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Freitag, 23. Juni 2017
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Kindergärten

Kindergärten
In Kindergärten knüpfen viele Kinder erste Freundschaften
© iStock/Marko NOVKOV

Kindergärten sind nicht nur für berufstätige Eltern wichtig - auch die Kleinen profitieren in ihrer Entwicklung von der Gemeinschaft mit Gleichaltrigen. Es gibt verschiedene pädagogische Kindergarten-Konzepte unterschiedlicher Träger.

In Kindergärten können Kinder bis zum sechsten oder siebten Lebensjahr – also bis zum Schuleintritt – betreut werden. Kindergärten werden von öffentlichen oder privaten Trägern angeboten. Sie werden häufig auch Kindertagesstätten (Kitas) genannt. In Deutschland haben seit 2013 alle Kinder ab dem ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Platz im Kindergarten (Sozialgesetzbuch 8, § 24 „Anspruch auf Förderung in Tageseinrichtungen und in Kindertagespflege“).

Kindergärten – Träger

Träger von Kindergärten sind die Kommunen (Landkreise oder kreisfreie Städte) sowie privat-gemeinnützige Initiativen oder privat-gewerbliche Unternehmen. Die Vergabe von Plätzen in Kitas mit öffentlicher Trägerschaft richtet sich nach Berufstätigkeit und Familienstatus. Kinder von arbeitenden oder arbeitsuchenden Eltern werden demnach bevorzugt. Alleinerziehende werden bei der Vergabe von Kindergartenplätzen ebenfalls begünstigt.

Neben den öffentlichen wird ein großer Teil der Kindergärten von freien, gemeinnützigen Trägern betrieben. Das sind vor allem die Kirchen und freie Wohlfahrtsverbände wie das Rote Kreuz, die Diakonie oder Caritas. Kinderbetreuungsangebote von Kirchen oder Wohlfahrtsverbänden sind an die Werten und Normen oder jeweiligen Anbieter angebunden.

Auch Elterninitiativen können Träger von Kindergärten sein. Viele Eltern und Erzieher schließen sich zu solchen Initiativen zusammen, um bestimmte (alternativ-)pädagogische Konzepte für ihre Kinder umsetzen zu können. Häufig stehen hinter Waldorfkindergärten oder Montessori-Kindergärten Elterninitiativen.

Kindergartenplätze in privat-gemeinnützigen Kindergärten werden meist von den Kommunen bezuschusst.

Kindergärten von privat-gewerblichen Trägern sind oft etwas teurer. Aktuell bezuschussen nur sechs Bundesländer solche Kindergartenplätze. Die pädagogischen Konzepte sind von Kindergarten zu Kindergarten verschieden.

Auch Betriebskindergärten fallen in die Kategorie der privat-gewerblichen Träger. Sie stellen für Arbeitnehmer eine praktische und häufig günstige Alternative dar. Zudem wird der Ausbau und Betrieb von Betriebskindergärten vom Bund und von den Kommunen teilweise finanziell gefördert.

Kindergärten – Kosten

Bei Kindergärten richtet sich die Gebühr für einen Kindergartenplatz nach verschiedenen Kriterien. Sie können sich zum Teil erheblich unterscheiden und sind abhängig von:

  • Trägerschaft (öffentlicher, gemeinnützig-privater oder wirtschaftlich-privater Träger)
  • Wohnort
  • Einkommen der Eltern
  • Anzahl der zu betreuenden Kinder
  • Betreuungsumfang

Kindergärten – Betreuungszeiten

Die Betreuungszeiten sind in Kindergärten unterschiedlich. Die meisten Kindergärten in den alten Bundesländern öffnen morgens zwischen 7:00 Uhr und 7:30 Uhr, während man in Ostdeutschland in über 80 Prozent der Kitas Kinder schon vor 7:00 Uhr morgens übergeben kann. Bei den Schließzeiten unterscheiden sich Ost und West ebenfalls: Etwa jede zweite Kindertagesstätte im Westen schließt bereits vor 16:30 Uhr, während in den neuen Bundesländern die meisten Kindergärten bis 18:00 Uhr geöffnet sind.

Die Möglichkeiten der Kinderbetreuung sind zwar in den neuen Bundesländern besser ausgebaut als in den alten Bundesländern. Es gibt aber in ganz Deutschland Kindergärten, die längere Betreuungszeiten anbieten und flexibler agieren. Für Eltern, die im Schichtdienst arbeiten oder unregelmäßige Arbeitszeiten haben, sind diese großzügigeren Öffnungszeiten besonders wichtig.

