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Donnerstag, 18. Januar 2018
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Gewaltfreie Erziehung

Gewaltfreie Erziehung
Gewaltfreie Erziehung: Nicht Gewalt, sondern Liebe sollte die Basis einer Familie sein
(c) iStockphoto/ChristinLola

Gewaltfreie Erziehung sollte in unserer Gesellschaft selbstverständlich sein. Gerade in Konfliktsituationen wird den Eltern besonnenes Verhalten abverlangt, um diesem Anspruch gerecht zu werden.

Während in Deutschland 85 Prozent der Eltern angeben, eine gewaltfreie Erziehung anzustreben, halten beispielsweise immer noch 60 Prozent der Eltern Ohrfeigen in der Erziehung für legitim.

„Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafung, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“ Seit November 2000 ist dieser Paragraph Bestandteil des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Gleichzeitig ist auch im Sozialgesetzbuch verankert, dass die Leistungen der Familienförderung Wege zur Umsetzung einer gewaltfreien Erziehung aufzeigen sollen. Die Bundesministerien für Familie oder für Justiz stellen hierzu viele Informationen zur Verfügung.

Gewalt in der Erziehung löst keine Probleme

Das Erleiden von Gewalt in der Erziehung kann für Kinder und Jugendliche große negative Folgen auf ihre Persönlichkeitsentwicklung haben. Das Risiko, dass Kinder, die Gewalt ausgesetzt sind, ängstlicher werden, ist hier gegeben. Selbstwertgefühl und schulische Leistungen können nachlassen. Ebenso besteht Gefahr für emotionale Gleichgültigkeit oder Aggressivität dieser Kinder und Jugendlichen. Die Gewissensbildung kann verkümmern und der spätere Griff zu Alkohol und Drogen ist eher möglich. Haben diese Kinder später selbst Kinder, besteht die Gefahr, dass sie sich selbst auch nur durch Gewalt in der Erziehung zu helfen wissen. Dies nennt man „Lernen am Modell“. Nicht selten sind jugendliche Gewalttäter auch selbst Gewalt ausgesetzt, beispielsweise durch die Eltern.

Beratungsstellen helfen bei gewaltfreier Erziehung

In Deutschland gibt es verschiedene Erziehungs- und Familienberatungsstellen. Diese können Eltern unterstützen, die mit der Erziehung ihrer Kinder Probleme haben und sich in manchen Fragen hilflos fühlen. Etwa eine Viertel Million Eltern nehmen diese Hilfe jährlich in Anspruch. Sie kommen mit unterschiedlichen Anliegen. Hierzu zählen Unsicherheit in Erziehungsfragen, Angst-, Ess- oder Schlafstörungen ihrer Kinder. Auch nach Trennung und Scheidung der Eltern werden Beratungsstellen oftmals kontaktiert. Schulprobleme der Kinder, Lügen, Diebstahl oder gewalttätiges Verhalten geben Eltern auch häufig Anlass, eine Beratung in Anspruch zu nehmen.

Gewaltfreie Erziehung vorleben

Kindererziehung ist eine sehr schwierige Aufgabe. Für manchen Eltern ist es schwer, eine gewaltfreie Erziehung zu gewähren, gerade wenn selbst Gewalt in der Kindheit erlebt wurde. Jegliche Form von Gewalt gegenüber Kindern, sei sie physischer oder psychischer Natur, ist Ausdruck von Hilflosigkeit des Erziehenden. In der Erziehungs- und Familienberatung können individuelle, fallbezogene Strategien entwickelt werden, bei denen Eltern idealerweise verinnerlichen, wie sie ihre familieneigenen Problematiken angehen und verändern können, sodass sie verhindern, dem Kind gegenüber gewalttätig zu werden.

Gewalt in der Erziehung ist von den Eltern in den allermeisten Fällen nicht gewollt und ist daher oft keine rationelle Handlung. Dennoch sind die Auswirkungen auf das Kind nicht zu unterschätzen. Gewalt hat eine große Bandbreite: von der Ohrfeige über den Klaps auf den Po bis hin zum Verprügeln. Keine dieser Übergriffe hat in der Erziehung eine Daseinsberechtigung. Gewaltfreie Erziehung mit viel Liebe und Geduld sollte für alle Eltern die Basis sein, auf der sie ihre Kinder aufwachsen lassen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 04. August 2017
Quellen: Online-Informationen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: www.bmfsfj.de (Stand: März 2013)

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