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Montag, 11. Dezember 2017
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Zika-Virus: Gefährlich für Schwangere

Zika-Virus
In der Schwangerschaft kann das Zika-Virus zu schweren Fehlbildungen beim Baby führen, daher sollten Reisen in Zika-Gebiete vermieden werden
iStock/g-stockstudio

Das Zika-Virus ist eine durch Stechmücken in tropischen und subtropischen Regionen übertragene Virus-Infektion. Sie verläuft in der Regel harmlos. Infizieren sich Frauen in der Schwangerschaft mit dem Zika-Virus, kann es zu schweren Fehlbildungen beim Baby kommen.

Übertragung des Zika-Virus

Stechmücken der Gattung Aedes übertragen das Zika-Virus von einem Menschen zum nächsten. Bislang ist vor allem die Mücke Aedes aegypti für die Verbreitung verantwortlich. Die auch als Gelbfiebermücke oder Ägyptische Tigermücke bekannte Stechmücke ist in den Tropen und teilweise auch in den Subtropen heimisch und bislang vor allem als Überträgerin des Dengue-Virus und von Gelbfieber bekannt.

Waren es anfangs noch vage Hinweise, dass eine direkte Übertragung des Zika-Virus von Mensch zu Mensch möglich sein, hat sich dieser Verdacht mittlerweile erhärtet: In den USA meldeten Behörden die Übertragung von Zika durch Geschlechtsverkehr. Auch in Deutschland gab es Ende April 2016 den ersten dokumentierten Fall: Ein Mann hatte seine Partnerin in Deutschland über ungeschützten Geschlechtsverkehr mit dem Zika-Virus angesteckt, nachdem er sich zuvor in Puerto Rico (Südamerika) aufgehalten hatte.

Im Sperma lassen sich grundsätzlich Zika-Viren nachweisen. Auch eine Ansteckung über infiziertes Blut ist nicht ausgeschlossen. Es empfiehlt sich daher, in betroffenen Regionen Safer Sex zu praktizieren (Kondom) und auf entsprechende Hygiene zu achten.

Welche Symptome verursacht das Zika-Virus?

Die Symptome des Zika-Virus sind eher unspezifisch und ähneln denen einer Erkältung oder leichten Grippe:

  • leichtes Fieber (unter 38,5 Grad Celsius)
  • Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Hautausschlag
  • Bindehautentzündung
  • Druckgefühl/Schmerzen hinter den Augen

Etwa drei bis zwölf Tage (meist drei bis sieben Tage) nach dem infektiösen Mückenstich treten die ersten Symptome des Zika-Virus auf. Sie halten durchschnittlich eine Woche an. Vermutlich läuft ein großer Teil der Infektionen unbemerkt ab, weil keine oder nur sehr geringe Beschwerden auftreten. Zwar sind einige wenige Todesfälle dokumentiert worden, dabei handelte es sich aber um Menschen mit verschiedenen schweren Vorerkrankungen.

Diskutiert wird, ob das Zika-Virus das Guillain-Barré-Syndrom auslösen kann. Dafür spricht ein Anstieg der Erkrankungen am Guillain-Barré-Syndrom parallel zu Zika-Virus-Ausbrüchen. Das Guillain-Barré-Syndrom ist eine sehr seltene Autoimmunerkrankung, bei der körpereigene Abwehrzellen das Nervensystem angreifen. Es kommt dadurch zu Lähmungen, die mehrere Monate anhalten können.

Zika-Virus und Schwangerschaft

Anfangs nur als Möglichkeit diskutiert, zeigen aktuelle Studien nun: Es gibt einen Zusammenhang zwischen einer Infektion mit dem Zika-Virus in der Schwangerschaft (vor allem im ersten Schwangerschaftsdrittel) und Fehlbildungen beim Baby.

Dafür spricht, dass es in den von den Ausbrüchen betroffenen Regionen Brasiliens und Französisch Polynesiens zu einer Häufung von Mikrozephalie und anderen schweren Hirn- und Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen kam. Die Mikrozephalie ist durch einen zu kleinen Kopfumfang und in der Regel geistige Behinderung und weitere neurologische Störungen gekennzeichnet. Manche Babys mit schweren Fehlbildungen sterben kurz nach der Geburt.

