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Freitag, 21. September 2018
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Sonnenstich: Symptome und Behandlung

Autor: Christian Emmerling / Karin Wunder
Letzte Aktualisierung: 18. Mai 2018

Sonnenstich ist eine Reizung der Hirnhaut, die durch direkte Sonneneinstrahlung verursacht wird. Kopf- und Nackenschutz sind deshalb im Sommer vor allem bei Babys und Kindern und Menschen mit wenig Kopfhaar wichtig. Beim Sonnenstich zeigen sich Symptome wie roter und heißer Kopf, Schwindel und Übelkeit oder starke Kopfschmerzen. Zur Behandlung sollten Betroffene sofort in eine kühle Umgebung gebracht werden und ausreichend trinken.

Sonnenstich
Besonders bei kleinen Kindern muss der Kopf- und Nackenbereich vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden, um einem Sonnenstich vorzubeugen
iStock/GMVozd

Wodurch entsteht ein Sonnenstich?

Ein Sonnenstich entsteht durch lang andauernde und direkte Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf- und Nackenbereich. Dadurch kann es zu einer Reizung der Hirnhaut kommen. Besonders gefährdet sind Säuglinge, Kinder und Menschen mit wenig Kopfhaar. Auch Radfahrer, die ihren Oberkörper weit nach vorne beugen, können an sehr sonnigen und heißen Tagen leicht einen Sonnenstich bekommen, wenn der Nackenbereich ungeschützt bleibt. Gleiches gilt für Personen die im Freien arbeiten, wie Gärtner oder Bauarbeiter.

Sonnenstich: Was tun?

 

Sonnenstich: Symptome

Ein Sonnenstich äußert sich durch diese möglichen Symptome:

  • Hochroter und heißer Kopf
  • steifer Nacken
  • Schwindel
  • Fieber 
  • Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • Innere Unruhe
  • heftige Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • in schweren Fällen: Bewusstlosigkeit

Bei Kleinkindern und Kindern kann in Folge eines Sonnenstichs außerdem eine Hirnhautentzündung auftreten.

Sonnenstich: Was tun?

Bei einem Sonnenstich ist es zunächst wichtig, Betroffene in eine schattige und kühle Umgebung zu bringen. Dort sollte der Kopf erhöht gelagert und mit feuchten Tüchern gekühlt werden. Bei Bewusstlosigkeit muss ein Notarzt gerufen werden. Gegebenenfalls sind Erste Hilfe-Maßnahmen wie die Herstellung der stabilen Seitenlage, Atemspende oder Herz-Lungen-Wiederbelebung notwendig. Zu beachten ist, dass andere Hitzeschäden einem Sonnenstich ähneln können, aber unterschiedliche Behandlungsmaßnahmen erfordern können.

In der Regel klingen die Symptome nach einigen Stunden wieder ab. Wie lange es letztlich dauert, ist maßgeblich davon abhängig, wie heftig der Sonnenstich ist und wie lange man der Sonne ausgesetzt war. In schweren Fällen können die Symptome des Sonnenstichs noch wenige Tage anhalten, das kommt aber selten vor.

Sonnenstich bei Kindern

Ein Sonnenstich bei Kindern tritt schneller als beim Erwachsenen auf. Daher ist es besonders wichtig, sie vor direkter Sonne zu schützen. Besonders Kopf und Nacken sollten mittels Sonnenhut, am besten mit integriertem Nackenschutz, geschützt werden. Achten Sie darauf, dass sich Ihr Kind im Frühjahr und Sommer mindestens bis zum 12. Lebensmonat, besser noch bis zum 24. Lebensmonat, immer im Schatten aufhält.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind einen Sonnenstich hat, legen Sie es aufs Sofa oder Bett - und das in einem kühlen Raum. Kühlen Sie seinen Kopf mit feuchten (Hand-)Tüchern und lassen Sie es viel trinken. Beobachten Sie Ihr Kind in den nächsten Stunden. Wenn es partout nicht trinken kann oder möchte oder die Flüssigkeit nicht bei sich behalten kann, sollten Sie umgehend zum Arzt fahren. So ein Sonnenstich kommt bei Kindern leider gar nicht so selten vor, ist aber, rechtzeitig erkannt und behandelt, gut in den Griff zu bekommen.

Wie kann man einem Sonnenstich vorbeugen?

Um einem Sonnenstich vorzubeugen, müssen Kopf und Nacken vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Dafür bieten sich verschiedene Kopfbedeckungen an, die auch den Nackenbereich bedecken, wie Sonnenhüte oder Kappen mit einer Stoffverlängerung an der Rückseite. Helle Materialien reflektieren mehr Licht und Wärme und eignen sich deshalb besser als dunkle Stoffe.

Außerdem sollten an heißen Tagen folgende Verhaltensregeln beachtet werden, um einem Sonnenstich und anderen Hitzeschäden vorzubeugen:

  • Viel trinken.
  • Nicht in die pralle Sonne gehen, besonders in der Mittagszeit.
  • Nicht zu lange in der Sonne bleiben, auch nicht im Wasser.
  • Spätestens bei Temperaturen ab 30 Grad Celsius keinen Sport mehr treiben.
  • Kinder nicht im aufgeheizten Auto warten lassen.
  • Kinder unter einem Jahr niemals der direkten Sonne aussetzen.
Sonnenschutz für Baby und Kind

 

Weitere Hitzeschäden

Es gibt weitere Hitzeschäden bei denen die Symptome zum Teil denen eines Sonnenstichs ähneln, die aber anders behandelt werden müssen. Generell sollten Betroffene aber auch hier zunächst in eine kühle und schattige Umgebung gebracht werden.