Kindergärten – Arten

Die pädagogischen Konzepte in Kindergärten sind unterschiedlich. Im „normalen“ Kindergarten beträgt die Gruppenstärke in der Regel bis zu 25 Kinder. Im normalen Kindergarten bieten die Jahreszeiten mit ihren Feiertagen und Geburtstagen den Rahmen für den Tagesablauf. Ein vorgegebener Tagesrhythmus steht nicht im Vordergrund. Vielmehr entscheiden die Kinder zu einem großen Teil selbst, was sie erleben möchten. Es wird gebastelt, gespielt und es werden Ausflüge gemacht. An die meisten Kindergärten gliedert sich ein Außengelände mit einem Spielplatz an.

Im integrativen Kindergarten spielen und lernen Kinder und Kinder mit Behinderung gemeinsam. Toleranz und Hilfsbereitschaft sind wesentliche Aspekte im integrativen Kindergarten. Die Gruppenstärke ist geringer als in anderen Kindergärten. Zudem kommen je nach Bedarf auch Therapeuten zur Unterstützung der Gruppe. Elternmitarbeit ist im integrativen Kindergarten gewünscht.

Der Montessori-Kindergarten ist ein beliebter alternativ-pädagogischer Kindergarten, bei dem es vor allem darum geht, Kindern dabei zu helfen, sich selbstständig zu entwickeln. In der Montessori-Pädagogik entwickeln sich Kinder von innen heraus und haben einen angeborenen Drang zum Lernen. Das wird im Montessori-Kindergarten unterstützt. Die „Freiarbeit“ spielt eine große Rolle: Während der Freiarbeit eignen sich Kinder selbst spielerisch Fähigkeiten an.

Im Waldorfkindergarten wird den Kindern eine strukturierte Umgebung geboten, in der sie sich frei entfalten können. Es wird besonderen Wert auf Zwanglosigkeit gelegt. Die Kinder entscheiden selbst, ob sie an einer Tätigkeit teilnehmen möchten. Das Lernen durch Nachahmung steht dabei im Mittelpunkt. Erzieher im Waldorfkindergarten bieten an, aber drängen nicht zu Aktivitäten. Es wird Wert auf künstlerische Aktivitäten und das Spielen mit möglichst naturbelassenen Materialien gelegt.

„Raus an die frische Luft und viel Natur“ – das ist das Motto im Wald-Kindergarten. Der „Kindergarten“ ist dabei der Wald: Hier kann man nach Belieben laufen, spielen und basteln. Alle dafür notwendigen Materialien finden sich in der Natur. Gespielt wird mit Ästen, Stöcken, Erde oder Zapfen. Wichtig ist dafür, dass die Kinder zu jeder Jahreszeit passend angezogen sind, denn auch im Winter wird draußen gespielt. Für extreme Witterungen steht ein Bauwagen zum Unterstellen bereit.

Obwohl die Wald-Kindergärten keinen integrativen Schwerpunkt haben, fühlen sich gerade entwicklungsverzögerte und verhaltensauffällige Kinder ohne Wände und räumliche Eingrenzung sehr wohl und haben hier sehr gute Chancen für ihre Entwicklung.

Heilpädagogische Kindergärten sind Einrichtungen für behinderte, entwicklungsverzögerte und verhaltensauffällige Kinder. Hier steht die Therapie im Vordergrund. Nach Bedarf kommen Logopäden und Ergotherapeuten regelmäßig in die Einrichtung. Für jedes Kind wird zusammen mit den Eltern ein individueller Förderplan erstellt.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 20. April 2016
Quellen: Bundesministerium für Familie, Frauen und Jugend: Gute Kinderbetreuung: weil in Kleinen Großes steckt. http://www.vorteil-kinderbetreuung.de/allgemein/dok/6.php (Stand: Februar 2014); Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz: Gesetze im Internet, Sozialgesetzbuch 8, § 24, http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_8/__24.html (Stand: Februar 2014); Hellmich, A., Teigeler, P. (Hrsg.): Montessori-, Freinet-, Waldorfpädagogik. Konzeption und aktuelle Praxis. Beltz, Weinheim und Basel 2007; Statistisches Bundesamt: Kindertagesbetreuung in Deutschland 2012, https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressekonferenzen/2012/kindertagesbetreuung/begleitmaterial_PDF.pdf?__blob=publicationFile (Stand: Februar 2014)

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