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Was Sie jetzt beachten sollten

Corona in Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft und Stillzeit in Zeiten von Corona: Wie gefährdet sind Schwangere wirklich durch das Coronavirus und auf was sollten sie achten?

Schwangere und Kind mit Mundschutz
Auch Schwangere können sich mit dem Coronavirus infizieren.
© iStock.com/StefaNikolic

In Deutschland sind laut Echtzeit-Karte der Johns Hopkins University in Baltimore bislang 4.039.675Personen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden (Stand: 8. September 2021). Weltweit sind inzwischen über 220 Millionen Fälle bestätigt. Das Robert Koch-Institut hat am 8. September 4.030.681 Fälle für Deutschland bestätigt.

Österreich verzeichnet 701.216 Fälle, die Schweiz 798.497. Frankreich ist mit 6.938.875 Infizierten innerhalb der EU am stärksten betroffen, gefolgt von Spanien (4.892.640), Deutschland und Italien (4.579.502 Fälle) und Deutschland.

Aktuell liegt die 7-Tage-Indizenz für Deutschland bei 82,7 (Stand: 8. September). Die Delta-Variante dominiert.

In diesem Artikel lesen Sie:

Coronavirus: Immunsystem stärken – so geht’s!

Schwangerschaftsvorsorge in Zeiten von Corona

Die regulären Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft finden statt. In Praxen und Kliniken gilt die Maskenpflicht auch für Schwangere, wenn sie zu regulären Terminen und Untersuchungen erscheinen. Eine Begleitperson ist je nach Praxis oft zu den Ultraschallterminen zugelassen, zu den anderen Terminen nicht.

Bei Symptomen einer Atemwegsinfektion sollten Schwangere nicht einfach in die Praxis kommen, sondern vorher telefonisch Kontakt aufnehmen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Vereinzelt kann es aktuell vorkommen, dass die Frauenarztpraxen manche nicht notwendigen Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft verschieben oder nicht vornehmen.

Schwanger in der Corona-Zeit? Das müssen Sie jetzt wissen

Höheres Komplikationsrisiko für Schwangere und Babys

Anfangs war über durch Corona ausgelöste Komplikationen in der Schwangerschaft und Auswirkungen auf das Baby sehr wenig bekannt.

Zwei große Studienauswertungen aus Großbritannien und Kanada zeigen nun: Schwangere haben unter bestimmten Voraussetzungen ein höheres Risiko für Schwangerschaftskomplikationen und Frühgeburt.

Die Ergebnisse der Briten auf einen Blick:

  • Gesunde Schwangere, die sich mit dem Coronavirus infizierten, hatten weniger häufig Fieber oder Muskel- und Gliederschmerzen als gesunde nicht schwangere Frauen im gebärfähigen Alter.
  • Die Wahrscheinlichkeit, auf die Intensivstation verlegt und künstlich beatmet werden zu müssen, war bei Schwangeren etwas erhöht.
  • Das Risiko für einen schweren Verlauf stieg vor allem mit höherem Body-Mass-Index oder Alter. Chronisch erhöhter Blutdruck oder ein vorbestehender Diabetes mellitus waren weitere Faktoren, die das Risiko für einen schweren Verlauf erhöhten.
  • Vor allem das Risiko einer Frühgeburt stieg etwa um das Dreifache an.

Neuere Ergebnisse einer Meta-Analyse von Beobachtungsstudien durch Wissenschaftler*innen der Universität Montreal zeichnen ein ähnliches Bild: Symptomatische Verläufe waren demnach bei Schwangeren seltener. Entwickelten sich jedoch Beschwerden, kam es häufiger zu Frühgeburten und Kaiserschnitt. Je ausgeprägter die Erkrankung, desto wahrscheinlicher kam es zu Problemen.

Seltene schwere Verläufe waren außerdem mit weiteren Komplikationen assoziiert:

Betroffene Schwangere mussten öfter beatmet und auf die Intensivstation verlegt werden. Auch hatten ihre Babys häufiger ein niedriges Geburtsgewicht und/oder mussten auf der Neugeborenen-Intensivstation behandelt werden.

Komplexes Zusammenspiel des Immunsystems

Die Tatsache, dass an COVID-19 erkrankte Schwangere laut aktueller Studienlage eher weniger Fieber entwickeln, könnte in den Veränderungen des Immunsystems in der Schwangerschaft begründet sein: Fieber ist eine Reaktion des Immunsystem zur Abwehr von Infektionen. Hohes Fieber bei Schwangeren kann zu Komplikationen wie Frühgeburt, Fehlgeburt oder Fehlbildungen beim Baby führen.

Gleichzeitig ist mittlerweile bekannt, dass das Coronavirus Entzündungsreaktionen in den Blutgefäßen verursachen kann. Als Ursache der Präeklampsie wird unter anderem eine Missbildung der Gefäße in der Plazenta vermutet. 

