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Was Sie jetzt beachten sollten

Coronavirus bei Schwangeren, Kindern und in der Stillzeit

Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 löst die Lungenkrankheit Covid-19 aus. Schwangere und Stillende haben nach aktuellem Kenntnisstand kein erhöhtes Risiko, sich anzustecken. Bei Kindern scheint die Infektion milder zu verlaufen als bei Erwachsenen.

Schwangere und Kind mit Mundschutz
Auch Schwangere können sich mit dem Coronavirus infizieren.
© iStock.com/StefaNikolic

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Coronavirus: Immunsystem stärken – so geht’s!

Der neuartige Erreger SARS-CoV-2 verursacht leichte bis schwere Atemwegsinfektionen. Das Virus aus der Gruppe der Coronaviren (CoV) ist eng mit dem SARS-Virus verwandt und geht mit Infektionen der unteren Atemwege sowie grippeähnlichen Symptomen wie Abgeschlagenheit und Fieber einher. Bei schweren Verläufen kann das Coronavirus zu einer Lungenentzündung (Pneumonie) und in seltenen Fällen zum Tod führen.

In Deutschland sind laut Echtzeit-Karte der Johns Hopkins University in Baltimore bislang 286.339 Personen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden (Stand: 28. September 2020). Weltweit sind inzwischen über vier Millionen Fälle bestätigt. Das Robert Koch-Institut hat ebenfalls am 28. September 285.332 Fälle bestätigt. Österreich verzeichnet 42.876 Fälle, die Schweiz 51.864. Spanien ist mit 716.481 Infizierten innerhalb der EU am stärksten betroffen, gefolgt von Frankreich (552.473 Fälle). Italien (309.870 Fälle) und Deutschland.

Seit einigen Wochen steigt die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen in Deutschland wieder an. Über 250.000 Menschen in Deutschland, die an Covid-19 erkrankt waren, gelten mittlerweile auch wieder als genesen.

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Coronavirus in Schwangerschaft und Stillzeit noch wenig erforscht

Die Erforschung des erstmals im Dezember 2019 in China aufgetretenen Coronavirus läuft zur Zeit auf Hochtouren. Zu den Folgen einer Infektion während Schwangerschaft und Stillzeit oder bei Kindern gibt es bislang nur wenige Erkenntnisse, die sich lediglich auf Beobachtungen stützen. Aussagekräftige Studien sind aufgrund der Neuartigkeit des Erregers erst in der Zukunft zu erwarten.

Ob sich Schwangere schneller mit dem Coronavirus infizieren als Nicht-Schwangere, ist bislang unklar, da es darüber schlicht keine Daten gibt.

Masken für Kinder: Was beachten?

Möglicherweise höheres Komplikationsrisiko für Schwangere

Nachdem anfangs über mögliche Komplikationen in der Schwangerschaft und Auswirkungen auf das Baby sehr wenig bekannt war, haben Forscher in Großbritannien nun alle der 77 weltweit bislang vorliegenden Daten und Studien zu Corona und Schwangerschaft ausgewertet.

Die Ergebnisse auf einen Blick:

  • Gesunde Schwangere, die sich mit dem Coronavirus infizierten, hatten weniger häufig Fieber oder Muskel- und Gliederschmerzen als gesunde nicht schwangere Frauen im gebärfähigen Alter.
  • Die Wahrscheinlichkeit, auf die Intensivstation verlegt und künstlich beatmet werden zu müssen, war bei Schwangeren aber etwas erhöht.
  • Das Risiko für einen schweren Verlauf stieg vor allem mit höherem Body-Mass-Index oder Alter. Chronisch erhöhter Blutdruck oder ein vorbestehender Diabetes mellitus waren weitere Faktoren, die das Risiko für einen schweren Verlauf erhöhten.
  • Vor allem das Risiko einer Frühgeburt stieg etwa um das Dreifache an.

Ein Viertel aller Neugeborenen, die von Müttern mit Covid-19 geboren wurden, wurden in die Neugeborenenstation aufgenommen und hatten ein höheres Risiko der Aufnahme als diejenigen, die von Müttern ohne Covid-19 geboren wurden.

