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Richtig behandeln und vorbeugen

Wespenstich: Was tun?

Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 16. August 2018

Gerade im Spätsommer und nach milden Wintern sind sie eine Plage und machen das Grillen oder Eisessen draußen oft zum Spießrutenlauf: Wespen werden vor allem von süßen Speisen und Getränken oder Fleisch angelockt, können dann auch recht hartnäckig sein – und sich zur Not mit einem Stich "verteidigen". Beim Stich geben sie ihr Insektengift in die Wunde ab, dadurch kommt es zu Schmerzen und zur Schwellung. Behandeln lässt sich der Wespenstich am besten mit Kühlen und beruhigenden Gels.

Wespenstich
Im Sommer surren sie wieder – Wespen sind immer auf der Suche nach Futter, zum Wespenstich kommt es aber nur, wenn sich die Tiere bedroht fühlen.
© iStock.com/james63

Der Wespenstich ist schmerzhaft und juckt, die Beschwerden klingen aber in der Regel nach relativ kurzer Zeit wieder ab. Eine Ausnahme bilden Stiche im Mund- oder Rachenraum – bei ihnen handelt es sich um einen ärztlichen Notfall, denn es droht Erstickungsgefahr.

Bei einer Insektengiftallergie tritt eine allergische Reaktion nicht nur an der Stichstelle, sondern am ganzen Körper auf. Die Symptome reichen von starker Schwellung bis hin zu Atemnot und Schock. Allergiker sollten deshalb bei Aktivitäten draußen stets ihr Notfallset mit schnell wirkenden Medikamenten bei sich tragen.

In diesem Artikel lesen Sie:

Was hilft gegen Wespen?

Wespenstich: Was tun?

So schmerzhaft ein Wespenstich ist – er ist in der Regel harmlos, sofern keine Insektengiftallergie vorliegt. Ganz anders sieht es bei einem Wespenstich im Mund oder im Rachenraum aus: Dann sollten Sie sofort den Notarzt unter der Norarzt-Nummer 112 rufen! Denn durch die Schwellung kann es zu lebensbedrohlichen Atembeschwerden kommen, ganz unabhängig davon, ob eine Insektengiftallergie vorliegt oder nicht. Tritt in einer solchen Situation ein Schock ein, sollten Sie die betroffene Person in die Schocklage legen (Beine hochlegen) und umgehend den Notarzt verständigen, soweit noch nicht erfolgt. Wenn vorhanden, empfiehlt sich das Lutschen von Eiswürfeln und das Kühlen von außen mittels Kühlpad.

Anders als Bienen ziehen Wespen ihren Stachel nach dem Stich wieder heraus. Befindet sich also noch ein Stachel in der Haut, handelt es sich nicht um einen Wespen- sondern um einen Bienenstich. Die Behandlung erfolgt bei beiden gleich. Allerdings empfiehlt es sich, einen Bienenstachel umgehend mit einer Pinzette aus der Haut zu ziehen, da er auch nach dem Stich weiter Gift absondert. Die Stichstelle sollten Sie nach dem Herausziehen des Stachels desinfizieren.

Verlassen Sie nach einem Wespenstich wenn möglich zunächst den Ort des Geschehens, denn mit ihrem Stich setzen die Insekten bestimmte Duftstoffe frei, die andere anwesende Wespen in Alarmstimmung versetzen.

Wespenstich behandeln: Das sind die wichtigsten Schritte

Wenn Sie einen Stichheiler zur Hand haben, empfiehlt es sich, diesen sobald wie möglich nach dem Wespenstich anzuwenden. Die abgegebene Wärme zerstört bestimmte Eiweißenzyme und neutralisiert das Gift dadurch. Je nach individueller Schmerzempfindlichkeit (die abgegebene Wärme wird häufig als unangenehm empfunden) empfiehlt es sich, die Prozedur einige Male zu wiederholen.

Auch das Aussaugen der Wunde mittels Mund oder Saugstempel kann helfen, allerdings verschließt sich die Wunde nach dem Stich recht schnell, hier ist also Eile geboten. Wichtig: Wenn Sie die Wunde selbst mit dem Mund aussagen, nehmen Sie über Ihre Schleimhäute etwas Insektengift auf, daher sollten Sie dies keinesfalls bei einer Insektengiftallergie tun. Spucken Sie das Gift unverzüglich aus und spülen Sie Ihren Mund mit Wasser gründlich aus.