Bestimmte Infektionen können neben umwelt- und genbedingten Ursachen (zum Beispiel Chromosomenstörungen) in der Schwangerschaft zu Mikrozephalie führen. Dazu gehören neben dem Zika-Virus die Krankheiten Röteln und Zytomegalie.

In einigen Regionen Brasiliens stieg die Zahl der Mikrozephalien parallel zu den Infektionen mit dem Zika-Virus. Auch im Fruchtwasser von Babys mit Mikrozephalie und anderen Fehlbildungen sowie in deren Gehirn und der Rückenmarksflüssigkeit konnte das Virus nachgewiesen werden. Das brasilianische Gesundheitsministerium geht von 7.000 Fällen von Mikrozephalie und Schädel-Hirn-Fehlbildungen bei Neugeborenen in Brasilien seit Oktober 2015 aus.

Im Juli 2016 kam in Spanien das erste europäische "Zika-Baby" zur Welt. Die Mutter hatte sich während einer Reise in Lateinamerika mit dem Zika-Virus angesteckt, als sie schon schwanger war. Das Baby wurde mit Fehlbildungen des Hirns und weiteren Schädigungen geboren.

Aufgrund der potentiellen Gefahr von Fehlbildungen bei einer Zika-Infektion in der Schwangerschaft rief die brasilianische Regierung bereits im Herbst 2015 den Gesundheitsnotstand aus. Im Mai 2017 wurde dieser Notstand aufgehoben. Grund war die stark zurückgegangene Zahl an Neuerkrankungen. Diese ist auf die erheblichen Maßnahmen der Regierung zur Eindämmung der Mückenpopulation zurückzuführen.

Regierungen anderer Länder, darunter Kolumbien, Jamaika und El Salvador, empfahlen ihren Bürgerinnen sogar, auf eine Schwangerschaft vorerst zu verzichten, bis die Ausbrüche eingedämmt seien. Die Lage hat sich aber insgesamt wieder beruhigt.

Anfang Februar 2016 rief die Weltgesundheitsorganisation WHO eine "Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite (PHEIC)" aus. Auch diese wurde im November 2017 wieder aufgehoben, da die zahlreichen Bekämpfungsmaßnahmen fruchteten. Das Zika-Virus wird aber weiterhin durch die WHO als "Bedrohung" eingestuft.

Reisen in "Zika-Gebiete" während der Schwangerschaft meiden

Das Auswärtige Amt sowie die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin raten Schwangeren von Reisen in Verbreitungsgebiete des Zika-Virus ab. Lässt sich ein Aufenthalt in diesen Ländern während der Schwangerschaft nicht vermeiden, ist konsequenter Mückenschutz enorm wichtig, denn eine Impfung gegen das Zika-Virus gibt es nicht.

Reisende nach Lateinamerika oder in die Karibik haben die Möglichkeit, sich auf der Website der WHO über die aktuelle Lage in den jeweiligen Ländern zu informieren (in englischer Sprache). Eine Kartenübersicht finden Sie hier.

Um sich vor Mückenstichen zu schützen, sollten Sie:

  • Moskitonetze verwenden (am besten imprägniert mit Insektiziden, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Permethrin)
  • Ihren Körper mit heller Kleidung bedecken (idealerweise imprägniert), tagsüber und in den Abendstunden
  • unbedeckte Hautstellen unbedingt mit einem Anti-Mückenspray schützen (die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin empfiehlt Abwehrsprays mit den Wirkstoffen DEET)
  • sich in geschlossenen Räumen mit Insektengitter oder Klimaanlage aufhalten

Zika-Virus: betroffene Gebiete

Im April 2016 sind neben südamerikanischen Ländern und der Karibik auch die Kapverden und in Asien die Malediven sowie Thailand und die pazifischen Inseln vom aktuellen Ausbruch des Zika-Virus betroffen. Die Pan American Health Organization teilte erst kürzlich mit, dass auf dem gesamten amerikanischen Kontinent, auf dem das Zika-Virus hauptsächlich vorkommt, 34 Länder und Regionen betroffen sind.