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) empfiehlt in einer aktuellen Stellungnahme Schwangeren, die mit dem Coronavirus infiziert sind oder bei deinen ein Verdacht darauf besteht, die Geburt in einem Krankenhaus. Aus Vorsichtsmaßnahme kann das Baby in der Klinik kontinuierlich elektronisch überwacht und der Sauerstoffgehalt stündlich geprüft werden. Zu Hause oder im Geburtshaus ist dies nicht möglich. Ein Kaiserschnitt ist laut DGGG nicht zwingend erforderlich, sofern keine anderen Gründe dafür sprechen. Auch eine PDA zur Schmerzlinderung sei möglich.

Lesen Sie hier mehr über die Änderungen bei Vorsorge und Geburt durch das Coronavirus.

Alarmzeichen in der Schwangerschaft: Bei diesen Symptomen zum Arzt

Übertragung im Mutterleib möglich?

Fruchtwasser, Nabelschnurblut und Rachenabstrich von sechs der neun Neugeborenen wurden in der chinesischen Beobachtungsstudie negativ auf das Coronavirus getestet. Eine Übertragung im Mutterleib scheint demnach eher unwahrscheinlich.

Einem Bericht der chinesischen staatlichen Nachrichtenagentur China News Service zufolge wurde bei zwei Neugeborenen 30 Stunden nach der Geburt das Coronavirus festgestellt. Darüber berichtete das Ärzteblatt. Ob sich die Neugeborenen während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder danach bei den Müttern, zum Beispiel durch die Muttermilch, angesteckt hatten, ist unklar. Hundertprozentig ausgeschlossen werden kann eine Virusübertragung während der Schwangerschaft also noch nicht.

Hohes Fieber für Schwangere gefährlich

Unabhängig von der Ursache kann lange anhaltendes und höheres Fieber (über 38,5 Grad Celsius) bei Schwangeren zu Komplikationen wie Früh- oder Fehlgeburt oder Fehlbildungen beim Baby führen. Coronavirus-Infektionen gehen in der Regel mit Fieber einher. Schwangeren wird grundsätzlich empfohlen, bei Fieber mit einer Temperatur von über 38,5 Grad Celsius fiebersenkende Maßnahmen einzuleiten. Dafür eignen sich Hausmittel und nach Absprache mit dem Arzt auch fiebersenkende, für die Anwendung in der Schwangerschaft geeignete, Medikamente.

Lesen Sie hier mehr über Fieber in der Schwangerschaft.

Schwangere und ihr Immunsystem

Die Schwangerschaft ist ein Balanceakt für das Immunsystem der Schwangeren: Es muss das Baby tolerieren, das neben dem Erbgut der Mutter auch über das des Vaters verfügt, also körperfremd ist. Gleichzeitig hat es weiterhin die Aufgabe, die Mutter zu schützen. Heute weiß man, dass das Immunsystem in der Schwangerschaft nicht einfach heruntergefahren wird. Vielmehr unterliegt es komplexen Veränderungen und schützt die Schwangerschaft. Kommt es jedoch zu Erkrankungen, kann dieses empfindliche Gleichgewicht gestört werden und Komplikationen auftreten.

Das ist beispielsweise bei bakteriellen Infektionen oder der Grippe (Influenza) der Fall: Mit Grippe infizierte Schwangere können, vor allem im dritten Schwangerschaftsdrittel, eher Komplikationen wie Lungen- oder Gehirnentzündung entwickeln. Aus diesem Grund wird ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel auch die Grippeschutzimpfung empfohlen.

Die Tatsache, dass an Covid-19 erkrankte Schwangere laut aktueller Studienlage eher weniger Fieber entwickeln, könnte in den Veränderungen des Immunsystems in der Schwangerschaft begründet sein: Fieber ist eine Reaktion des Immunsystem zur Abwehr von Infektionen. Hohes Fieber gefährdet aber die Schwangerschaft.

Stillen mit Coronavirus: Übertragung durch die Muttermilch möglich?

Auch zur möglichen Übertragung des Coronavirus über die Muttermilch ist die Datenlage bislang dünn. In einzelnen Untersuchungen konnten bislang jedoch keine Viren in der Muttermilch nachgewiesen werden. In der Muttermilch von sechs der neun infizierten Chinesinnen aus oben genannter Beobachtungsstudie wurden keine Viren nachgewiesen. Teilweise enthielt die Muttermilch aber Antikörper, was auf einen gewissen Schutzeffekt durch das Stillen hinweist. Experten empfehlen daher, weiter zu stillen.