Nach diesen ersten Maßnahmen empfehlen sich:

  • Kühlen: Mit Eispad oder Eiswürfeln die Stichstelle kühlen – legen Sie die Kältequelle nicht auf die bloße Haut, wickeln Sie sie in ein dünnes Handtuch oder ein Taschentuch ein. Kühlen Sie vor allem bei Baby und Kleinkind nicht zu lange, sondern nur einige Sekunden, machen Sie dann eine Pause von einigen Sekunden und kühlen Sie wieder. Bei Erwachsenen und älteren Kindern empfehlen sich abwechselndes Kühlen und Pausieren für je maximal zehn Minuten. Wenn Sie gerade nichts aus dem Kühlfach zur Hand haben, tut es auch ein kalter, nasser Waschlappen.

  • Eiswürfel lutschen: Bei einem Wespenstich im Mund oder Rachenraum empfiehlt es sich, auf dem Weg zum Arzt oder solange Sie auf den Notarzt warten, etwas Kaltes zu lutschen. Eiswürfel, nicht-stückiges Speiseeis, Wasser- oder Softeis bieten sich an. Sie können den Stich zusätzlich von außen kühlen.

  • Nicht kratzen: Auch wenn er schmerzhaft ist und juckt – versuchen Sie, den Wespenstich weitgehend in Ruhe zu lassen, um Entzündungen durch Kratzen zu verhindern.

  • Juckreiz mindern: Wenden Sie Hausmittel wie eine aufgeschnittene rohe Zwiebel oder Kräuterumschläge an. Auch kühlende Gels (zum Beispiel Aloe-vera-Gel) können helfen, den Juckreiz abzuschwächen.

  • Körperliche Reaktion beachten: Beobachten Sie Ihr Kind oder die gestochene Person einige Minuten, um sicherzugehen, dass kein allergischer Schock eintritt.

  • Hochlagern und ruhigstellen: Lagern Sie wenn möglich den Körperteil mit dem Stich ein wenig höher und versuchen Sie, ihn in den kommenden Tagen oder bis die Beschwerden abgeklungen sind etwas ruhiger zu halten.

Dann sollten Sie zum Arzt: Wenn der Wespenstich stark anschwillt oder sich entzündet und bei starken Schmerzen oder Gefühlsstörungen rund um die Stichstelle, die länger als 24 bis 36 Stunden anhalten, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen. Für Wespenstich-Allergiker gilt dies ohnehin.

Wespenstich: Hausmittel gegen Juckreiz und Schwellung

Auch manches Hausmittel eignet sich zu Behandlung von Wespenstichen.

Der Klassiker: Rohe Zwiebel

Schneiden Sie eine rohe Zwiebel in der Mitte durch und legen sie Sie mit der Schnittfläche nach unten auf den Wespenstich. Die Zwiebel enthält antientzündliche Wirkstoffe und mindert Juckreiz und Schmerzen.

Hausmittel auf Vorrat: Zwiebeleiswürfel

Um im Fall der Fälle eine desinfizierende und juckreizmindernde rohe Zwiebel parat zu haben, kann man auch einfach "Zwiebeleiswürfel" selbst herstellen. Schneiden Sie dafür einfach eine Zwiebel in feine Würfel und frieren Sie sie mit etwas Wasser im Eiswürfelbehälter ein. Die Kühle wirkt ebenfalls wohltuend an der Stichstelle. Achten Sie bitte darauf, den Zwiebeleiswürfel nicht zu lange direkt auf die Haut zu legen, da sonst Erfrierungen und Kälteschmerzen drohen.

Beruhigen: Heilerde und Essig

Rühren Sie für einen kühlenden und beruhigenden Umschlag etwas Heilerde mit Essig an, tragen Sie die Masse direkt und rund um die Stichstelle auf und lassen Sie sie trocknen. Klopfen Sie die trockene Heilerde danach vorsichtig ab und wischen Sie eventuell feucht nach. Bitte rubbeln Sie nicht, um die Haut nicht unnötig zu reizen. Da Babys Haut empfindlich auf den Essig reagieren kann, ersetzen Sie diesen bei kleinen Kindern durch Wasser.