In Indien wurden im Mai 2017 im nordwestlichen Bundesstaat Gujarat drei Fälle von durch Mücken übertragenem Zika-Virus bestätigt.

In den USA ist das Zika-Virus nun auch nachweislich durch Mücken übertragen worden. Im Bundesstaat Florida sollen sich bislang vier Personen mit Zika infiziert haben. In zwei Regionen wurde aus diesem Grund das Blutspenden gestoppt, da Zika durch Blutspenden übertragen werden kann. Bislang waren in den USA nur Reiserückkehrer infiziert oder die Übertragung fand über Geschlechtsverkehr statt.

In Europa ist bislang noch kein Fall von durch Mücken innerhalb Europas übertragener Zika-Infektion bekannt.

Auf der Webseite des European Centre for Disease Prevention and Control können Sie sich immer über die aktuelle Lage informieren. Hier werden neben einer Weltkarte auch die einzelnen betroffenen Staaten aufgelistet.

Zur Zika-Virus-Karte des European Centre for Disease Prevention and Control (in englischer Sprache).

Diagnose des Zika-Virus

Eindeutig kann die Diagnose Zika-Virus über eine Blutuntersuchung gestellt werden. Diese sollte möglichst nicht zu lange nach Symptom-Beginn durchgeführt werden, da sich das Zika-Virus im Blut nur einige Tage nach Beginn der Erkrankung nachweisen lässt. Im Urin können die Viren noch ein bis zwei Wochen nach Krankheitsbeginn festgestellt werden.

Behandlung des Zika-Virus

Gegen das Zika-Virus gibt es keine Medikamente. Die Infektion verläuft normalerweise harmlos, sodass in erster Linie der Körper dabei unterstützt werden sollte, die Viren zu bekämpfen. Empfehlenswert sind:

  • körperliche Schonung und Ruhe, am besten ins Bett legen
  • viel Flüssigkeit trinken, gut eignen sich Wasser und Kräutertees
  • gegen Schmerzen Ibuprofen oder Paracetamol einnehmen (Schwangere möglichst nichts und wenn, dann Paracetamol und nur nach Absprache mit dem Arzt)

Woher stammt das Zika-Virus?

Das Zika-Virus wurde erstmals in den 1940er-Jahren aus einem Affen in Uganda (Afrika) isoliert. Es kommt schon seit einigen Jahrzehnten vereinzelt vor allem in Asien vor. Zu größeren Ausbrüchen kam es aber erst im Jahr 2007 in Mikronesien und 2013 auch in den pazifischen Inselstaaten (vor allem Französisch Polynesien). 2015 erreichte das Zika-Virus den amerikanischen Kontinent: In Brasilien wurden erstmals Fälle gemeldet. Man geht davon aus, dass das Virus während der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 eingeschleppt wurde. Von Brasilien breitet sich das Virus etwa seit der zweiten Jahreshälfte 2015 über den südamerikanischen Kontinent und die Karibik aus. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hält eine Verbreitung über den gesamten amerikanischen Kontinent (außer Kanada und Chile) für möglich.

In Europa sind bislang nur vereinzelt Fälle von Zika-Infektionen festgestellt worden. Die Betroffenen hatten sich allerdings nicht in Europa, sondern in tropischen oder subtropischen Ländern infiziert. Eine Ausbreitung des Zika-Virus durch Mücken ist in unseren kalten Breitengraden sehr unwahrscheinlich.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 01. Oktober 2017
Quellen: Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG): www.dtg.org (Stand: März 2016); Online-Informationen der Pan American Health Organization: www.paho.org (Stand: April 2016; Online-Informationen des Robert Koch Institut (RKI): www.rki.de (Stand: Juli 2016); Online-Informationen der WHO: www.who.int (Stand: April 2016); Rasmussen, Sonja A. u.a.: Zika Virus and Birth Defects - Reviewing the Evidence for Causality. In: The New England Journal of Medicine http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMsr1604338 (Stand: April 2016); Robert Koch Institut: Erste sexuelle Übertragung von Zikavirus in Deutschland. Epidemiologisches Bulletin Nr. 20, DPIBULL-2016-034.2 (Stand: Mai 2016)

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