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Höheres Risiko für Gefäßverschlüsse

Thrombose in der Schwangerschaft

Erhöhtes Risiko einer Thrombose in der Schwangerschaft: Gefäßverschlüsse durch Blutgerinnsel kommen bei Schwangeren häufiger vor. Manchmal sorgen zusätzliche Faktoren dafür, dass die Wahrscheinlichkeit weiter ansteigt.

Thrombose in der Schwangerschaft
Regelmäßige Bewegung wie Fahrradfahren tut den Venen gut und hilft, einer Thrombose in der Schwangerschaft vorzubeugen.
© Getty Images/AleksandarNakic

Artikelinhalte auf einen Blick:

Tipps gegen Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft

Thrombose in der Schwangerschaft: Was ist eine Thrombose?

Normalerweise dient die Blutgerinnung dazu, den Blutfluss bei Verletzungen zu stoppen und offene Wunden wieder zu verschließen. An der verletzten Stelle sammeln sich Blutplättchen und vernetzen sich mit Fibrin, das verletzte Gefäß wird verschlossen. Dieser Mechanismus ist lebenswichtig.

Manchmal kann es aber auch zu einem unerwünschten Blutgerinnsel (Thrombus) kommen, welche das Gefäß ganz oder teilweise verschließt. Am häufigsten betrifft dies die Beine. Aber auch in den Armen oder im Bereich des Beckens sind Gefäßverschlüsse möglich.

Quetschungen der Gefäße, Entzündungen, hormonelle Veränderungen, Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht oder körperliche Inaktivität sind mögliche Ursachen einer Thrombose. Ein häufiger situationsbedingter Risikofaktoren ist vor allem langes Sitzen auf Langstreckenflügen oder während langer Auto- oder Busfahrten.

Angeborene Gerinnungsstörungen können die Thromboseneigung ebenfalls erhöhen. Als Thrombophilie wird eine überhöhte Neigung zu Thrombosen bezeichnet.

Schwangerschaftsyoga: Die besten Übungen

Erhöhtes Thromboserisiko in der Schwangerschaft und im Wochenbett

Schwangere und Frauen im Wochenbett haben ein erhöhtes Basisrisiko, eine tiefe Bein- oder Beckenvenenthrombose zu entwickeln (0,2 Prozent gegenüber 0,1 Prozent in der Allgemeinbevölkerung).

Grund sind die normalen physiologischen Anpassungen des Körpers während der Schwangerschaft aufgrund der hormonellen Veränderungen: Die Blutgerinnung erhöht sich, gleichzeitig werden die Gefäße weiter und durchlässiger. Dadurch können die Venenklappen nicht mehr richtig schließen, sodass das Blut zurück in die Beine statt in Richtung des Herzens fließt.

Auch Druck der wachsenden Gebärmutter auf die großen Beckengefäße und die große Hohlvene (Vena cava) kann das Thromboserisiko erhöhen. Viele Frauen neigen in der Schwangerschaft vermehrt zu Krampfadern. Bereits bestehende Krampfadern können sich verstärken.

Zusätzliche Risikofaktoren

Zusätzlich zum erhöhten Basisrisiko können bestimmte Faktoren das Risiko einer Thrombose in der Schwangerschaft weiter erhöhen:

Besteht bereits ein erhöhtes Risiko, während der Schwangerschaft eine Bein- oder Beckenvenenthrombose zu entwickeln, können bestimmte Faktoren dieses weiter erhöhen:

Erkennen einer Thrombose: Das sind die Anzeichen

Kleinere Thrombosen im Unterschenkel äußern sich oft nur durch ein Schweregefühl in den Beinen und eine leichte Schwellung. Schmerzen beim Gehen oder das Gefühl von Wadendruck können schon Hinweise auf eine Thrombose im Unterschenkel sein. Wird das betroffene Bein hochgelagert, verschwinden die Beschwerden oft wieder.

Eine starke und plötzliche Schwellung der Wade ist das eindeutigste Anzeichen einer Thrombose. Wichtig: Die Thrombose tritt in der Regel nur einseitig auf.

Je ausgeprägter die Thrombose ist, desto mehr Schmerzen verursacht sie und desto ausgeprägter ist die Schwellung des Beines. Auch eine Zunahme des Beinumfangs sowie Wassereinlagerungen sind charakteristisch. Hier ist die Diagnostik oft nicht so einfach, denn Schwangere haben häufig Wassereinlagerungen, vor allem bei hohen Temperaturen, dies sind also nicht automatisch ein Hinweis auf eine Thrombose.