Hitzekollaps (Hitzeerschöpfung)

Bei einem Hitzekollaps kommt es zu einem Kreislaufzusammenbruch (Kreislaufkollaps). Die Ursache ist meistens, dass der Körper bei langen Wanderungen oder sportlichen Aktivitäten überhitzt und der Flüssigkeitsbedarf nicht durch ausreichendes Trinken gedeckt wird. Die Körpertemperatur bleibt dabei gleich, die Haut erscheint gerötet und ist mit Schweiß bedeckt. Betroffene klagen in der Regel über einen trockenen Mund sowie starken Durst. Auch Kopfschmerzen, Schwindel und Sehstörungen zählen zu den Symptomen. Außerdem können Übelkeit, Erbrechen und Benommenheit auftreten.

Um den Blutkreislauf wieder anzuregen, sollten Betroffene flach auf den Boden gelegt und die Beine leicht erhöht gelagert werden. Durch Trinken und das Kühlen des Körpers mit feuchten Tüchern lassen sich die Symptome eines Hitzekollaps lindern. Wenn Betroffene nicht mehr selbst in der Lage sind zu trinken, muss ein Notarzt gerufen und gegebenenfalls Erste Hilfe geleistet werden.

Hitzeschlag

Ein Hitzeschlag führt durch einen Wärmestau zu einer Schädigung des Körpers. Dies geschieht beispielsweise, wenn die Außentemperatur bei hoher Luftfeuchtigkeit höher als die Körpertemperatur ist. Betroffene leiden dann häufig unter Kopfschmerzen, Schwindel und Erbrechen. Herzschlag und Atmung sind beschleunigt, die Haut ist trocken, rot und erhitzt und kann im weiteren Verlauf grau und bläulich werden. Fieber mit Temperaturen von über 40 Grad Celsius sowie Krämpfe, Schock, Bewusstlosigkeit und Kreislaufversagen sind möglich.

Am wichtigsten ist es bei einem Hitzeschlag, Betroffene flach mit leicht erhöhten Beinen auf den Boden zu legen und ihren Körper schnellstmöglich mit feuchten Tüchern oder Wasser zu kühlen. Immer einen Notarzt zu rufen und Erste Hilfe-Maßnahmen einleiten.

Hitzekrämpfe

Hitzekrämpfe entstehen beispielsweise durch schwere Arbeit bei hohen Temperaturen. Durch den Verlust von Flüssigkeit und Mineralien aufgrund starken Schwitzens kommt es zu Verkrampfungen der Muskeln. Hitzekrämpfe können sich außerdem durch Kopfschmerzen, Reizbarkeit und Übelkeit bemerkbar machen. Gegen Hitzekrämpfe hilft es viel zu trinken. In schweren Fällen bringen Infusionen mit Kochsalzlösung Linderung.

Sonnenstich: Anzeichen und Behandlung auf einen Blick

So können Sie Sonnenstich, Hitzeschlag und weitere Hitzeschäden voneinander unterscheiden:

Sonnenstich

Ursachen: Zu lange, direkte Sonneneinstrahlung auf Kopf und Nacken. Reizung der Hirnhaut.

Symptome: Hochroter und heißer Kopf, Schwindel, Fieber, Ohrgeräusche, innere Unruhe, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Bewusstlosigkeit.

Behandlung: Betroffene in schattige, kühle Umgebung bringen, Kopf leicht erhöht lagern und kühlen. Bei Bewusstlosigkeit Erste Hilfe leisten.

Hitzekollaps

Ursachen: Überhitzung des Körpers durch Anstrengung und Austrocknung. Kreislaufzusammenbruch.

Symptome: Gerötete, schweißnasse Haut, trockener Mund, starker Durst, Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit.

Behandlung: Betroffene im Schatten flach auf den Boden legen, Beine leicht erhöht lagern. Trinken lassen und den Körper kühlen. Gegebenenfalls Erste Hilfe leisten.

Hitzschlag

Ursachen: Hitzestau im Körper, z.B. durch hohe Außentemperaturen bei hoher Luftfeuchtigkeit

Symptome: Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen, Herzschlag und Atmung beschleunigt, rote, erhitzte Haut, im weiteren Verlauf Blau- oder Graufärbung, Krämpfe, Schock, Bewusstlosigkeit, Kreislaufversagen.

Behandlung: Betroffene im Schatten mit leicht erhöhten Beinen abkühlen. Im Notfall Erste Hilfe leisten.

Hitzekrämpfe

Ursachen: Schwere Arbeit bei großer Hitze, Flüssigkeits- und Mineralstoffmangel.

Symptome: Verkrampfungen der Muskeln, Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Übelkeit.

Behandlung: In kühler Umgebung viel trinken. Bei anhaltenden Krämpfen einen Arzt hinzuziehen.

10 coole Tipps - so schützen Sie Ihr Baby vor der Hitze!

 

Autor: Christian Emmerling / Karin Wunder
Letzte Aktualisierung: 18. Mai 2018
Quellen

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