Natürlich entzündungshemmend: Ballonrebe

Salben mit Extrakten aus der Ballonrebe wirken entzündungshemmend und beruhigen. Die in der Ballonrebe in großen Mengen enthaltene Harlicarsäure wird auch als "natürliches Kortison" bezeichnet und gilt als auf natürliche Weise entzündungshemmend.

Wundheilungsfördernd und gegen den Juckreiz: Spitzwegerich

Spitzwegerich ist als altes Hausmittel gegen Juckreiz bekannt. Zudem hat er antiseptische und wundheilungsfördernde Eigenschaften. Bereiten Sie einen Umschlag aus frischen, geriebenen Spitzwegerichblättern oder aufgebrühtem, abgekühltem Spitzwegerichtee und belassen Sie ihn mindestens 20 Minuten auf der Stichstelle.

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Allergische Reaktion auf einen Wespenstich: Insektengiftallergie

Bei einer Insektengiftallergie kann die Reaktion auf einen Stich weit über die üblichen Beschwerden hinausgehen. Während sich üblicherweise in den ersten Minuten nach einem Wespenstich eine Schwellung zeigt und lediglich die Region um den Stich herum zunächst schmerzt und später juckt, zeigen sich die Symptome im Rahmen einer allergischen Reaktion unter Umständen auch in ganz anderen Körperregionen.

Je nach Ausprägung und Giftmenge reichen die Symptome von einer über das normale Maß hinausgehenden Schwellungen bis zur Atemnot. Auftreten können:

  • sehr starke Schwellung um die Stichstelle
  • Quaddeln und Schwellungen in anderen Körperregionen
  • Atemnot und/oder Kurzatmigkeit
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Blutdruckabfall
  • Schock

Bei Insektengiftallergie sollte bei Aktivitäten draußen immer ein Notfallset zur Verfügung stehen. Notfallsets bestehen in der Regel aus einem schnellwirkenden Antiallergikum (Antihistaminikum) zum Einnehmen, Kortison zum Einnehmen und einer Adrenalin-Injektion, die bei akuten Symptomen wie Atemnot, Blutdruckabfall oder Schock umgehend gesetzt werden sollte. Die Medikamente sollten, sofern es der Arzt nicht anders verordnet hat, auch in dieser Reihenfolge eingenommen werden. Besprechen Sie die Zusammensetzung Ihres Notfallsets oder das ihres Kindes mit Ihrem Arzt. Er oder sie wird Ihnen auch die Anwendung der Infektionsspritze zeigen. Auch Kinder erlernen im Idealfall den Umgang mit der Spritze, damit sie sich im Notfall selbst eine Injektion setzen können.

Als langfristige Maßnahme zur Linderung der Insektengiftallergie ist eine sogenannte Hyposensibilisierung, bei der über Monate bis Jahre hinweg in regelmäßigen Abständen geringe Dosen von Insektengift injiziert werden, um die Toleranzschwelle des Körpers zu erhöhen.

Wespenstichen vorbeugen

Wirklich sicher verhindern können Sie Wespenstiche leider nicht. Mückensprays sind gegen Wespen genauso wirkungslos wie lange Kleidung, denn diese lässt sich in der Regel problemlos durchstechen. Mit einigen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich die Wahrscheinlichkeit eines Stichs aber minimieren:

Ruhig bleiben: Hektisches Herumwedeln oder gar nach der Wespe zu schlagen, macht die Insekten unnötig aggressiv. Das gilt übrigens auch für das häufig empfohlene Anpusten. Die Wespe fühlt sich dadurch angegriffen und sticht eher zu. Zudem lockt das Schlagen nach einer Wespe Artgenossen an, denn Wespen verständigen sich durch Pheromone, die bei Angriffen entsprechend aktiviert werden – und schon ist Verstärkung im Anmarsch. Bringen Sie Ihrem Kind bei, wie es sich achtsam verhält und seien Sie ein Vorbild. Wenn Sie hektisch um sich schlagen, sobald eine Wespe, Biene oder Hornisse in der Nähe ist, wird Ihr Kind dies auch tun.