Diese Symptome können auf eine Beinvenenthrombose hindeuten:

  • Schwellungen
  • Druckgefühl
  • Gefühl eines Wadenkrampfes oder Muskelkaters ohne vorherige sportliche Betätigung
  • Fußsohlenschmerzen
  • pergamentartig oder marmoriert aussehende Haut
  • unterhalb des Gefäßverschlusses verändert sich das Aussehen der Haut. Diese wird blass oder rötlich und sieht meist marmoriert aus

Je nachdem, wo die Thrombose entstanden ist und wie ausgeprägt sie ist, variieren die Symptome. Bei Anzeichen empfiehlt sich der sofortige Gang zur*zum Ärztin*Arzt. Die Diagnose erfolgt per Bluttest und/oder per Ultraschalluntersuchung der Beinvenen.

Alarmzeichen in der Schwangerschaft: Bei diesen Symptomen zum Arzt

Therapie der Thrombose in der Schwangerschaft

Eine Thrombose muss auch in der Schwangerschaft behandelt werden. Oberstes Ziel ist es, die Beinvenen wieder durchgängig zu machen und ein Fortschreiten der Gerinnselbildung zu verhindern. Auch bei der Beinvenenthrombose gilt: Je früher sie behandelt wird, desto geringer ist das Risiko von gefürchteten Komplikationen wie der Lungenembolie, bei der sich der Thrombus löst und mit dem Blutfluss in die Lunge wandert.

In der Regel wird die Thrombose bei Schwangeren mit einer Kombination aus Kompressionstherapie und niedermolekularen Heparinen behandelt. Schwangere mit einem erhöhten Risiko für eine tiefe Beinvenenthrombose können diese Therapie bereits vorbeugend erhalten.

Kompressionstherapie: Kompressionsstrümpfe entlasten die Venen

Spezielle medizinische Kompressionsstrümpfe sitzen eng und geben so Druck auf die Venen ab. Dadurch wird der Rückfluss sauerstoffarmen Blutes in Richtung Herz gefördert, das Blut staut sich weniger in den Beinen.

Dieser positive Effekt wirkt besonders gut beim Laufen, da dabei der Blutfluss zusätzlich angeregt wird.

Gerinnungshemmende Medikamente

In der Schwangerschaft gilt der Einsatz niedermolekularen Heparins als sicher zur Thromboseprophylaxe und -therapie, da es die Blutschranke der Plazenta nicht passiert. Schwangere können sich das Medikament ein- oder zweimal täglich selbst injizieren. Auch in der Stillzeit kann Heparin angewendet werden.

Thrombose bei Schwangeren: Tipps um den Blutfluss in den Beinen zu fördern

  • Vermeiden Sie langes Sitzen und Stehen auf einer Stelle. Überkreuzen Sie beim Sitzen nicht die Beine, sodass das Blut besser zirkulieren kann.
  • Bewegen Sie sich im Alltag regelmäßig. Machen Sie öfter Sitz- oder Stehpausen und laufen Sie herum oder machen Sie einen kurzen Spaziergang.
  • Tragen Sie bequeme und vor allem flache Schuhe.
  • So oft wie möglich: Beine hochlegen. Am besten etwas über 90 Grad.
  • Kalte Wassergüsse oder Wassertreten sind in Maßen auch für Schwangere geeignet. Beenden Sie das Duschen, indem Sie einen kühlen Wasserstrahl von den Füßen beginnend aufwärts bis zum Oberschenkel auf die Beine richten.
  • Legen Sie sich beim Liegen bevorzugt auf die linke Körperseite, um die große Hohlvene zu entlasten.
  • Kompressionsstrümpfe sind effektive Möglichkeit, Thrombosen vorzubeugen. Durch den Druck auf die Venen wird der Fluss sauerstoffarmen Blutes in Richtung Herzen gefördert. Dadurch staut sich das Blut in den Beinen weniger.
  • Trinken Sie ausreichend. Stilles Wasser ist in vielerlei Hinsicht das perfekte Getränk für Schwangere.
  • Treiben Sie wenn möglich moderat Sport. Die beste Bewegung findet im Wasser statt! Durch den Wasserdruck entsteht eine ganz natürliche Kompression der Venen. Spazierengehen, Walking, Radfahren oder Tanzen fördern den Rückfluss des Blutes zum Herzen ebenfalls. Aber auch Gymnastik bzw. Yoga speziell für Schwangere tun den Venen gut.
  • Den Blutfluss in den Beinvenen mit der "Muskelpumpe" aktivieren: Legen Sie die Beine hoch und ziehen Sie Ihre Fußspitzen abwechselnd zu sich heran und strecken Sie sie dann. Im Sitzen: Heben sie Fußspitzen und Fersen abwechselnd an. Rollen Sie dafür den Fuß jedes Mal über dem Boden ab.
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Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
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