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Alleinerziehend

Autor: Christian Fiala
Letzte Aktualisierung: 14. Dezember 2016

Als alleinerziehend wird ein Elternteil bezeichnet, bei dem ein minderjähriges Kind ohne das andere Elternteil lebt. Alleinerziehende müssen alle Aufgaben, die sonst von beiden Elternteilen übernommen werden, alleine bewältigen.

Alleinerziehend
Die meisten Alleinerziehenden sind Frauen
(c) iStockphoto/mediaphotos

Dies ist mit Arbeit, Kindererziehung, Freizeitgestaltung, Haushalt und vielen anderen Aspekten eine große Aufgabe, die so manchen Alleinerziehenden vor große Herausforderungen stellt. In etwa jeder fünften Familie in Deutschland lebt ein Alleinerziehender mit einem oder mehreren Kindern zusammen. In Großstädten lebt jedes zweite Kind bei nur einem Elternteil. Ursachen hierfür sind Trennung, Tod eines Elternteils oder andere Gründe. Bei betroffenen Kindern führt dies oft zu Krisen, was die Situation erschwert. Nur selten wird dieses Familienmodell vom Alleinerziehenden bewusst gewählt. Die Zahl der Familien mit nur einem Elternteil steigt seit Jahren gleichmäßig an.

Unterstützung für Alleinerziehende

Alleinerziehende, meistens die Mütter, sind neben der alleinigen Hauptverantwortung für das Kind mit vielen weiteren daraus entstehenden Schwierigkeiten konfrontiert. Nach einer Trennung wird zum Beispiel häufig eine Wohnung und entsprechende Einrichtung benötigt. Oft sind durch Konflikte rechtliche Ratschläge einzuholen oder bei finanziellen Problemen Behördengänge zu machen. Auch steuerlich sind Alleinerziehende benachteiligt. Hier kann es ratsam sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es gibt Anlaufstellen für Alleinerziehende, die nützliche Informationen bereitstellen und den Betroffenen durch das umfangreiche Hilfesystem führen können. Im Internet findet man etwa beim Familienministerium (www.bmfsfj.de) oder dem Verband alleinerziehender Mütter und Väter Bundesverband e. V. (www.vamv.de) Hilfestellungen. Sozialverbände bieten ebenfalls Unterstützung an.

Alleinerziehend – es gibt keine Schublade

Es gibt keine klar definierte Gruppe von Alleinerziehenden. Bildungsstand und Beruf, Einkommensverhältnisse, Gesundheit oder Alter von Vätern oder Müttern sind Faktoren, die die jeweilige Lebenssituation beeinflussen. Hieraus entsteht auch ein sehr unterschiedlicher Unterstützungsbedarf bei betroffenen Familien. Ist man finanziell unabhängig, ist man mit Konflikten oder Unterhaltsstreitigkeiten konfrontiert? Hat man ein Netzwerk aus Verwandten und Freunden oder ist man eher auf sich allein gestellt? Muss der Wohnort verlassen werden? Je nach Alter der betroffenen Kinder können unterschiedliche Schwierigkeiten entstehen, die bewältigt werden müssen. Sie leiden häufig unter der erst einmal neuen Situation. Elterliche Konflikte, Orts- oder Schulwechsel oder mangelnde Kommunikation können Kinder in dieser Situation sehr belasten. Kleinkinder beispielsweise reagieren anders als pubertierende Kinder.

Alleinerziehende in der Mitte der Gesellschaft

Familien mit nur einem Elternteil sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Sie werden meist auch nicht mehr, wie früher, als Makel betrachtet. Viele Alleinerziehende stehen im Beruf und meistern die Herausforderungen. Allerdings sind manche Rahmenbedingungen noch verbesserungswürdig. Steuerliche Benachteiligung, fehlende Betreuungsplätze und familienunfreundliche Arbeitszeiten werden von vielen alleinerziehenden Elternteilen beklagt. Viele Familien mit nur einem Elternteil leben leider noch an oder sogar unter der Armutsgrenze. Betroffene sollten sich also umfangreich beraten lassen und über Möglichkeiten finanzieller Unterstützung aufgeklärt werden. Elternteilen, die nach langer Pause im Job den Wiedereinstieg suchen, steht ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm zur Verfügung. Hier berät die Bundesagentur für Arbeit.

Autor: Christian Fiala
Letzte Aktualisierung: 14. Dezember 2016
Quellen

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