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Depressionen: Leitfaden für Angehörige

Depressionen sind ernsthafte psychische Störungen, die sich in Niedergeschlagenheit äußern. Die Depression ist eine Erkrankung, die ernst genommen werden sollte. Besonders von den Angehörigen depressiver Menschen verlangt sie Geduld und Verständnis.

Depressionen: Leitfaden für Angehörige
Eine Depression ist eine Krankheit, die ernst genommen werden sollte
© iStock.com/AntonioGuillem

Angehörige von Menschen mit einer Depression benötigen Verständnis für die Erkrankung, um den Depressiven ernst- und annehmen zu können. Vielleicht können diese Ratschläge etwas Verständnis wecken und sowohl dem Betroffenen als auch Ihnen das Zusammenleben ein Stück weit erleichtern.

Ernst nehmen: Eine Depression ist eine sehr ernst zu nehmende Krankheit. Genauso wenig, wie Sie Vorboten eines Herzinfarkts herunterspielen würden, sollten Sie auch typische Symptome einer Depression nicht bagatellisieren

Keine Appelle: Krankheitsbedingt ist die Willenskraft eines depressiven Menschen extrem reduziert. Appelle wie "Reiß dich doch zusammen" sind nicht nur zwecklos, sondern verschlimmern die Situation.

Liebe: Sagen Sie ihm, dass er geliebt wird und nichts für seine Krankheit kann und dass es auch für diese Erkrankung eine Therapie gibt.

Konkrete Hilfe: Zeigen Sie konkrete Hilfsangebote auf und begleiten Sie ihn. Machen Sie ihm keine Vorwürfe, wenn er die Hilfsangebote nicht gleich annimmt. Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal. Sie brauchen unter Umständen viel Geduld.

Unterstützung im Alltag: Nehmen Sie ihm alltägliche Entscheidungen ab, die für ihn qualvoll sind. Dabei kann es sich um Dinge handeln, die einem Gesunden lapidar erscheinen, wie z.B. Kleiderwahl beim Anziehen, einkaufen, etc. Setzen Sie ihn nicht unter Druck.

Lob bei Fortschritten: Bestärken Sie ihn, das zu tun, wozu er sich in der Lage fühlt. Das können kleine Dinge sein, wie z.B. sich wieder entscheiden zu können, was er morgens anziehen will, oder sich wieder der eigenen Körperpflege zu widmen. Loben Sie ihn für jeden kleinen Schritt, den er im Alltag wieder selber schafft.

Tagesrhythmus: Hilfreich ist es für den Betroffenen auch, sich wieder an einen Tagesrhythmus zu gewöhnen. Unterstützen Sie ihn dabei, aber zwingen Sie ihn zu nichts.

Geborgenheit: Das sexuelle Interesse ist bei den meisten depressiven Menschen gleich null. Wichtig ist ihnen dagegen häufig, in den Arm genommen zu werden, sich geborgen, angenommen und verstanden zu fühlen.

Entscheidungen: Achten Sie darauf, dass der Betroffene während einer depressiven Phase keine radikalen und einschneidenden Entscheidungen trifft (Trennung, Kündigung o.ä.).

Stärke: Sie müssen versuchen stark zu bleiben. Trotz der krankheitsbedingten negativen Haltung des Depressiven sollten Sie weiterhin seine Nähe suchen und ihn unterstützen.

Gegenwart: Versuchen Sie, den Depressiven in die Gegenwart zu holen. Viele Betroffene grübeln nur noch über die Vergangenheit nach, verdrängen die Gegenwart und glauben an keine Zukunft mehr.

Weinen: Weinen ist wichtig, viele Depressive können gerade dies leider nicht mehr. Geben Sie dem Betroffenen ein Gefühl des Vertrauens und der Geborgenheit, in der er sich ausweinen kann.

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