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) empfiehlt in einer aktuellen Stellungnahme Schwangeren, die mit dem Coronavirus infiziert sind oder Kontakt zu infizierten Menschen hatten, die Geburt in einem Krankenhaus. Als Vorsichtsmaßnahme kann das Baby in der Klinik kontinuierlich elektronisch überwacht und der Sauerstoffgehalt stündlich geprüft werden. Zu Hause oder im Geburtshaus ist dies nicht möglich. Ein Kaiserschnitt ist laut DGGG nicht zwingend erforderlich, sofern keine anderen Gründe dafür sprechen. Auch eine PDA zur Schmerzlinderung sei möglich.

Lesen Sie hier mehr über die Änderungen bei Vorsorge und Geburt durch das Coronavirus.

Alarmzeichen in der Schwangerschaft: Bei diesen Symptomen zum Arzt

Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht leichte bis schwere Atemwegsinfektionen, die als COVID-19 bezeichnet werden. Hauptsymptome sind hohes Fieber, Atemwegsbeschwerden wie trockener Husten und Kurzatmigkeit sowie Müdigkeit. Bei schweren Verläufen kann Corona zu einer Lungenentzündung (Pneumonie) und zum Tod führen.

Außerdem werden häufig folgende Symptome beobachtet:

  • Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns
  • Schnupfen
  • Halsschmerzen
  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • Appetitverlust
  • Gewichtsverlust
  • Bindehautentzündung
  • Apathie
  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Verfärbung an Finger oder Zehen
  • Hautausschlag
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall

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Corona: Übertragung im Mutterleib möglich?

Untersuchungen von Fruchtwasser, Nabelschnurblut und Rachenabstrich von Neugeborenen wurden in Studien auf Corona getestet. Eine Übertragung im Mutterleib scheint bislang eher unwahrscheinlich. Es gibt Fallberichte über Neugeborene, bei denen 30 Stunden nach der Geburt das Coronavirus festgestellt wurde. Ob sich die Neugeborenen während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder danach bei den Müttern angesteckt hatten, ist noch unklar.

Allerdings wurde ein Viertel aller Neugeborenen, die von Müttern mit COVID-19 geboren wurden, in die Neugeborenenstation aufgenommen. Sie hatten außerdem ein höheres Risiko der Aufnahme als diejenigen, die von gesunden Müttern geboren wurden.  

Stillen mit Corona: Übertragung durch Muttermilch möglich?

Auch zur möglichen Übertragung des Coronavirus über die Muttermilch ist die Datenlage noch dünn. In einzelnen Untersuchungen konnten bislang jedoch keine Viren in der Muttermilch nachgewiesen werden. Teilweise enthielt die Muttermilch aber Antikörper, was auf einen gewissen Schutzeffekt durch das Stillen hinweist. Experten empfehlen daher, weiter zu stillen.

Da Coronaviren per Tröpfcheninfektion weitergegeben werden, sollte der Kontakt zwischen einer infizierten Mutter und ihrem Baby unter strengen Hygienemaßnahmen erfolgen: Waschen und Desinfizieren der Hände, bevor das Baby angefasst wird und Tragen eines Mundschutzes, vor allem beim Stillen.

Auch beim Abpumpen der Muttermilch empfehlen sich Hygienemaßnahmen. Alle Teile der Milchpumpe sollten stets ausschließlich mit gründlich gewaschenen und/oder desinfizierten Händen angefasst und gut gereinigt werden. Nach Möglichkeit sollte das Füttern des Babys durch eine andere, nicht infizierte Person erfolgen, bis die Mutter wieder gesund ist.

Erkrankt eine bereits stillende Frau am Conoravirus, empfiehlt der Verband der Still- und LaktationsberaterInnen Österreichs IBCLC, das Stillen nicht zu unterbrechen. Aufgrund der Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen oder länger sei das Baby ohnehin bereits dem Virus ausgesetzt. Ein Abstillen könne das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs erhöhen.

Altdeutsche Namen für Mädchen und Jungen

Beschäftigungsverbot in der Schwangerschaft wegen Corona?

Schwangere Beschäftigte müssen besonders geschützt werden. Das ist unter anderem im Mutterschutzgesetz geregelt. Die Frage, ob und wie ein Beschäftigungsverbot wegen Corona für sie greift, stellen sich aktuell viele Schwangere. Fest steht: Besteht ein Gesundheitsrisiko oder eine "unverantwortbare Gefährdung" für eine Schwangere oder ihr Kind, darf während Schwangerschaft, nach der Geburt und in der Stillzeit die Arbeit nicht ausgeübt werden.

Vielmehr muss der Arbeitgeber für "sichere" Arbeitsbedingungen sorgen. Ist ihm das nicht möglich, muss ein betriebliches Beschäftigungsverbot ausgesprochen werden. Erst dann kann die Schwangere zu Hause bleiben. Der Anspruch auf Lohnfortzahlung ist im Mutterschutzgesetz ebenfalls geregelt. Arbeitgeber können sich den Lohn oder das Gehalt von der gesetzlichen Krankenkasse der Mitarbeiterin ersetzen lassen.