Im Freien vorsichtig essen und trinken: Bienen und Wespen fühlen sich vor allem von süßen Getränken und Speisen angezogen, Wespen auch von Fleisch. Kontrollieren Sie Ihr Essen vor dem Zubeißen. Achten Sie auch bei Ihrem Kind darauf, dass kein Tier auf der Speise sitzt und sensibilisieren Sie Ihr Kind diesbezüglich. Lassen Sie Flaschen und Becher nicht geöffnet und unkontrolliert stehen. Das sofortige Verschließen von Gläsern empfiehlt sich, weil dadurch erst gar keine verlockenden Düfte aufsteigen können.

Nicht barfuß auf Wiesen laufen: Gerade auf blühenden Wiesen können im Sommer Wespen, Bienen oder Hornissen sitzen. Tragen Sie zumindest leichtes Schuhwerk, um nicht versehentlich mit dem nackten Fuß auf eines der Tiere zu treten. Besonders in Klee fühlen sich Wespen wohl. Hier empfiehlt sich besondere Vorsicht.

Moskitonetz für Kinderwagen: Wenn in der Umgebung viele Wespen unterwegs sind, kann es Sinn ergeben, den Kinderwagen mit einem Moskitonetz zu schützen.

Wespen, Bienen und Hornissen ablenken: Ein Teller reifes Obst, einige Meter vom Tisch entfernt aufgestellt, kann die Aufmerksamkeit der Insekten auf sich ziehen und Sie haben beim Essen mehr Ruhe. Gut geeignet sind Trauben oder Äpfel.

Vermeiden Sie Parfum: Blumig-duftende Körperlotionen oder Parfüms können Wespen, Bienen und Hornissen anlocken.

Öfter duschen: Schweiß und Körpergeruch locken Insekten an. Vor allem nach dem Sport "duften" wir für Wespen interessanter als sonst.

Keine knalligen Farben tragen: Auffällige Farben – ob bei der Kleidung oder auf der Tischdecke – locken Wespen an. Am uninteressantesten ist für sie die Farbe Weiß.

Meiden Sie draußen Mülleimer: Halten Sie sich nicht länger in der Nähe von Abfalleimern oder Altglascontainern auf, denn Wespen sind dort gern auf der Suche nach Abfallresten und süßen Flüssigkeiten.

Hausmittel, um Wespen fernzuhalten

Es gibt diverse überlieferte Methoden, Wespen fernzuhalten. Ob sie wirklich funktionieren, ist oft Ansichtssache. Während die einen auf Kaffeepulver zur Abschreckung setzen, sind andere von Nelken und Zitrone überzeugt.

Das sind die gängigsten Hausmittel gegen Wespen:

Zitronen: Wespen empfinden den Duft von Zitronen als unangenehm. Schneiden Sie zur Abschreckung einfach einige Zitronen jeweils in der Mitte durch und verteilen sie die Hälften mit der Schnittfläche nach oben auf dem und um den Tisch. Oft wird auch empfohlen, die Zitronen mit Nelken zu spicken, da Wespen den ätherischen Duft von Nelken nicht mögen.

Glühendes Kaffeepulver: Geben Sie etwas Kaffeepulver in ein feuerfestes Schälchen und stecken Sie ein brennendes Streichholz hinein, sodass das Kaffeepulver zu glühen anfängt. Die dadurch freigesetzten Aromen empfinden wir Menschen meist als angenehm, Wespen dagegen sind davon nicht so begeistert.

Knoblauch: Auch Knoblauch soll Wespen abschrecken. Schneiden Sie einfach einige Knoblauchzehen in zwei Hälften und verteilen Sie sie rund um den Tisch.

Kupfermünzen: Wespen mögen Kupfer überhaupt nicht. Reiben Sie einige Münze zwischen Ihren Finger, um das "Aroma" richtig freizusetzen und verteilen Sie die Münzen auf dem Tisch.

Was hilft gegen Mücken?
Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 16. August 2018
Quellen
Beiträge im Forum "Forum für Großfamilien"
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