Ein Angebot von Lifeline
Mittwoch, 12. Dezember 2018
Menu

Oxytocin

Autor: Miriam Funk
Letzte Aktualisierung: 23. Oktober 2017

Oxytozin ist ein ganz besonderes Hormon, welches auch als Wehenhormon bezeichnet wird. Es löst Muskelkontraktionen aus und wird interessanterweise auch während des Geschlechtsverkehrs produziert, weshalb es auch als Liebeshormon, Bindungshormon oder Kuschelhormon bezeichnet wird.

Oxytocin
Oxytocin wird unter anderem beim Stillen ausgeschüttet
Thinkstock

Wenn der Körper Oxytocin ausschüttet, werden zeitgleich auch immer Endorphine und Encephaline (körpereigene Opiate) ausgeschüttet. Nur so kann die Frau die Geburt trotz starker Schmerzen überhaupt vollbringen. Oxytocin wird im Gehirn vom Hypothalamus gebildet wird.

Funktionen und Wirkung von Oxytocin

Oxytocin besitzt folgende Wirkungen und Funktionen:

  • Es wirkt auf die glatte Muskulatur der wehenbereiten Gebärmutter vor der Geburt kontraktionsauslösend.

  • Es regt die Zellen der Brustdrüse an und fördert so den Milchtransport zur Brustwarze. Der Saugreiz des Kindes an der Brustwarze beim Stillen löst die Ausschüttung von Oxytocin aus.

  • Während des Stillens sorgt Oxytocin auch für die Kontraktion der Gebärmutter und sorgt so für ihre Rückbildung. Deswegen haben Wöchnerinnen beim Stillen leichte Nachwehen.

Die Kontraktionsbereitschaft der Gebärmutter wird durch Östrogen (Förderung) und Gestagene  (Hemmung) variiert. Oxytocin regt die Kontraktion der Muskulatur der Gebärmutter an.

Verwendung von Oxytocin in der Geburtshilfe

Oxytocin wird auch künstlich hergestellt. Es findet Verwendung in der Geburtshilfe, beispielsweise zur Geburtseinleitung, bei Wehenschwäche und zur Unterstützung der Wehen in der Nachgeburtsphase.
In der Geburtshilfe wird ein Oxytocin-Empfindlichkeitstest (auch Oxytocin-Sensibilitätstest) zur Bestimmung der Wehenbereitschaft der Gebärmutter benutzt, um entweder die Wehentätigkeit auszulösen oder die Reaktion des Fötus auf die ausgelösten Wehen per CTG überprüfen zu können.

Oxytocin und Sozialverhalten

Oxytocin wird auch als  Bindungshormon und Kuschelhormon bezeichnet, da es die emotionale Bindung fördet. So spielt Oxytocin wohl auch bei der Mutter-Kind-Bindung eine Rolle. Es laufen außerdem diverse Studien, die eine Verbesserung der sozialen Interaktion unter Einfluss von Oxytocin erforschen. Medikamente mit Oxytocin sollen zu einer Verbesserung der Symptome bei Autismus führen, denn unter dem Einfluss des Hormons verbessern sich Vertrauen und die Kontakte innerhalb einer Gruppe. Außerdem sollen sich Aggressivitätslevel und soziale Ängste durch Oxytocin deutlich verringern.

Paare waren in einer Studie nach der Gabe von Oxytocin (als Nasenspray) eher bereit sein, Konflikte beizulegen und aufeinander zuzugehen. Unter anderem wurde ein deutlich geringeres Level des "Stresshormons" Cortisol festgestellt.

Hautberührungen, Streicheln und Massage bewirken nachweisbar eine Ausschüttung von Oxytocin, und zwar sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Obwohl manchmal auch als "Orgasmushormon" bezeichnet, konnte bislang aber lediglich nachgewiesen werden, dass der Oxytocinspiegel nach dem Sex besonders erhöht war.

Ob Oxytocin das neue "Wundermittel" zur Verbesserung der sozialen Interaktion ist, muss sich noch zeigen. Die bislang vorliegenden Studien berücksichtigen zum Beispiel nicht die individuellen hormonellen Prozesse, die in jedem Menschen vorgehen. Es ist unwahrscheinlich, dass allein die Einnahme von Oxytocin auchreicht, um Beziehungen zu verbessern oder das Sozialverhalten von Autisten zu verbessern.

Zudem gibt es Hinweise darauf, dass Oxytocin zwar die soziale Interaktion innerhalb einer Gruppe (beispielsweise Familie) verbessert, gleichzeitig aber eine Abschottung der Gruppe nach außen fördert. Außenstehende würden demnach eher abgelehnt.

Autor: Miriam Funk
Letzte Aktualisierung: 23. Oktober 2017
Quellen

Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
Neuste Artikel in dieser Rubrik
Entbindung & Kaiserschnitt

Die sogenannten Vorwehen treten in den letzten Schwangerschaftswochen vor der Entbindung auf und werden häufig mit Eröffnungswehen verwechselt. Mit den Vorwehen trainiert die Gebärmutter für die Geburt. Mehr...

Entbindung & Kaiserschnitt

Wassergeburt ist eine Geburtsmethode, bei der die Schwangere die Wehenzeit im Wasser verbringt. Sie kann auch ihr Baby im Wasser gebären. Das Badewasser entspannt während des Geburtsprozesses die Muskeln, wirkt... Mehr...

Entbindung & Kaiserschnitt

Wochenbettdepressionen sind Depressionen, die bei Frauen in der Zeit nach einer Entbindung auftreten können. In der Fachsprache werden auch die Begriffe postpartale oder postnatale Depressionen verwendet. Mehr...

Antibiotika werden oft vorschnell eingenommen, das fördert Resistenzen. Dabei gibt es schonende Alternativen.

mehr lesen...

Mit der Teilnahme an unseren interaktiven Gewinnspielen sichern Sie sich hochwertige Preise für sich und Ihre Liebsten!

Jetzt gewinnen
Weitere interessante Themen
  • Natürliche Geburt

    Eine Geburt ist etwas Natürliches und bedarf im Normalfall keiner technischen Hilfsmittel. Wenn keine Probleme vorliegen, kann jede Frau diesen natürlichen Vorgang aus ihrem... Mehr...

  • Geburtseinleitung (Wehenförderung)

    Ausführliches zu den unterschiedlichen Methoden der Geburtseinleitung können Sie hier lesen.Gründe für die GeburtseinleitungEine Geburtseinleitung wird aus unterschiedlichen... Mehr...

  • Medikamente während der Entbindung

    Einer Gebärenden mit chemischen Medikamenten die Schmerzen nehmen zu können, sie zu beruhigen oder zu narkotisieren, ist eine segensreiche Errungenschaft der modernen Geburtshilfe.... Mehr...

Zum Seitenanfang