Zu den Schutzmaßnahmen, die ein Arbeitgeber ergreifen kann, gehören laut BAFzA ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Menschen, Einzelarbeitsplätze oder Homeoffice. Das dauerhafte Tragen von FFP3-Masken ist für Schwangere dagegen nicht geeignet.

Nach Informationen des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) gehören unverantwortbare Gefährdungen, die in der Schwangerschaft in Zeiten von Corona zu einem Beschäftigungsverbot führen können:

  • eine Schwangere hat Kontakt zu häufig wechselnden Personen (zum Beispiel Frauen, die im Verkauf oder Gesundheitswesen arbeiten)
  • eine Schwangere hat regelmäßigen Kontakt zu vielen Menschen, zum Beispiel im Großraumbüro
  • eine Schwangere hat Kontakt zu SARS-CoV-2-Infizierten oder zu Menschen, die unter Verdacht stehen, mit dem Coronavirus infiziert zu sein
  • eine Schwangere arbeitet im Labor und hat dort Kontakt zu Corona-haltigen Proben

Lesen Sie hier mehr über Beschäftigungsverbote in der Schwangerschaft.

Corona-Impfung in der Schwangerschaft?

Die STIKO empfiehlt die Impfung in der Schwangerschaft für noch nicht geimpfte Schwangere ab dem 2. Trimester nun doch (Stand: 10. September 2021). Das Expertengremium hatte lange gezögert, obwohl sich bereits Ende Juli 2021 die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) für eine bevorzugte Impfung Schwangerer ausgesprochen hatte. Die generelle Impfempfehlung spreche nun nach eingehender Prüfung der bislang vorliegenden Daten zu Effektivität und Sicherheit der Corona-Impfung in der Schwangerschaft aus.

Kleinere Studien aus den USA zeigen einen positiven Effekt auf die Antikörperbildung: Geimpfte Schwangere und Stillende geben Antikörper gegen das Coronavirus offensichtlich an ihre Kinder weiter.

Eine Datenauswertung aus Israel zeigte außerdem, dass die Corona-Impfung Schwangere genauso schützt wie nicht schwangere Personen.

Mehr über die Corona-Impfung für Schwangere

Corona-Impfung: Auch für Schwangere und Kinder?

Wie gefährdet sind Kinder durch das Coronavirus?

Auswertungen der bisher verfügbaren Daten zeigen, dass sich Kinder genau so oft mit Corona anstecken wie Erwachsene. Bei ihnen wird eine Infektion mit dem Coronavirus jedoch aufgrund der milden Symptome häufig nicht bemerkt. Dennoch können Kinder andere Menschen anstecken. In vielen betroffenen Ländern wie auch in Deutschland reagierten die Behörden deshalb bereits mit der vorübergehenden Schließung von Schulen und Kindergärten.

Warum die Erkrankung bei Kindern in der Regel milder verläuft, ist bislang unklar. Möglicherweise spielt das noch nicht vollständig ausgereifte Immunsystem von Kindern eine Rolle.

Kinderkrankheiten und ihre typischen Beschwerden

Corona in Schwangerschaft und Stillzeit noch wenig erforscht

Die Erforschung des erstmals im Dezember 2019 in China aufgetretenen Coronavirus läuft weiter auf Hochtouren. Zu den Folgen einer Infektion während Schwangerschaft und Stillzeit oder bei Kindern gibt es bislang nur wenige Erkenntnisse, die sich lediglich auf Beobachtungen stützen. Aussagekräftige Studien sind aufgrund der Neuartigkeit des Erregers erst in der Zukunft zu erwarten.

Ob sich Frauen in der Schwangerschaft schneller mit dem Coronavirus infizieren als Nicht-Schwangere, ist bislang unklar, es spricht aber vieles dagegen.

Schwanger und Verdacht auf Coronavirus? So gehen Sie vor

Wenn Sie Kontakt mit einem Infizierten hatten oder sich kürzlich in einem Risikogebiet aufhielten und Beschwerden haben, ist der Hausarzt der richtige Ansprechpartner. Wichtig: Gehen Sie nicht einfach in die Praxis, sondern rufen Sie vorher an! Ist Ihr Hausarzt nicht erreichbar, kann der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 11 6 11 7 rund um die Uhr Auskunft geben.

Weitere Ansprechpartner sind die Gesundheitsämter der jeweiligen Städte und Kreise. Auf der Website des Robert Koch-Instituts können Sie online nach dem für Sie zuständigen Gesundheitsamt suchen: https://tools.rki.de/PLZTool/

In manchen Städten sind zentrale Teststellen eingerichtet worden. Auskunft über Standort und Ablauf in den Teststellen erhalten Sie bei Ihrem Arzt oder beim Gesundheitsamt bei begründetem Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus.

Einige Kreise und Städte haben außerdem spezielle Bürgertelefone eingerichtet und auch die gesetzlichen Krankenkassen beraten und informieren über spezielle telefonische Hotlines: Auf der Website des GKV-Spitzenverbandes sind die Kontaktdaten aufgelistet.

Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
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