes befindet. Dann führt er die Saugglocke in die Scheide ein und setzt sie auf dem Kopf des Kindes ab. Saugglocken gibt es in verschiedenen Materialien wie Metall oder Silikon und in verschiedenen Größen. Die Saugglocke ist über einen Schlauch mit einer Pumpe verbunden. Im Aussehen ähneln die Glocken einem Badewannenstöpsel. Anschließend erzeugt der Arzt einen Unterdruck wodurch der kindliche Kopf angesaugt wird. Es kann mehrere Minuten dauern, bis über eine Pumpe der richtige Druck hergestellt wird. Bei der nächsten Wehe zieht der Arzt vorsichtig an der Glocke, während die Gebärende presst. Sobald der Kopf des Kindes geboren wurde, wird die Saugglocke abgenommen und die Geburt geht normal weiter. Am Kopf des Kindes kann nach der Vakuumentbindung eine Schwellung zurück bleiben, die in den Tagen nach der Geburt wieder von selbst verschwindet.

Anwendungsgebiete einer Vakuumextraktion

Eine Saugglocken-Entbindung ist vor der Geburt nicht planbar. Vielmehr wird sie notwendig, wenn es während der Geburt zu einer gesundheitlichen Gefährdung für Mutter und Kind kommt. Ein Arzt kann sich aus folgenden Gründen für eine Entbindung mit Saugglocke entscheiden:

  • In der Austreibungsphase kommt es zu einem Geburtsstillstand und der Geburtsvorgang soll vorangetrieben werden.
  • Die werdende Mutter ist zusehends erschöpft oder kann wegen einer Erkrankung oder Betäubung in der Pressphase nicht stark genug pressen.
  • Es besteht eine mögliche gesundheitliche Gefährdung für das Kind, beispielsweise eine zu geringe Sauerstoffzufuhr.

Komplikationen und Risiken einer Saugglocken-Entbindung

Neben der Schwellung, die durch die Saugglocke entsteht, kann es bei einer Vakuumentbindung zu weiteren Verletzungen an der Kopfhaut des Babys kommen. Im Vergleich zur Zangengeburt ist die Saugglocken-Entbindung mit einem geringeren Verletzungsrisiko für die werdende Mutter verbunden. Bei Frühgeburten wird eine Saugglocken-Entbindung wegen der Gefahr einer Hirnblutung nicht durchgeführt.

Alternativen zur Saugglocken-Entbindung: Kaiserschnitt oder Zangengeburt

Mit der Zangengeburt und dem Kaiserschnitt existieren zwei Alternativen zur Saugglocken-Entbindung, die ebenfalls der operativen Geburtshilfe zuzuordnen sind. Beide Verfahren sind dazu geeignet, eine ins Stocken geratene Geburt möglichst rasch zu beenden.

Eine Zangengeburt kann schneller durchgeführt werden als eine Saugglocken-Entbindung, daher wird sie vorgezogen, wenn es sich um eine Notfallsituation handelt. Sie erfordert jedoch mehr Erfahrung und technisches Geschick des Geburtshelfers, da das Verletzungsrisiko sonst erhöht ist. Welches der Verfahren angewendet wird ist davon abhängig, wie weit die Geburt schon fortgeschritten ist, über wie viel Erfahrung der Geburtshelfer verfügt und wie der gesundheitliche Zustand von Mutter und Kind ist.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 25. Januar 2017
Quellen: Breckwoldt, M. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2008; Deans, A.: Die Schwangerschaftsbibel. Südwest Verlag, München 2007; Diedrich K. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer, Heidelberg 2007; Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln: http://www.schwanger-info.de (Stand: Juli 2009)

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