Während Muttermilch für Babys also nach aktuellem Kenntnisstand ungefährlich ist, besteht natürlich die Möglichkeit, sich bei der Mutter anzustecken. Um das zu verhindern, kann Muttermilch abgepumpt werden.

Da Coronaviren per Tröpfcheninfektion weitergegeben werden, sollte der Kontakt zwischen einer infizierten Mutter und ihrem Baby unter strengen Hygienemaßnahmen erfolgen: Waschen und Desinfizieren der Hände, bevor das Baby angefasst wird und Tragen eines Mundschutzes, vor allem beim Stillen.

Auch beim Abpumpen der Muttermilch empfehlen sich Hygienemaßnahmen. Alle Teile der Milchpumpe sollten stets ausschließlich mit gründlich gewaschenen und/oder desinfizierten Händen angefasst und gut gereinigt werden. Nach Möglichkeit sollte das Füttern des Babys durch eine andere, nicht infizierte Person erfolgen, bis die Mutter wieder gesund ist.

Erkrankt eine bereits stillende Frau am Conoravirus, empfiehlt der Verband der Still- und LaktationsberaterInnen Österreichs IBCLC, das Stillen nicht zu unterbrechen. Aufgrund der Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen oder länger sei das Baby ohnehin bereits dem Virus ausgesetzt. Ein Abstillen könne das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs erhöhen.

Wie gefährdet sind Kinder durch das Coronavirus?

Von den aktuell in Krankenhäusern behandelten Infizierten sind die meisten über 49 Jahre alt und haben eine Vorerkrankung, wodurch es zu diesen schweren Verläufen kommt.

Daten aus der chinesischen Stadt Shenzhen zeigen jedoch, dass sich Kinder genau so oft anstecken wie Erwachsene. Bei ihnen wird eine Infektion mit dem Coronavirus jedoch aufgrund der milden Symptome häufig nicht bemerkt. Sie können aber trotzdem andere Menschen anstecken. In vielen betroffenen Ländern wie auch in Deutschland reagierten die Behörden deshalb bereits mit der vorübergehenden Schließung von Schulen und Kindergärten.

Warum die Erkrankung bei Kindern in der Regel milder verläuft, ist bislang unklar. Möglicherweise spielt das noch nicht vollständig ausgereifte Immunsystem von Kindern eine Rolle.

Die Behandlung infizierter Kinder erfolgt wie bei Erwachsenen symptomatisch, da bislang noch keine antiviralen Medikamente gegen das Coronavirus empfohlen oder zugelassen sind.

Kinderkrankheiten und ihre typischen Beschwerden

Verdacht auf Coronavirus? So gehen Sie vor

Wenn Sie Kontakt mit einem Infizierten hatten oder sich kürzlich in einem Risikogebiet aufhielten und Beschwerden haben, ist der Hausarzt richtiger Ansprechpartner.

Wichtig: Gehen Sie nicht einfach in die Praxis, sondern rufen Sie vorher an!

So verhindern Sie, andere Menschen im Wartezimmer oder das Personal in der Praxis anzustecken. Ihr Hausarzt wird das weitere Vorgehen mit Ihnen besprechen. Bei begründetem Verdacht kann er bei Ihnen vorbeikommen, um einen Abstrich vorzunehmen. Sie sollten in der Zwischenzeit zu Hause bleiben.

Ist Ihr Hausarzt nicht erreichbar, kann der ärztliche Bereitschaftsdienst rund um die Uhr Auskunft geben: Telefonnummer 11 6 11 7.

Weitere Ansprechpartner sind die Gesundheitsämter der jeweiligen Städte und Kreise. Auf der Website des Robert Koch-Instituts können Sie online nach dem für Sie zuständigen Gesundheitsamt suchen: https://tools.rki.de/PLZTool/

In manchen Städten sind zentrale Teststellen eingerichtet worden. Auskunft über Standort und Ablauf in den Teststellen erhalten Sie bei Ihrem Arzt oder beim Gesundheitsamt bei begründetem Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus.

Einige Kreise und Städte haben außerdem spezielle Bürgertelefone eingerichtet und auch die gesetzlichen Krankenkassen beraten und informieren über spezielle telefonische Hotlines: Auf der Website des GKV-Spitzenverbandes sind die Kontaktdaten aufgelistet.

Hygiene im Haushalt während Corona-Pandemie
Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
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